Quelle

Mediazona

Mediazona ist ein russisches Medienprojekt, das von Nadeshda Tolokonnikowa und Maria Aljochina – beide ehemalige Mitglieder der Punkband Pussy Riot – kurz nach deren Haftentlassung im Jahr 2014 ins Leben gerufen wurde. Aufgrund ihrer Erfahrungen während der Haft, in der sie nach eigenen Aussagen Missbrauch und unmenschlichen Bedingungen ausgesetzt waren, liegt der Fokus des Projektes auf dem Strafvollzugs- und Justizwesen in Russland.

Mediazona arbeitet eng mit der NGO Zona Prawa (dt. Zone des Rechts) zusammen, die ebenfalls ein Projekt von Tolokonnikowa und Aljochina ist. Bei Zona Prawa kämpfen Anwälte für die Rechte von Strafgefangenen in Russland.

Ein weiteres  Ziel von Mediazona ist außerdem, neben den staatlichen und kremlfreundlichen Medien ein Gegengewicht zu bilden und so für eine größere Transparenz und Unabhängigkeit der Berichterstattung zu sorgen. Das Projekt finanziert sich aus Spenden und hatte 2016 nach eigenen Angaben 2,2 Millionen Besucher auf der Site.

Jegor Skowaroda, einer der Journalisten von Mediazona, war Teil der Gruppe von Journalisten und Menschenrechtlern, die im Frühjahr 2016 an der tschtschenischen Grenze überfallen wurden. Die Gruppe wollte sich in Tschetschenien mit Menschen treffen, die Opfer von Folter geworden waren. Vier Mitglieder der Gruppe wurden bei dem Überfall als Geiseln genommen, ihr Fahrzeug wurde in Brand gesteckt.

Eckdaten

Gegründet 2014
Chefredakteur: Sergej Smirnow
Herausgeber: Petr Wersilow
URL: https://zona.media/

Gnosen
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Nikolaj Nekrassow

Nikolaj Alexejewitsch Nekrassow war ein Autor, Kritiker und einflussreicher Publizist, der insbesondere in politisch-revolutionär gesinnten Kreisen eine breite Anhängerschaft fand. Im westlichen Ausland kaum bekannt, gilt Nekrassow in Russland als Nationalheld der Literatur des 19. Jahrhunderts und als moralische Instanz der Kulturgeschichte. Nekrassow begriff Literatur in erster Linie als Weiterlesen

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„Vom Fieberwahn gezeichnet“, „Bürgerschreck“ und leibhaftiger „Antichrist in der Einbildung der Spießbürger“ – so schmähten 1917 Lenin nicht nur die bürgerliche Öffentlichkeit, sondern auch die Vertreter der sozialistischen Parteien. Diese Dämonisierung trug dazu bei, dass Lenin eine Aura bekam, in der seine Maßlosigkeit und Manie umso attraktiver wurden. Benno Ennker über den Bolschewisten-Führer im Jahr 1917.

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Andrej Swjaginzew

Er war ein Laie, dessen erster Film 2003 mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet wurde. Heute zählt er zu den wichtigsten Regisseuren Russlands. Sein neuestes Werk Neljubow  (dt. Abneigung) läuft jetzt im Wettbewerb von Cannes und kommt am 1. Juni in die russischen Kinos. Eva Binder über den ungewöhnlichen Filmemacher Andrej Swjaginzew, seine Beziehungsdramen im „großen Still“ und die Hetzkampagne rund um seinen Film Leviathan.

Szene aus dem Film Mne dwadzat Let (All rights reserved)