Quelle

Novaya Gazeta

Novaya Gazeta

Die gesellschaftspolitisch ausgerichtete Zeitung Novaya Gazeta (wörtl: Neue Zeitung) wurde als Printmedium 1993 von einer Journalistengruppe (u.a. Dmitry Muratov) gegründet und gilt als eines der wichtigsten oppositionellen Medien in Russland. Eine Print- und Online-Version der Zeitung erscheint dreimal die Woche, die Auflage beträgt mehr als 250.000 Exemplare. Die Redaktion hat ihren Sitz in Moskau, dazu gibt es Niederlassungen in Städten wie St. Petersburg, Nowosibirsk, Samara etc., die regionale Beilagen produzieren. Die Printversion wird in russischer Sprache auch in Kasachstan, Israel und Deutschland verkauft.

Die Zeitung ist mehrfach mit wichtigen investigativen Projekten hervorgetreten, so zu den Sprengstoffanschlägen auf Wohnhäuser vor den Präsidentenwahlen 1999, zum Verhalten der Regierung bei den Terroranschlägen von Beslan, zu betrügerischen Schemen bei der Verrechnung der Mehrwertsteuer. Mehrere Journalisten der Nowaja Gaseta sind bei Mordanschlägen ums Leben gekommen, unter anderem 2006 Anna Politkowskaja.

Die nichtkommerzielle Trägerorganisation gehört der Redaktion und der Belegschaft (Aktienmehrheit), Anteile halten außerdem Michail Gorbatschew und der Unternehmer Aleksandr Lebedew.

Eckdaten

Gegründet: 1993

Chefredakteur: Dmitry Muratov

URL: www.novayagazeta.ru

Gnosen
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Manegenplatz

Der Manegenplatz, kurz auch Maneshka genannt, liegt im Zentrum Moskaus gleich westlich der Kremlmauern. Benannt nach der am Südrand gelegenen Manege, entstand der Platz erst in den 1930er Jahren. Die wechselvolle Geschichte der Stadt verdichtet sich hier zu kulturellen und historischen Knotenpunkten: Traditionsreiche Namen wie und Mochowaja uliza erinnern an vergangene Zeiten, als hier der Handel blühte. Von den Vaterländischen Kriegen gegen Napoleon und Hitler, die für das (offizielle) kulturelle Gedächtnis Russlands noch immer zentral sind, zeugen die Manege und das Denkmal für Marschall Shukow. Nicht weniger wichtig aber ist der Manegenplatz als Ort und Symbol für Zusammenstöße von offiziellen und oppositionellen Strömungen: Hier fanden in den frühen 1990ern Demonstrationen statt, die maßgeblich zum Zerfall der UdSSR beitrugen, später wüteten hier mehrmals nationalistische Hooligans. Die Verkleinerungsform Maneshka steht seither weniger für den Platz selbst als für die Krawalle im Jahr 2010.

Der Manegenplatz in Moskau: Wer es schafft, hier den Ton anzugeben, der kann sich auch landesweit Gehör verschaffen – Foto © Auch geradeaus, wo heute Spaziergänger auf dem Manegenplatz an akkurat gestutztem Rasen und pompösen Springbrunnen vorbeiflanieren, herrschte lange Zeit geschäftiges Treiben.Eine Karte von 1852 zeigt an dieser Stelle ein ganzes Viertel aus Gassen und Weiterlesen

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Neueste Gnosen

Sachar Prilepin

Vom nonkonformistischen Oppositionellen zum patriotischen Medienliebling: Schriftsteller Sachar Prilepin polarisiert. Nun kämpft er als Major im Donbass. Puschkin habe ihn dazu motiviert. Nina Frieß und Konstantin Kaminskij über den politisch-literarischen Dichterkrieger.

Siebte Legislaturperiode der Staatsduma

Am 18. September 2016 begann die siebte Legislaturperiode der Staatsduma. Gewählt wurde das Parlament mit der historisch niedrigsten Wahlbeteiligung, insgesamt genießt es kaum Vertrauen in der Bevölkerung. Das soll sich nun grundlegend ändern. Fabian Burkhardt über das Neue in der siebten Staatsduma:

Sanktionen

Als Reaktion auf die Angliederung der Krim beschlossen sowohl die USA als auch die EU im März 2014 wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Diese umfassen Einreiseverbote für unmittelbar in den Konflikt involvierte russische Politiker und Wirtschaftsführer sowie das Einfrieren von Vermögenswerten. Wegen russischer Unterstützung für die in der Ostukraine kämpfenden Milizen erließ die EU Ende Juli und im September 2014 ein separates Sanktionenpaket. Es besteht aus dem Finanzierungsstop russischer Staatsbanken, Öl- und Rüstungskonzernen, sowie aus verschiedenen Handelsbeschränkungen.

Dimitri Kisseljow

Der Journalist Dimitri Kisseljow spielt in dem gelenkten russischen Staatsjournalismus eine zentrale Rolle. 2008 wurde er Vizedirektor der staatlichen Medienholding WGTRK. Seit 2014 leitet er die staatliche Nachrichtenagentur Rossija Sewodnja.

Frauen und die Revolution

Es waren Frauen, die mit ihrer Demonstration am 8. März die Ereignisse in Gang setzten, die vor 100 Jahren den Zaren stürzen und den radikalen Politikwechsel ermöglichen sollten. Zu der Zeit kämpften Frauen in Russland immer mehr um ihre Rechte – und gestalteten die revolutionären Umbrüche aktiv mit. Carmen Scheide über die historische Frauenbewegung, ihre Vorstellungen von einer sozialistischen Zukunft und den Verlust revolutionärer Utopien.

Die Februarrevolution

„Um mich herum sind Verrat, Feigheit und Betrug“, notierte Zar Nikolaus II. am 2. März (15. März) 1917 in sein Tagebuch, nachdem er am Tag zuvor in einem Eisenbahnwaggon seine Abdankungsurkunde unterzeichnet hatte. Frithjof Benjamin Schenk über die dramatischen Entwicklungen im Winter 1917, die als Februarrevolution in die Geschichte eingegangen sind. 

Alexander Lukaschenko

Alexander Lukaschenko ist seit 1994 Präsident der Republik Belarus. Er wurde in den ersten demokratischen Präsidentschaftswahlen des seit 1991 souveränen Staates gewählt. Seither schaffte er die Gewaltenteilung ab und unterdrückt freie Medien sowie die Opposition des Landes. Wenngleich sein Handeln im Ausland oft als irrational dargestellt wird und sein Land als Museum des Staatssozialismus gilt, hat Lukaschenkos Herrschaft einen rationalen Kern.

Piket

Ildar Dadin hatte mehrfach friedlich in Moskau demonstriert und war dafür vor zwei Jahren zu Gefängnis verurteilt worden. Nun hat der Oberste Gerichtshof die Strafe aufgehoben. Dadins Form des Protests war das Piket, ein kleinerer, stationärer Ausdruck des Nichteinverstandenseins. Oft wird er von Einzelnen veranstaltet und war lange Zeit ohne Anmeldung möglich  bis die Bedingungen für diese Protestform mehrmals verschärft wurden.

Alexej Nawalny

Der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny wurde im sogenannten Kirowles-Prozess vor Gericht zu einer Haftstrafe von fünf Jahren auf Bewährung verurteilt. Doch seine Kampagne für die Präsidentschaftswahl 2018 geht zunächst weiter. Jan Matti Dollbaum über die Hintergründe.

Krieg im Osten der Ukraine

Trotz internationaler Friedensbemühungen hält der Krieg im Osten der Ukraine seit April 2014 an. Er kostete bereits etwa 10.000 Menschen das Leben. Schon mehrmals wurde ein Waffenstillstand beschlossen, der jedoch immer nur wenige Tage hielt. Steffen Halling zeichnet die Ereignisse nach:

Szene aus dem Film Brat (All rights reserved)