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Novaya Gazeta

Novaya Gazeta

Die gesellschaftspolitisch ausgerichtete Zeitung Novaya Gazeta (wörtl: Neue Zeitung) wurde als Printmedium 1993 von einer Journalistengruppe (u.a. Dmitry Muratov) gegründet und gilt als eines der wichtigsten oppositionellen Medien in Russland. Eine Print- und Online-Version der Zeitung erscheint dreimal die Woche, die Auflage beträgt mehr als 250.000 Exemplare. Die Redaktion hat ihren Sitz in Moskau, dazu gibt es Niederlassungen in Städten wie St. Petersburg, Nowosibirsk, Samara etc., die regionale Beilagen produzieren. Die Printversion wird in russischer Sprache auch in Kasachstan, Israel und Deutschland verkauft.

Die Zeitung ist mehrfach mit wichtigen investigativen Projekten hervorgetreten, so zu den Sprengstoffanschlägen auf Wohnhäuser vor den Präsidentenwahlen 1999, zum Verhalten der Regierung bei den Terroranschlägen von Beslan, zu betrügerischen Schemen bei der Verrechnung der Mehrwertsteuer. Mehrere Journalisten der Nowaja Gaseta sind bei Mordanschlägen ums Leben gekommen, unter anderem 2006 Anna Politkowskaja.

Die nichtkommerzielle Trägerorganisation gehört der Redaktion und der Belegschaft (Aktienmehrheit), Anteile halten außerdem Michail Gorbatschew und der Unternehmer Aleksandr Lebedew.

Eckdaten

Gegründet: 1993

Chefredakteur: Dmitry Muratov

URL: www.novayagazeta.ru

Gnosen
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Dimitri Medwedew

Dimitri Medwedew ist seit 2012 Premierminister und bekleidete von 2008 bis 2012 das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation. Er gehört zu den engsten Vertrauten von Präsident Putin und nimmt, nicht zuletzt als Vorsitzender der Regierungspartei Einiges Russland, eine wichtige Rolle im politischen Systems Russlands ein. Weiterlesen

Neueste Gnosen

Spartak Moskau

Im Lande habe sich noch keine Mannschaft gefunden, die besser wäre als Spartak, so der Spruch aus den 1970er Jahren. Das stimmt nun wieder: Nach mehr als 13 Jahren Durststrecke sicherte sich Spartak im Mai 2017 souverän die russische Meisterschaft. Manfred Zeller über den Mythos der „Mannschaft des Volkes“, ihre sportliche Gegenwart und die Geburt einer Fanbewegung in Russland.

Andrej Swjaginzew

Er war ein Laie, dessen erster Film 2003 mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet wurde. Heute zählt er zu den wichtigsten Regisseuren Russlands. Sein neuestes Werk Neljubow  (dt. Abneigung) läuft jetzt im Wettbewerb von Cannes und kommt am 1. Juni in die russischen Kinos. Eva Binder über den ungewöhnlichen Filmemacher Andrej Swjaginzew, seine Beziehungsdramen im „großen Still“ und die Hetzkampagne rund um seinen Film Leviathan.

St. Georgs-Band

Das St. Georgs-Band ist ein schwarz-orange gestreiftes Band, das auf eine militärische Auszeichnung im zaristischen Russland zurückgeht. Heute gilt es als Erinnerungssymbol an den Sieg über den Hitler-Faschismus, besitzt neben dieser historischen aber auch eine politische Bedeutung.

Russland und der ESC

Die Ereignisse rund um den ESC 2017 in Kiew lassen die Frage wieder aufkommen: Wie politisch ist der ESC? Yvonne Pörzgen über die Geschichte des Wettbewerbs in Russland, postsowjetisches Nation Branding und das angespannte Verhältnis Russlands zur Ukraine, das sich auch auf den ESC auswirkt.

Präsidialadministration

Die Präsidialadministration (PA) ist ein Staatsorgan, das die Tätigkeit des Präsidenten sicherstellt und die Implementierung seiner Anweisungen kontrolliert. Sie ist mit beträchtlichen Ressourcen ausgestattet und macht ihren Steuerungs- und Kontrollanspruch in der politischen Praxis geltend.

Die Geiselnahme von Beslan

Die Geiselnahme im nordossetischen Beslan ist der wohl grausamste Terroranschlag, der im Zuge des Tschetschenienkonfliktes verübt wurde. Die Ereignisse in der Schule Nr. 1 hielten die russische Bevölkerung die ersten drei Septembertage 2004 in Atem. Sie stehen für die Entgrenzung terroristischer Taktiken sowie für die Brutalität dieses Krieges. Viele Fragen sind bis heute umgeben von Unwissenheit und Schweigen.

Lenins Fahrt in die Revolution

Als „weittragendes und schicksalsentscheidendes Geschoss“ in der neueren Geschichte bezeichnete Stefan Zweig den „versiegelten Zug“, in dem Lenin im April 1917 aus dem Schweizer Exil nach Russland zurückkehrte. Frithjof Benjamin Schenk über eine mythenumwobene Episode der Russischen Revolution.

Chruschtschowki – die Geburt der „Platte“

Auf dem Kongress der Baufachleute 1954 verordnete Chruschtschow eine radikale Umkehr, weg von neoklassizistischen Prachtbauten hin zu sparsamen Dimensionen, neuen Materialien und Großtafeln, die auf der Baustelle nur noch montiert werden mussten. Das war die Geburtsstunde der Platte. Mit seiner Wohnungsbaukampagne wollte Chruschtschow die Bevölkerung für die „Erneuerung des Sozialismus nach Stalin“ mobilisieren – und setzte eine Massenbewegung in Gang: Zwischen 1955 und 1970 zogen 132 Millionen Sowjetbürger in eine neue Wohnung.

Andrej Tarkowski

Andrej Tarkowski (1932–1986) war ein sowjetischer Regisseur und gilt als einer der einflussreichsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts. Seine Werke greifen spirituelle, philosophische und metaphysische Themen auf und zeichnen sich durch lange Einstellungen und eine unkonventionelle Handlungsstruktur aus. In der Sowjetunion blieb Tarkowski, der seine Filme stets gegen die behördliche Zensur verteidigen musste, die offizielle Anerkennung versagt. 1983 emigrierte er, seine letzten beiden Filme entstanden im Ausland.

Sachar Prilepin

Vom nonkonformistischen Oppositionellen zum patriotischen Medienliebling: Schriftsteller Sachar Prilepin polarisiert. Nun kämpft er als Major im Donbass. Puschkin habe ihn dazu motiviert. Nina Frieß und Konstantin Kaminskij über den politisch-literarischen Dichterkrieger.

Szene aus dem Film Malenkaja Vera (All rights reserved)