Quelle

Snob

Snob ist ein im Jahr 2008 gegründetes Medium, dass sowohl online, als auch monatlich im Print erscheint. Es ist als internationales Projekt angelegt, dass russischsprachigen Lesern aus aller Welt eine Diskussionsplattform bieten will. Die Nutzer von Snob.ru können nicht nur über die Inhalte diskutieren und den Autoren Fragen dazu stellen, sondern auch selbst Texte veröffentlichen. Dabei ist Snob kein rein textbasiertes Kulturprojekt. Die Macher von Snob organisieren regelmäßig Veranstaltungen und betreiben in Moskau ein eigenes Veranstaltungszentrum. Mit ihren Veranstaltungen in London und New York beziehen sie außerdem auch ihre Leser außerhalb Russlands ein und bleiben so ihrem Grundsatz treu, „[...] für Menschen, die in verschiedenen Ländern überall auf der Welt leben, verschiedene Sprachen sprechen, aber Russisch denken“, einen Raum für die Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Kultur zu schaffen.

An dem Projekt beteiligen sich bekannte russische Intellektuelle wie Sachar Prilepin und Wladimir Sorokin, aber auch mediale Größen wie Xenija Sobtschak oder Xenija Sokolowa mit Beiträgen. Die Website bietet neben tagesaktuellen Nachrichten vor allem Reportagen, Essays und Dokumentationen aus der und über die russische Gesellschaft.

 

Eckdaten

Gegründet: 2008
Herausgeber: Marina Geworkjan
Chefredakteur des Printmagazins: Sergej Nikolajewitsch
Chefredakteurin der Website: Lika Kremer
URL: www.snob.ru

Gnosen
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Die Entwicklung des russischen Parteiensystems

Gemeinhin gilt der Machtantritt Wladimir Putins zur Jahrtausendwende als historischer Wendepunkt in der jüngsten politischen Geschichte Russlands – auch bezüglich des Parteiensystems. Hatten sich in der politischen Landschaft zuvor zahlreiche Parteien, Wahlallianzen und politische One-Hit-Wonder getummelt, so schnitt Putin diesen Pluralismus auf ein Minimum konformer Scheinalternativen Weiterlesen

Neueste Gnosen

Kalaschnikow

Ein Kalaschnikow-Denkmal im Zentrum Moskaus – bereits vor der Enthüllung im September 2017 gab es in Russland hitzige Diskussionen darüber, ob es nicht nicht zynisch sei, dem Macher einer „Massenvernichtungswaffe“ ein Denkmal zu setzen. dekoder-Politikredakteur Anton Himmelspach über die politische Ikonographie der Kalaschnikow.

Wladimir Solowjow

Wladimir Solowjow (geb. 1963) ist einer der einflussreichsten Akteure der kremltreuen Medienwelt Russlands. Er profiliert sich vor allem als ein Scharfmacher, der gegen den Westen poltert und Liberale diffamiert. Gleichzeitig appelliert er aber auch oft an die Moral und traut sich sogar, dem Präsidenten unbequeme Fragen zu stellen. Magdalena Kaltseis über die Wandlungsfähigkeit des Talkmasters.

Siemens in Russland und der Sowjetunion

Siemens-Gasturbinen auf der Krim: Diese Meldung erregte im Juli 2017 bundesweites Aufsehen. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, Kraftwerksgeschäfte mit russischen Staatsfirmen zu stoppen. Ein bedeutender Schritt – denn Siemens arbeitet schon seit dem 19. Jahrhundert eng mit Russland zusammen. Ein historischer Rückblick von Martin Lutz.

Kirill Serebrennikow

Kirill Serebrennikow (geb. 1969) ist ein bekannter russischer Theater- und Kinoregisseur, Preisträger vieler russischer und internationaler Theater- und Kinopreise. 2012 gründete er das Gogol Center, dessen Leiter er ist. Dortige Veranstaltungen erzeugen wegen ihrer kritischen Positionen sowie der künstlerischen Extravaganz oft breite öffentliche Resonanz. Im Mai 2017 geriet Serebrennikow ins Zentrum eines Korruptionsskandals: Ihm wurde Unterschlagung vorgeworfen. Die Durchsuchungen im Center sowie in der Wohnung Serebrennikows lösten eine breite Medien-Debatte aus, inwieweit sich Kultureinrichtungen durch Förderungen vom Staat abhängig machen. Viele Kulturschaffende haben Serebrennikow ihre Unterstützung ausgesprochen.

Nord Stream 2

Putins neuer Energiehebel oder ein wichtiger Beitrag zur europäischen Energieversorgung? Das ist die Frage bei  Nord Stream 2, an der sich die Gemüter erhitzen – auch angesichts der im Juli 2017 beschlossenen US-Sanktionen gegen Russland. Ist „Gas eine Ware“ oder ist „Gas ein Politikum“? Julia Kusznir über die scheinbare Gegensätzlichkeit dieser Argumente. 

Datscha

Mit dem anbrechenden Sommer leeren sich die russischen Metropolen – das Stadtvolk verlässt seine Wohnungen und zieht für die nächsten Monate auf die Datscha. Henrike Schmidt über den Ort der geselligen Muße, der viele Epocheneinschnitte überlebt hat. 

Rosneft

Jüngsten Medienberichten zufolge soll Altkanzler Gerhard Schröder im September 2017 in den Direktorenrat von Rosneft berufen werden. Als staatliche Energiegesellschaft Anfang der 1990er Jahre gegründet, stieg das Unternehmen in den 2000er Jahren zu einem zentralen Akteur des russischen Energiesektors auf. Rosneft war Hauptprofiteur der Zerschlagung des YUKOS-Konzerns und wurde durch weitere Zukäufe zu einem der mächtigsten Unternehmen Russlands. Der niedrige Ölpreis und die westlichen Sanktionen machen dem Giganten jedoch zu schaffen.

Andrej Kontschalowski

Kaum ein anderer russischer Filmemacher ist so schwierig zu entschlüsseln wie Andrej Kontschalowski. Diskussionsstoff liefert er selbst – mit seinen Filmen und Theaterstücken, mit seinen Aussagen, mit seiner gesellschaftlichen Position, die eine eindeutige Kategorisierung schwierig bis unmöglich macht. 

Lenin in der russischen Revolution

„Vom Fieberwahn gezeichnet“, „Bürgerschreck“ und leibhaftiger „Antichrist in der Einbildung der Spießbürger“ – so schmähten 1917 Lenin nicht nur die bürgerliche Öffentlichkeit, sondern auch die Vertreter der sozialistischen Parteien. Diese Dämonisierung trug dazu bei, dass Lenin eine Aura bekam, in der seine Maßlosigkeit und Manie umso attraktiver wurden. Benno Ennker über den Bolschewisten-Führer im Jahr 1917.

Russland im Ersten Weltkrieg

„Russland wird in hoffnungslose Anarchie stürzen, deren Ausgang nicht vorauszusehen ist“, warnte im Februar 1914 Politiker Pjotr Durnowo den Zaren Nikolaus II. vor möglichen Folgen eines Beitritts in einen großen europäischen Krieg. Robert Kindler über Russland im Ersten Weltkrieg, der als Auslöser der Revolutionen im Jahr 1917 gilt – und in der Erinnerungskultur heute im Schatten der Oktoberrevolution steht. 

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