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Nanna Heitmann: Krieg und Frieden

Fotografische Perspektiven auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine: Die 1994 in Ulm geborene Fotografin Nanna Heitmann arbeitet seit 2018 in Russland. Seit 2023 ist sie Vollmitglied der renommierten Agentur Magnum. Vom 23. Mai 2024 an zeigt das LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen ihre Ausstellung «Krieg und Frieden». dekoder veröffentlicht eine Auswahl der Bilder. 

Quelle dekoder

Ein russischer Soldat umarmt seine Partnerin vor einem Rekrutierungsbüro in Moskau. Bei der Mobilmachung im Oktober 2022 wurden mehr als 300.000 Männer eingezogen.

Ein Feuerwerk begleitet das Internationale Festival für Militärmusik „Spasskaja Baschnja“ (dt. „Erlöserturm“) im August 2022 auf dem Roten Platz. Vor Russlands Überfall auf die Ukraine nahmen auch Militärkapellen von Nato-Staaten an dem jährlichen Wettbewerb teil.

Kirche in einem Neubaugebiet am Rande der russischen Hauptstadt. Laut Angaben des Moskauer Patriarchats hat die Russische Orthodoxe Kirche seit 1988 weltweit im Schnitt drei Kirchengebäude pro Tag fertiggestellt.

 Nach der Rückkehr von Alexej Nawalny im Januar 2021 protestieren Zehntausende gegen die Festnahme des Oppositionsführers. Die Polizei greift hart durch.

Eine kleine Fähre führt in das Dorf Ershei. Nach der Kirchenspaltung im 17. Jahrhundert hatten sich Altgläubige in die entlegensten Gebiete Russlands zurückgezogen. Am Oberlauf des Kleinen Jenissei weit im Südosten Russlands versuchen sie, weitgehend autark zu leben.

24. Februar 2022. Ein Panzer der russischen Armee rollt über eine Straße in Donezk. Acht Jahre zuvor hatten Separatisten mit Moskaus Unterstützung das Gebiet im Osten der Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht. Jetzt hat die Invasion auch offiziell begonnen.

Totenklage am frischen Grab eines in der Ukraine gefallenen Vertragssoldaten in der Siedlung Aglobi, Teilrepublik Dagestan. Viele der getöteten Soldaten stammen aus besonders armen Regionen Russlands im Nordkaukasus oder aus Burjatien an der Grenze zur Mongolei.

dekoder: Vom 23. Mai an ist im LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen Ihre Ausstellung „Krieg und Frieden“ zu sehen. Im Begleittext heißt es, Sie dokumentierten den Kontrast zwischen dem realen Geschehen im Krieg und dessen verzerrter Wahrnehmung in der russischen Gesellschaft. Was ist damit gemeint? 

Nanna Heitmann: Ein Großteil der Menschen in Russland will nichts über den Krieg wissen. Die schotten sich ab von allen Nachrichten und wollen einfach nur in ihrer eigenen, kleinen, friedlichen Welt leben. Sie verschwenden keinen Gedanken an Politik. Und dann gibt es diese andere Gruppe, die unter dem Einfluss der Staatspropaganda steht und dadurch in einer ganz anderen Realität lebt. In dieser Welt führt Russland eine Friedens-Mission durch, um die Menschen im Donbass zu beschützen. In Dagestan hat mir einmal ein Mann erklärt, dass Russland einen Präventivkrieg führe, weil andernfalls die Ukraine und die NATO Russland angegriffen hätten. Ich sagte zu ihm, dass im Westen niemand glaubt, dass die Ukraine Russland angegriffen hätten. Und seine Antwort war, Stalin habe damals auch nicht geglaubt, dass Hitler die Sowjetunion angreifen würde. Das sind diese verschiedenen Realitäten, die ich meine. Meinem Empfinden nach wird die Gruppe derer, die den Krieg nicht unterstützen, dabei immer kleiner, je länger der Krieg andauert. 

Wenn man sich Ihre frühen Arbeiten aus Russland ansieht, wirkt es fast, als wäre das ein ganz anderes Land: Ein bisschen entrückt, stellenweise geheimnisvoll, verträumt. Wie hat sich Ihr Blick auf das Land durch den Krieg verändert? 

Als ich 2018 zum ersten Mal nach Russland kam, habe ich die Gegend erkundet, aus der mein Großvater kam. Ich bin den Jenissei entlanggefahren, wo meine Oma als Übersetzerin mit einem deutschen Fotografen unterwegs war. Ich glaube, dabei hatte ich auch einen romantischen Blick, ich konnte ganz frei und künstlerisch arbeiten. Je länger ich in Russland geblieben bin, umso repressiver wurde das Umfeld und umso journalistischer wurden auch meine Bilder. 

Wie kam das? 

Ich glaube, dass das schon im Jahr vor der Invasion angefangen hat. Mit der Vergiftung von Alexej Nawalny, mit seiner Verhaftung bei seiner Rückkehr, mit den zunehmenden Repressionen gegen Menschenrechtsorganisationen wie Memorial und gegen unabhängige Medien. Rückblickend scheint mir, dass das eine Vorbereitung war, auf das, was dann kam. 

Könnten Sie sich vorstellen, so ein Projekt wie über den Jenissei heute noch einmal zu machen? 

Ich glaube, selbst wenn ich noch einmal genau das so fotografieren wollte, würde das nicht gehen. Heute sind es oft die entlegenen, oft indigene Regionen, wo es keine Arbeit gibt, wo die Männer des Geldes Willen in den Krieg ziehen und sterben, wo der Krieg viel greifbarer ist als zum Beispiel im wohlhabenden Moskau. Außerdem hat sich die Gesellschaft seitdem sehr verändert. Als ich damals in Sibirien gereist bin, waren die Leute total neugierig, wenn da jemand kam, der Russisch mit Akzent sprach. Heute begegnen die Leute Ausländern mit Angst und Misstrauen, manchmal sogar feindselig. 

Werden Sie bei Ihrer Arbeit behindert? 

Sobald ich als Journalistin in die Provinz fahre, weiß der Geheimdienst davon und wir werden eigentlich rund um die Uhr überwacht. Uns wird auch gezeigt, dass wir beobachtet werden: Autos folgen uns, Leute laufen uns hinterher und filmen uns. Diese Form der Einschüchterung habe ich früher nicht erlebt. 

Sie sind eine von wenigen Fotografinnen aus dem westlichen Ausland, die noch im Land sind. Wieso haben Sie sich entschieden, zu bleiben? 

Russland ist das Geheimnis des Ukraine-Krieges. Während es viele Bilder aus der kriegszerrütteten Ukraine gibt, sind Bilder aus Russland weitaus seltener. Dafür gibt es viele Gründe, einschließlich der Schwierigkeit, in einem repressiven Umfeld zu arbeiten. Aber Russland ist für die zeitgenössische Geschichte zu zentral um es zu ignorieren und ich empfinde es als sehr wichtig, weiter die Stimmung und Ereignisse im Land zu dokumentieren, gerade weil so wenige Fotojournalisten noch weiter vor Ort sind. 

Spielen Emotionen bei Ihrer Arbeit eine Rolle? 

Als Fotograf treffe ich oft Menschen, die die schlimmsten Tage ihres Lebens erleben. In Dagestan sah ich zu, wie eine Mutter ihren in der Ukraine verstorbenen Sohn beerdigte. Ich kann mich in diese Menschen hineinversetzen. Ich denke, auch sie sind sie in vielerlei Hinsicht auch Opfer des Regimes. Später besuchten wir die Großmutter des getöteten Soldaten, die ihren Enkel über alles liebte. Sie saß weinend vor dem Fernseher, schaute sich die Nachrichten aus der Ukraine an und klagte: „Warum braucht Putin diesen Krieg?“ Gleichzeitig treffen wir auf viele Menschen, die die zivilen Opfer in der Ukraine als „Kollateralschaden“ bezeichnen oder die sogenannte „militärische Spezialoperation“ als „Amputation“ bezeichnen, die durchgeführt werden musste, um „den Krebs zu besiegen“. Diese Aussagen sind für mich am schwersten zu verdauen. Aber die Vorstellung, dass meine Bilder ein Zeitdokument dieser düsteren Zeit sind, motiviert mich und hilft mir meist, emotionale Distanz zu wahren. 


Fotos: Nanna Heitmann / Magnum PhotosLWL-Museum Henrichshütte
Bildredaktion: Andy Heller

Interview: Julian Hans
Veröffentlicht am 21.05.2024


Krieg und Frieden
Einzelausstellung von Nanna Heitmann
LWL-Museum Henrichshütte Werksstraße 31-33 
45527 Hattingen
24. Mai bis 13. Oktober 2024
Eröffnung am 23. Mai um 19.30 Uhr

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Lew Tolstoi

Während einer Vorlesung über russische Literatur „ging Vladimir Nabokov, ohne ein Wort zu sagen, über das Podium zur rechten Wand und schaltete die drei Deckenlampen aus. Dann zog er schweigend die Rollos der großen Fenster im Hörsaal hinunter und lief zurück zu den Lichtschaltern“, erinnerte sich ein Student: „,Am Firmament der russischen Literatur‘, verkündete Nabokov, ,ist das hier Puschkin!‘ Er schaltete die Lampe in der linken Ecke unseres Planetariums wieder an. ,Das hier ist Gogol!‘ Die Lampe in der Mitte leuchtete auf. ,Das ist Tschechow!‘ Die Lampe rechts erleuchtete. Dann löste Nabokov das Rollo, das mit einem lauten Knall in die Höhe schnellte. Ein breiter, heller Sonnenstrahl brach in den Hörsaal, Nabokovs Stimme donnerte los: ,Und das, das ist Tolstoi!‘“1

 

Mit Licht, Glück und ethischer Bestimmtheit wandte sich Lew Tolstoi in seinen Werken gegen das Motiv des Leids – und somit gegen seine Epoche. Denn die russische Literatur des 19. Jahrhunderts war vom Motiv der Leiderfahrung durchzogen. Dostojewski etwa enthüllte die Fragmentiertheit des menschlichen Bewusstseins mit seinen tiefen und dunklen Schichten und führte seine Protagonisten durch die Erfahrung der Sünde und des Leidens zur Wahrheit. Bei Tolstoi dagegen ist der Mensch in erster Linie ein ungeteiltes und glückliches Wesen, und „das menschliche Leben, soweit wir es kennen, ist eine Welle, die völlig in Glanz und Freude gehüllt ist“2. Als eine Art Gegenentwurf zu Dostojewski tritt bei Tolstoi ein intensives moralisches Empfinden an die Stelle der Sünde. Auch Tolstois eigenes Leben war das Produkt eines solchen Empfindens.

Leben und Wirken

Lew Tolstoi wurde am 28. August (9. September) 1828 auf dem Familiengut Jasnaja Poljana geboren, etwa 200 Kilometer entfernt von Moskau. Er gehörte dem Adelsgeschlecht der Grafen von Tolstoi an und wuchs in einer aristokratischen, von literarischem Schaffen weit entfernten Umgebung auf.

Er studierte Östliche Philologie und Rechtswissenschaften an der Universität Kasan, leistete seinen Wehrdienst, war in den Jahren 1854 und 1855 während des Krimkriegs an der Verteidigung von Sewastopol beteiligt, wurde mit dem Tapferkeitsorden der heiligen Anna ausgezeichnet und bewegte sich fern jeglicher literarischer Kreise.

So kam es völlig unerwartet, als Anfang der 1850er Jahre im Journal Sowremennik die Erstschrift eines bislang unbekannten Autors erschien, der sich hinter dem Kürzel L. N. verbarg. Es war der erste Teil von Tolstois biografischer Trilogie Kindheit, Knabenjahre, Jugendzeit. Sie begründete den Ruhm Tolstois.

Bereits zu Lebzeiten ein anerkannter Klassiker der russischen Literatur – Lew Tolstoi

Der Protagonist der Trilogie, Nikolenka Irtenjew, der drei Stadien des Erwachsenwerdens durchläuft, gleicht dem Autor. Allerdings nicht im biografischen Sinne, sondern der psychologischen Erfahrung nach. Diese steht über viele Jahre im Mittelpunkt von Tolstois Werken: in seinen drei großen Romanen Woina i Mir (dt. Krieg und Frieden, 1865–1869), Anna Karenina (1875–1877) und Woskressenije (dt. Auferstehung, 1899), in einer Vielzahl von Erzählungen, Dramen, publizistischen Essays und religionsphilosophischen Traktaten. Immer beschäftigt sich Tolstoi mit dem Finden der Wahrheit, die im Menschen verborgen und nur dadurch zu erkennen ist, dass man das Wesen des Menschen in seinem konkreten Sein ergründet.

Tolstois Anthropologie

„Der Mensch ist Alles und ein Teil von Allem“ – das ist die Kernthese der tolstoischen Anthropologie. Den Sinn seines Romans Krieg und Frieden sieht der Autor darin, die Menschen „dazu zu bringen, das Leben in all seinen unzähligen und unerschöpflichen Erscheinungen zu lieben“. Anna Karenina verkörpert laut Tolstoi das Leben „mit all der unausdrückbaren Kompliziertheit von allem Lebendigen“.

Der zweite Grundpfeiler in Tolstois Anthropologie ist das intensive moralische Empfinden. Alles im Leben wird als gut oder schlecht wahrgenommen. Dabei ergeben sich grundlegende Probleme, die es zu klären gilt: Was genau ist das Gute und das Schlechte? Was ist charakteristisch nur für mich und was ist charakteristisch für den Menschen allgemein? Was sind die Grenzen der Selbsterkenntnis? Das sind die Fragen, die sich Konstantin Lewin in Anna Karenina stellt, aber auch andere Protagonisten, die als „tolstoische Menschen“ bezeichnet werden.

Weltanschauliche Sinnkrise

Tolstoi selbst dachte über all diese Fragen sein ganzes Leben lang nach. All das findet sich in den Tagebüchern wieder, die er von der frühen Jugend an bis zu seinem Tod führte. Ende der 1870er, Anfang der 1880er Jahre durchlebte Tolstoi eine tiefe weltanschauliche Sinnkrise. In einer Reihe von religionsphilosophischen Werken suchte er nach theoretischen Begründungen für seine neuen Sichtweisen zu den Themen Religion, Moral, Kunst, Politik und Zivilisation. In dieser Zeit begann er, sich nicht mehr in erster Linie als Künstler zu begreifen, sondern als Religionsphilosoph. In seinen Traktaten erklärt Tolstoi, dass er zwar der Verkündigung Jesu glaube, nicht jedoch der Institution Kirche, in der der Glaube durch Ritualismus ersetzt würde. Das führte zu seinem Ausschluss aus der Kirche, der bis heute nicht aufgehoben wurde.

Schriftsteller, Moralist und Philosoph

Während der Schriftsteller Tolstoi bereits zu Lebzeiten ein anerkannter Klassiker der russischen Literatur war, erfuhr der Religionsphilosoph starken Gegenwind. Seine späten Werke, vor allem die religionsphilosophischen Traktate und der Roman Woskressenije mit ausführlichen Zitaten aus dem Neuen Testament, wurden massiv kritisiert. Tolstoi sah sich mit Vorwürfen des Moralismus und Utopismus konfrontiert. Es gab heftige Kritik an seiner religiösen Lehre sowie an der um Tolstoi in den 1880er Jahren gegründeten Bewegung Tolstowstwo. Unter anderem solche Philosophen wie Iwan Iljin oder Nikolaj Berdjajew traten damit hervor.

In seinen Tagebüchern bemerkte Tolstoi, dass er zunehmend darunter gelitten habe, nicht im Einklang mit seinen Überzeugungen gelebt zu haben. Der berühmte Literaturkritiker Viktor Schklowski vertrat die These, Tolstoi sei „Gewissen und Spiegel“ seiner Epoche zugleich gewesen. In seinen Werken habe er schließlich auch die eigenen Laster verteufelt.

 

Porträt von Lew Tolstoi, Datum der Aufnahme unbekannt / Foto © Fine Art Images/Heritage Images/imago-images

Ein großer Teil der Rezeption sieht in Tolstois Verzweiflung darüber, den eigenen moralischen Ansprüchen nicht zu genügen, den Grund für sein tragisches Ende. In der Nacht auf den 28. Oktober (10. November) verließ Tolstoi unbemerkt Jasnaja Poljana. Wenige Tage später bekam er eine Lungenentzündung, die ihn zwang, seine Reise an der Bahnstation Astapowo zu unterbrechen. Nach einer Woche schweren Leidens starb er am 7. (20.) November im Haus des Leiters der Bahnstation.


1.zit. nach: Boyd, Brian (1991): Vladimir Nabokov: The American Years, Princeton, S. 221-222
2.Tagebucheintrag vom 27. Mai (8. Juni) 1884: Tolstoj, Lev (1952): Polnoe sobranie sočinenii, Moskau, Bd. 49, S. 98
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Nikolaj Berdjajew

Nikolaj Berdjajew (1874–1948) war ein russischer Philosoph mit weltweiter Wirkung. Zunächst marxistisch beeinflusst, stellte er sich noch vor der Oktoberrevolution gegen den Atheismus der Kommunisten und wurde 1922 ausgewiesen. Seine christlich-existenzialistische Philosophie stellt die Freiheit des einzelnen Menschen in den Mittelpunkt, zielt dabei aber auf eine geistige Erneuerung der Gemeinschaft. Die religiöse Rückbesinnung in Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion beruft sich vielfach auf Berdjajews Denken.

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Nikolaj Nekrassow

Nikolaj Alexejewitsch Nekrassow war ein Autor, Kritiker und einflussreicher Publizist, der insbesondere in politisch-revolutionär gesinnten Kreisen eine breite Anhängerschaft fand. Im westlichen Ausland kaum bekannt, gilt Nekrassow in Russland als Nationalheld der Literatur des 19. Jahrhunderts und als moralische Instanz der Kulturgeschichte. Nekrassow begriff Literatur in erster Linie als Medium zum Ausdruck sozialer und politischer Belange.

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Heute vor 14 Jahren verstarb Wassili Aksjonow. Er gilt als einer der wichtigsten, vielleicht der wichtigste, russische Autor der Nachkriegszeit. Im Tauwetter als Kultautor einer neuen Generation verehrt, unter Breshnew repressiert und schließlich des Landes verwiesen, durchlief Aksjonow das klassische Drama des sowjetischen Intellektuellen im 20. Jahrhundert. Torben Philipp über Leben und Wirken des Bestsellerautors.

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Das Konzept der Russischen Welt (russ. russki mir) wurde in den Jahren 2006/07 entwickelt und hat seitdem an Popularität gewonnen. War es zunächst eher ein kulturelles Konzept, das die soziale Bindungskraft russischer Sprache und Literatur betonte (es existiert eine gleichnamige kulturpolitische Stiftung), so dient es heute auch zur Legitimierung außenpolitischer Aktionen, die den Einfluss Russlands im postsowjetischen Raum stärken sollten. 

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Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist die christliche Kirche mit der größten Glaubensgemeinschaft in Russland. Prägend für ihr Verhältnis zum russischen Staat ist das von der byzantinischen Mutterkirche übernommene Ideal der Symphonie, das heißt einer harmonischen Beziehung zwischen Staat und Kirche. Vor 1917 galt die Orthodoxie neben der Autokratie und dem „Volk“, genauer: einem volksverbundenen Patriotismus, als eine der wichtigsten Stützen des russischen Staates und des Zarenreichs – eine Traditionslinie, die heute wieder wirksam scheint.

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Kasimir Malewitsch

Sein Name ist untrennbar mit seinem größten Coup verbunden – dem Schwarzen Quadrat (1915, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau). Sein im doppelten Sinn ikonisches Gemälde stellt eine Tabula rasa für das Medium Malerei dar und bildet gleichzeitig den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer gegenstandslosen Abstraktion, die bis heute andauert. Malewitsch verstarb am 15. Mai 1935.

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Ein kurzer Augenblick von Normalität und kindlicher Leichtigkeit im Alltag eines ukrainischen Soldaten nahe der Front im Gebiet , © Mykhaylo Palinchak (All rights reserved)