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Colta.ru

Colta.ru

Colta.ru ist ein unabhängiges, multithematisches Internetmedium, das 2012 gegründet wurde und den Beinamen Alles über Kultur und Zeitgeist trägt. Das Wort „colta“ kommt aus dem Italienischen und kann mit dem Nomen „Ernte“ oder auch mit dem Adjektiv „aufgeklärt, gebildet“ übersetzt werden.

Der Fokus von Colta.ru liegt auf kulturellen und gesellschaftlichen, weniger auf politischen, Inhalten. Die großen Themenfelder sind Kino, Kunst, Musik, Literatur, Theater, Medien, Öffentlichkeit, Wissenschaft und Colta specials. Diese beschäftigen sich mit eher ausgefallenen Themen, wie zum Beispiel einer Fotoreportage über Berlin im Jahr 1945 oder auch einer Reise-Reportage eines russischen Journalisten durch Indien.
 
Auf Colta.ru bekommt der Leser auf der Startseite einen Überblick aktueller russlandweiter oder internationaler kulturell-gesellschaftlicher Ereignisse. Darüber hinaus werden auf Colta.ru regelmäßig Fotostrecken über Architektur, Kultur, Gesellschaft oder ähnliches veröffentlicht. Zu vielen Artikeln existieren kleine Wissenstests.
 
Auf Colta.ru erscheinen noch elf weitere Online-Projekte mit unterschiedlichsten Themen, zum Beispiel: Rasnoglasija (dt. Meinungsverschiedenheiten), das sich mit Kunst- und Gesellschaftskritik beschäftigt. Außerdem Swiss Made w Rossii (dt. Swiss Made in Russland) – ein Programm des Kulturaustauschs mit dem Schweizer Kulturrat oder auch Dissidenty – mit Porträts von Russen, die ihre Heimat verlassen haben.

Die Leser von Colta.ru sind einerseits Experten und andererseits ein kulturell breit interessiertes Publikum.1

Organisatorische Struktur

Für Colta.ru schreiben bekannte russische Autoren wie Olga Allenowa, Andrej Gorjanow, Oleg Kaschin, Jury Saprykin, Tatjana Lyssowa oder Grigori Reswin.
 
Colta.ru finanziert sich aus drei Quellen: durch Spenden der Leser, durch Spenden des Kuratorenrats und durch Partnerprojekte. Der Kuratorenrat besteht aus progressiv eingestellten Journalisten, Künstlern und Geschäftsleuten, die eine Art „Aufsicht“ innehaben. Aufsichtsratsmitglied kann man mit einer Einlage von jährlich 300.000 Rubeln werden. Mitglieder sind zum Beispiel die Herausgeberin des Literaturjournals NLO Irina Prochorowa und der Filmproduzent Alexander Rodnjanski. Partner sind das Internetportal Republik.ru, Memorial, Jeti, Planeta.ru oder auch die Stiftung Michail Prochorow. Colta.ru kooperiert auch mit europäischen Medien, insbesondere mit deutschen.

Journalistenschule

Die Mitarbeiter von Colta.ru betreiben eine eigene Schule, die Schkola grashdanskoi shurnanalistiki (dt. Schule des Gesellschaftsjournalismus). Hier kann nach erfolgreich bestandener Aufnahmeprüfung jeder eine viermonatige kostenfreie journalistische Ausbildung absolvieren. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Komitet grashdanskich iniziatiw (dt. Komitee zivilgesellschaftlicher Initiativen) und der Stiftung Mediastandart. Die Leitung der Schule haben zwei bekannte russische Journalisten inne: Maxim Kowalski und Olessja Gerassimenko.

Entstehungsgeschichte

Colta.ru ist das Nachfolgeprojekt von Openspace.ru, dessen Material im Archiv frei zugänglich ist. Der frühere Besitzer von Openspace.ru, Wadim Beljajew, wollte das Medium verändern: weg vom Schwerpunkt Kultur in eine eher politische Richtung.2 Die gesamte Redaktion (mit Ausnahme von Jekaterina Djogot) verließ daraufhin aus Protest gegen dieses Vorhaben geschlossen Openspace.ru und gründete Colta.ru.
 
Maria Stepanowa blieb Chefredakteurin.3 Michail Ratgaus, der stellvertretende Chefredakteur von Colta.ru, veränderte das Konzept im Vergleich zu Openspace.ru insofern, als die Anzahl der Artikel zu Gunsten längerer Texte eingeschränkt wurde.
 
Zu speziellen Themen fanden von Colta.ru bereits Offline-Veranstaltungen, wie zum Beispiel Musik-Festivals, statt.

ECKDATEN

Gegründet: 2012
Chefredakteurin: Maria Stepanowa
URL: www.colta.ru

 

1.vgl.: Welt: In der digitalen Oase der freien Meinung 
2.vgl.: Lenta.ru: Zarabotal novyj proekt byvšej redakcii Openspace 
3.vgl.: «OpenSpace.ru budet vychodit' na Colta.ru na naši den'gi»
Gnosen
en

Erster Kanal

Die Geschichte des Senders reicht bis in die Sowjetunion zurück. Der Perwy Kanal (dt. Erster Kanal) des Zentralen Sowjetischen Fernsehens war bis 1965 der einzige, der in alle elf Zeitzonen des Landes ausgestrahlt wurde. Einige Sendungen von damals sind noch heute im Programm – etwa die einflussreiche Nachrichtensendung Wremja (dt. Zeit), das Studentenkabarett KWN (Klub Wesjolych i Weiterlesen

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Sergej Kirijenko

Als jüngster Premierminister mit 35 Jahren bekam er den Spitznamen „Kinderüberraschung“, heute ist er faktisch Herr über die russische Innenpolitik: Alexander Graef über den Werdegang von Sergej Kirijenko, dem stellvertretenden Leiter der Präsidialadministration.

Anna Achmatowa

Heldin der Nicht-Liebe, „halb Nonne, halb Hure“ oder „klagende Muse“? Christine Gölz über Anna Achmatowa, die Dichterin, die grausame Umwälzungen der Epoche überlebte und die Erinnerung daran in ihren Versen bewahrte.

Gopniki

Russenhocke, Trainingshose und ein aggressiv-tumber Gesichtsausdruck: Als Bürgerschreck verpönt, gilt der Gopnik grundsätzlich als kleinkriminell. dekoder-Politikredakteur Anton Himmelspach überholt dieses Klischee.

Der Große Terror

Jeder Sowjetbürger musste in diesem „apokalyptischen Theater des Schreckens“ mit Verhaftung und Hinrichtung rechnen. Dem Großen Terror unter Stalin fielen Hunderttausende zum Opfer. Die Jahreszahl 1937 hat sich als die dunkelste Chiffre sowjetischer Geschichte eingebrannt. Doch 80 Jahre später spricht kaum einer darüber. Nina Frieß über eine tabuisierte Vergangenheit in der gegenwärtigen Erinnerungskultur Russlands.  

Sowjetische Eiscreme

Eiscreme ist in Russland mehr als einfach nur Eiscreme. Sie gilt vielen sogar als eine Art russische Nationalspeise und Teil einer glücklichen Kindheit. Monica Rüthers über das sowjetische Speiseeis und seine prominente Stelle im russischen kollektiven Gedächtnis. 

Spartak Moskau

Im Lande habe sich noch keine Mannschaft gefunden, die besser wäre als Spartak, so der Spruch aus den 1970er Jahren. Das stimmt nun wieder: Nach mehr als 16 Jahren Durststrecke sicherte sich Spartak im Mai 2017 souverän die russische Meisterschaft. Manfred Zeller über den Mythos der „Mannschaft des Volkes“, ihre sportliche Gegenwart und die Geburt einer Fanbewegung in Russland.

Andrej Swjaginzew

Er war ein Laie, dessen erster Film 2003 mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet wurde. Heute zählt er zu den wichtigsten Regisseuren Russlands. Sein neuestes Werk Neljubow  (dt. Abneigung) läuft jetzt im Wettbewerb von Cannes und kommt am 1. Juni in die russischen Kinos. Eva Binder über den ungewöhnlichen Filmemacher Andrej Swjaginzew, seine Beziehungsdramen im „großen Still“ und die Hetzkampagne rund um seinen Film Leviathan.

St. Georgs-Band

Das St. Georgs-Band ist ein schwarz-orange gestreiftes Band, das auf eine militärische Auszeichnung im zaristischen Russland zurückgeht. Heute gilt es als Erinnerungssymbol an den Sieg über den Hitler-Faschismus, besitzt neben dieser historischen aber auch eine politische Bedeutung.

Russland und der ESC

Die Ereignisse rund um den ESC 2017 in Kiew lassen die Frage wieder aufkommen: Wie politisch ist der ESC? Yvonne Pörzgen über die Geschichte des Wettbewerbs in Russland, postsowjetisches Nation Branding und das angespannte Verhältnis Russlands zur Ukraine, das sich auch auf den ESC auswirkt.

Szene aus dem Film Letjat Shurawli (All rights reserved)