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September 2016: Übers Übersetzen

Quelle dekoder

Was ist nötig, liebe Leserinnen und Leser, damit diejenigen von euch, die kein Russisch können, die Texte bei dekoder lesen können? Genau, die Artikel müssen übersetzt werden. 

Wir bei dekoder übersetzen in mehrfacher Hinsicht. Denn Übersetzen, das meint auch ein Auswählen, ein Auslassen, ein Hinzufügen und ein Einordnen: Es beginnt mit unserer Textauswahl, geht weiter mit dem Kuratieren der Texte und endet mit dem Erstellen von Gnosen und Blurbs. Aber all das würde nichts nützen, wenn nicht vorher eine Übersetzerin oder ein Übersetzer den einzelnen Text im ganz herkömmlichen Wortsinn vom Russischen ins Deutsche übersetzen würde. Der September ist nun der Monat, wo in immer breiteren Kreisen an das Übersetzen gedacht und nicht zuletzt das Übersetzen gefeiert wird: Denn am 30. September ist der Internationale Übersetzertag.

Unser Anliegen ist es, euch mit jeder Veröffentlichung einen interessanten und gut übersetzten Text zu bieten, den man gern liest und der euch russische Realitäten näherbringt, ohne das Relief des Fremden abzuflachen. Dafür braucht es entsprechende Übersetzer – und das sind spannende Wesen: Sie müssen einerseits genau sein, wie nur irgendwas, und andererseits geradezu freiheitsliebende Anarchisten, die alle Regeln über Bord zu werfen imstande sind, wenn es nötig ist – ungefähr in diese Worte fasste das mal eine Kollegin. Wir haben solche bei uns im Boot.

Im September wird dekoder nun auch beginnen, visuell zu übersetzen: Infografik heißt das Zauberwort, das komplexe Wirklichkeiten in Bilder fasst. Ihr werdet sie bald bei uns entdecken!

Wie immer bringt der neue Monat auch neue Bilder auf unserem dekoder Visual – vielleicht unser einziges Format, bei dem wir gar nichts übersetzen: Wir klappen einfach ein Fenster auf, durch das man direkt nach Russland hineinschauen kann. Diesmal auf die Fischer der Insel Sachalin, nördlich von Japan im Ochotskischen Meer, mit denen der Fotograf Oleg Klimov auf See gefahren ist. 

Aber zurück zum Übersetzen. Den Monat des Internationalen Übersetzertags wollen wir außerdem zum Anlass nehmen, die Biografien unserer Übersetzerinnen und Übersetzer auf unserer Seite zu ergänzen. So erfahrt ihr mehr über den Menschen, aus dessen Feder die deutsche Veröffentlichung geflossen ist.

Noch nie habe ich einen Text geschrieben, in dem das Wort Übersetzen so oft vorkam. Aber es ist ein schönes Wort. Wir bei dekoder danken allen, die für uns übersetzen, für die wunderbare Zusammenarbeit. Ein Hoch aufs Übersetzen, auf die, die es tun, und auf die, die es wertschätzen! 

Und last but not least: dekoder gibt es heute genau seit einem Jahr! Hurra!

Herzlich,
eure dekoder Übersetzungsredakteurin
Friederike Meltendorf

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Gnosen
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Walenki

Walenki sind nahtlose, in einem Stück gefertigte Filzstiefel aus Schafswolle. Sie halten auch bei großer Kälte warm und gelten deshalb als ideales Winterschuhwerk für die trockenen russischen Winter. Walenki werden als ein Symbol traditioneller russischer Kultur betrachtet, heute aber in erster Linie mit dem Landleben assoziiert.

Der Begriff Walenki ist abgeleitet vom russischen Verb waljat (dt. walzen, walken) und bezieht sich auf die Herstellungsmethode der Stiefel. Neben ihrem Vorteil, vor extremer Kälte zu schützen, haben sie allerdings den Nachteil, empfindlich auf Nässe zu reagieren. Bei feuchtem Wetter und Schneematsch benutzt man deshalb zusätzlich Oberschuhe, früher aus Leder, heute aus Gummi (Galoschen). In verschiedenen Regionen Russlands wurden Walenki unterschiedlich bezeichnet, in Sibirien etwa als pima.

Vorläufer der Walenki lassen sich bei den nomadischen Völkern Eurasiens finden. Sie gelangten mit dem Einmarsch der Goldenen Horde im 13. und 14. Jahrhundert in die Rus. Walenki waren zunächst kurz, der Schaft wurde separat aus Tuch gefertigt. Die Herstellung von Stiefeln aus einem ganzen, nahtlosen Stück gefilzter Wolle wird erst seit Ende des 18. Jahrhunderts praktiziert. Als Geburtsort dieser Methode gilt die Stadt Myschkin im Gebiet Jaroslawl. Weite Verbreitung fanden die Filzstiefel in Russland aber erst im 19. Jahrhundert mit dem Beginn ihrer industriellen Herstellung – vorher waren die handgefertigten Stiefel teuer, und nur wohlhabende Personen konnten sie sich leisten. Eine Familie mit einem Paar galt bereits als vermögend. Als besonderer Wertgegenstand wurden sie deshalb auch entsprechend gehütet und weiter vererbt.

 

 

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden Walenki, gerade in den Städten, immer weniger genutzt und vor allem mit einer rückständigen dörflichen Lebensweise in Verbindung gebracht. In den letzten Jahren wurden sie jedoch von russischen Designern als Modeobjekt wiederentdecktund sind inzwischen sogar außerhalb Russlands erhältlich.1


1.Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die Rückkehr der Filzstiefel
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Samogon

Als Samogon bezeichnet man einen in häuslicher Eigenproduktion und für den Eigenbedarf hergestellten Schnaps. Grundlage bildet eine Maische, die in der Regel aus Kartoffeln, Früchten, Zucker oder Getreideprodukten besteht und in selbstgebauten Anlagen destilliert wird. Vor allem in den Übergangsphasen vom Zarenreich zur Sowjetunion und später während der Perestroika war der Samogon, der inzwischen fest zur russischen Alltagskultur zählt, weit verbreitet.

Tag des Sieges

Der Tag des Sieges wird in den meisten Nachfolgestaaten der UdSSR sowie in Israel am 9. Mai gefeiert. Er erinnert an den Sieg der Sowjetunion über das nationalsozialistische Deutschland und ist in Russland inzwischen der wichtigste Nationalfeiertag. Der 9. Mai ist nicht nur staatlicher Gedenktag, sondern wird traditionell auch als Volks- und Familienfest begangen.

Schwarzer Delfin

Der Schwarze Delfin ist eine Haftanstalt für lebenslängliche Strafen in der Stadt Sol-Ilezk im Gebiet Orenburg. Die inoffizielle Bezeichnung stammt von der Skulptur eines Springbrunnens, der am Haupteingang der Anstalt aufgestellt ist. Die Strafkolonie gilt als eine der härtesten Russlands.

Ermittlungskomitee

Das Ermittlungskomitee (Sledstwenny komitet/SK) ist eine russische Strafverfolgungsbehörde. Sie gilt als politisch überaus einflussreich und wird häufig mit dem US-amerikanischen FBI verglichen.

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Szene aus dem Film Kin-dsa-dsa! (All rights reserved)