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Schwarzer Delfin

Der Schwarze Delfin ist eine Haftanstalt für lebenslängliche Strafen in der Stadt Sol-Ilezk im Gebiet Orenburg. Die inoffizielle Bezeichnung stammt von der Skulptur eines Springbrunnens, der am Haupteingang der Anstalt aufgestellt ist. Die Strafkolonie gilt als eine der härtesten Russlands.

Die offizielle Bezeichnung des Schwarzen Delfins lautet „Strafkolonie No. 6 des Föderalen StrafvollzugsdienstesDer Föderale Strafvollzugsdienst (FSIN) ist die oberste staatliche Behörde für Strafvollstreckung in Russland. Ihr obliegt die Aufsicht über alle Justizvollzugsanstalten des Landes. Mit einem Jahresbudget von rund 300 Milliarden Rubel (umgerechnet rund 5 Milliarden Euro) ist der FSIN die größte Strafvollstreckungsbehörde Europas. Während in Europa durchschnittlich rund 100 Euro pro Häftling und Tag ausgegeben werden, kostet ein Häftling den russischen Staat rund zwei Euro pro Tag. Russlands im Gebiet Orenburg“ (FKU IK-6 UFSIN Rossii po Orenburgskoi oblasti). Es ist eines der ältesten Gefängnisse Russlands und wurde infolge des Pugatschow-Aufstands von 1743 weit entfernt von Moskau, an der heutigen Grenze zu Kasachstan, gebaut. Mit einem Aufnahmevermögen von 1.600 Insassen ist das Gefängnis die größte derartige Einrichtung im Land. Derzeit beherbergt es etwa 700 Sträflinge, die hier ihre lebenslangen Haftstrafen verbüßen (etwa die Hälfte aller russlandweit Inhaftierten mit diesem Strafmaß). Die Zahl des Personals beträgt 900 Personen.

Im Schwarzen Delfin sind vor allem Schwerkriminelle wie Terroristen, Kannibalen und Serienmörder untergebracht. Deshalb zählen die Haftbedingungen hier zu den härtesten Russlands: Die Zellen bestehen aus 4,5 m² großen Kammern, wobei die 2-3 Häftlinge pro Zelle von den Türen und dem Fenster noch einmal durch Gitter getrennt sind. Es ist verboten, sich nach dem Aufstehen morgens um 6 Uhr bis 22 Uhr abends auf die Pritschen zu legen. Das Licht bleibt rund um die Uhr angeschaltet, auch nachts. Die Insassen stehen unter ständiger Videoüberwachung und die Zellen werden alle 15 Minuten kontrolliert. Um Fluchtversuche zu vermeiden, werden den Insassen bei Überführung in andere Gebäudeteile die Augen verbunden, damit sie ihre Orientierung verlieren. Sie müssen, mit den Händen in Handschellen auf dem Rücken, vornüber gebeugt gehen und werden pro Person stets von drei Wachmännern sowie einem Hund begleitet. Bis heute gab es keinen erfolgreichen Ausbruch aus dem Hochsicherheitsgefängnis.

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