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The New Times

The New Times

Die Geschichte von The New Times/Nowoje Wremja geht bis in die Sowjetzeit zurück. Sie wurde 1943 als Zeitung unter dem Titel Wojna i rabotschij klass (Krieg und Arbeiterklasse) gegründet und zunächst 1947 in Nowoje Wremja (Moderne Zeit), später dann 1998 in The New Times umbenannt.

Heute stellt The New Times ein Wochenmagazin dar, das im Print (Auflage ca. 50.000 Ex.) und seit 2006 online im pdf-Format erscheint. Auf dem zugehören Portal newtimes.ru werden zudem laufend aktuelle Interviews, Nachrichten, Videos etc. veröffentlicht.

Chefredakteurin (seit 2009) und Herausgeberin (seit 2013) der Zeitschrift ist Yevgenia Albats, eine einflussreiche und prominente Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Sie spielt auch durch ihr wöchentliches politisches Radiofeature Polnyj Albats (ungefähr: The full Albats) auf Radio Ekho Moskvy, wo sie ausserdem auch als Expertin in der Sendung Besondere Meinung auftritt, eine wichtige Rolle im politischen Diskurs. The New Times trägt in vielem ihre Handschrift, gerade in programmatischer Hinsicht.

The New Times ist eines der führenden oppositionellen Medien in Russland. Das Magazin ist für seine eindeutig regierungskritische Einstellung bekannt und positioniert sich als Zeitschrift “von freien Journalisten für freie Menschen”.1 Für The New Times schreiben annerkannte oppositionelle Journalisten, Wissenschaftler und Schriftsteller. In manchen Fällen hatten Journalisten aufgrund von Veröffentlichungen in The New Times mit politisch motivierten Schwierigkeiten zu kämpfen, so wurde Natalja Morar, die moldawische Staatsbürgerin ist, 2007 nach einem Artikel über die „schwarze Kasse des Kreml“ die Wiedereinreise nach Russland verweigert.
 

Eckdaten:

Gegründet: 1998 (Vorgänger Nowoje Wremja: 1943)

Chefredakteur: Yevgenia Albats

Herausgeberin: Yevgenia Albats

URL: www.newtimes.ru


1: http://podpiska.newtimes.ru/
Gnosen
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Siebte Legislaturperiode der Staatsduma

Am 18. September 2016 fanden die Wahlen zur siebten (Legislaturperiode der) Staatsduma statt. Die Wahlbeteiligung in Höhe von 47,88 Prozent lag auf dem historisch niedrigsten Niveau. Das kann zum einen damit erklärt werden, dass die Wahl vorverlegt wurde und der Wahlkampf somit in die Sommerferien fiel. Zum anderen führte die Regierungspartei Einiges Russland schon am 22. Mai Primaries durch, Weiterlesen

Diese Gnose wurde gefördert von der Robert Bosch Stiftung.

Neueste Gnosen

Alte und neue Zeitrechnung

Februarrevolution im März, Oktoberrevolution im November und Neujahrsfest Mitte Januar. Leonid Klimov über die Kalenderreform, die alte und neue Zeitrechnung und chronologisches Doppeldenken in Russland.

Sprache und Revolution

Die radikale Sprachreform, die die Bolschewiki wenige Wochen nach dem Oktoberumsturz verabschiedeten, wurde zum Symbol für das Abschneiden alter, orthodoxer Zöpfe und das Anbrechen einer neuen Zeit. Sandra Birzer über die Buchstaben, die der Reform zum Opfer fielen, und über die tiefgreifenden sprachlichen Umwälzungen.

Nawalnys Wahlkampagne

Während Nawalny derzeit wieder einmal für 20 Tage unter Arrest steht, läuft seine Präsidentschaftskampagne auf vollen Touren. Eigentlich kann er laut russischem Recht gar nicht zur Wahl zugelassen werden. Jan Matti Dollbaum über die seltsame Wahlkampagne und über die Frage, weshalb Nawalnys Team dennoch weiter für ihn trommelt.

Xenia Sobtschak

Ihren Vater bezeichnet man als Godfather von Wladimir Putin und Dimitri Medwedew, ihr Taufpate soll Putin sein. Sie selbst hat nun verkündet, bei der Präsidentschaftswahl 2018 anzutreten – als Kandidatin „gegen alle“: Leonid Klimov über das einstige It-Girl und die TV-Moderatorin Xenia Sobtschak.
 

Alexej Nawalny

Nawalny darf nicht gegen Putin antreten: Die Zentrale Wahlkommission schloss ihn Ende Dezember von der Präsidentschaftswahl aus. Nawalny ruft nun zum Boykott der Wahl auf. Jan Matti Dollbaum über den bekannten Oppositionspolitiker.

Lieder auf den Leader

Putin wird in Russland so oft besungen, dass manche schon von einer eigenen Musikgattung sprechen. Anton Himmelspach erklärt, warum Putin-Songs nicht unbedingt gleich Propaganda sind.  
 

Alexej Uljukajew

Alexej Uljukajew (geb. 1956) war von 2004 bis 2013 Erster Stellvertretender Vorsitzender der Zentralbank Russlands und von 2013 bis 2016 Wirtschaftsminister. Am 14. November 2016 wurde Uljukajew überraschend verhaftet, er soll im Rahmen der Übernahme des Ölkonzerns Baschneft durch Rosneft 2 Millionen US-Dollar Schmiergeld angenommen haben. Im Dezember 2017 wurde der ehemalige Minister zu acht Jahren strenger Lagerhaft verurteilt.

Die Verfassung der Russischen Föderation

Die russische Verfassung trat im Dezember 1993 in Kraft. Darin wurden Menschenrechte zum ersten Mal in der Geschichte Russlands zum höchsten Wert erklärt. Heute befindet sich Russland sowohl bei Menschenrechten als auch bei Rechtsstaatlichkeit in den unteren Feldern der Rankings, unweit solcher Länder wie Sierra Leone. Auch viele Bürger Russlands halten die Verfassung für ein Feigenblatt: Für 27 Prozent existiert sie nur auf dem Papier, 32 Prozent halten sie für unbedeutend.

Kunst und Revolution

Die Revolution 1917 markierte eine Zäsur in der Kunstproduktion Russlands: Aufgaben und Themen der Kunst änderten sich drastisch, genauso die gesellschaftliche Stellung des Künstlers. Miriam Häßler über die Revolutionskunst, die die Alltags-Kultur der Sowjetunion nachhaltig prägte, und auf ihrem Höhenflug ein jähes Ende fand.

Arbeiter und Kolchosbäuerin

Sie ist eine Ikone der Sowjetunion, eine Art sowjetische Freiheitsstatue. Monica Rüthers über die Plastik Arbeiter und Kolchosbäuerin, die vor 80 Jahren für die UdSSR den Grand Prix der Pariser Weltausstellung gewonnen hat.

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