Quelle

Novaya Gazeta

Novaya Gazeta

Die gesellschaftspolitisch ausgerichtete Zeitung Novaya Gazeta (wörtl: Neue Zeitung) wurde als Printmedium 1993 von einer Journalistengruppe (u.a. Dmitry Muratov) gegründet und gilt als eines der wichtigsten oppositionellen Medien in Russland. Eine Print- und Online-Version der Zeitung erscheint dreimal die Woche, die Auflage beträgt mehr als 250.000 Exemplare. Die Redaktion hat ihren Sitz in Moskau, dazu gibt es Niederlassungen in Städten wie St. Petersburg, Nowosibirsk, Samara etc., die regionale Beilagen produzieren. Die Printversion wird in russischer Sprache auch in Kasachstan, Israel und Deutschland verkauft.

Die Zeitung ist mehrfach mit wichtigen investigativen Projekten hervorgetreten, so zu den Sprengstoffanschlägen auf Wohnhäuser vor den Präsidentenwahlen 1999, zum Verhalten der Regierung bei den Terroranschlägen von Beslan, zu betrügerischen Schemen bei der Verrechnung der Mehrwertsteuer. Mehrere Journalisten der Nowaja Gaseta sind bei Mordanschlägen ums Leben gekommen, unter anderem 2006 Anna Politkowskaja.

Die nichtkommerzielle Trägerorganisation gehört der Redaktion und der Belegschaft (Aktienmehrheit), Anteile halten außerdem Michail Gorbatschew und der Unternehmer Aleksandr Lebedew.

Eckdaten

Gegründet: 1993

Chefredakteur: Dmitry Muratov

URL: www.novayagazeta.ru

Gnosen
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Ära der Stagnation

Der Begriff Sastoi, zu Deutsch Stagnation, meint die Periode zwischen der Absetzung des Parteichefs im Jahre 1964 bis zum Beginn der Reformpolitik unter im Jahre 1985. Diese Phase zeichnete sich durch fehlende politische und wirtschaftliche Dynamik aus. In der engeren Deutung wird die Bezeichnung Sastoi auf die Amtszeit von Leonid Breshnew (1964–1982) angewandt. Weiterlesen

Neueste Gnosen

Nord Stream 2

Putins neuer Energiehebel oder ein wichtiger Beitrag zur europäischen Energieversorgung? Das ist die Frage bei  Nord Stream 2, an der sich die Gemüter erhitzen – auch angesichts der im Juli 2017 beschlossenen US-Sanktionen gegen Russland. Ist „Gas eine Ware“ oder ist „Gas ein Politikum“? Julia Kusznir über die scheinbare Gegensätzlichkeit dieser Argumente. 

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Datscha

Mit dem anbrechenden Sommer leeren sich die russischen Metropolen – das Stadtvolk verlässt seine Wohnungen und zieht für die nächsten Monate auf die Datscha. Henrike Schmidt über den Ort der geselligen Muße, der viele Epocheneinschnitte überlebt hat. 

Rosneft

Jüngsten Medienberichten zufolge soll Altkanzler Gerhard Schröder im September 2017 in den Direktorenrat von Rosneft berufen werden. Als staatliche Energiegesellschaft Anfang der 1990er Jahre gegründet, stieg das Unternehmen in den 2000er Jahren zu einem zentralen Akteur des russischen Energiesektors auf. Rosneft war Hauptprofiteur der Zerschlagung des YUKOS-Konzerns und wurde durch weitere Zukäufe zu einem der mächtigsten Unternehmen Russlands. Der niedrige Ölpreis und die westlichen Sanktionen machen dem Giganten jedoch zu schaffen.

Andrej Kontschalowski

Kaum ein anderer russischer Filmemacher ist so schwierig zu entschlüsseln wie Andrej Kontschalowski. Diskussionsstoff liefert er selbst – mit seinen Filmen und Theaterstücken, mit seinen Aussagen, mit seiner gesellschaftlichen Position, die eine eindeutige Kategorisierung schwierig bis unmöglich macht. 

Lenin in der russischen Revolution

„Vom Fieberwahn gezeichnet“, „Bürgerschreck“ und leibhaftiger „Antichrist in der Einbildung der Spießbürger“ – so schmähten 1917 Lenin nicht nur die bürgerliche Öffentlichkeit, sondern auch die Vertreter der sozialistischen Parteien. Diese Dämonisierung trug dazu bei, dass Lenin eine Aura bekam, in der seine Maßlosigkeit und Manie umso attraktiver wurden. Benno Ennker über den Bolschewisten-Führer im Jahr 1917.

Russland im Ersten Weltkrieg

„Russland wird in hoffnungslose Anarchie stürzen, deren Ausgang nicht vorauszusehen ist“, warnte im Februar 1914 Politiker Pjotr Durnowo den Zaren Nikolaus II. vor möglichen Folgen eines Beitritts in einen großen europäischen Krieg. Robert Kindler über Russland im Ersten Weltkrieg, der als Auslöser der Revolutionen im Jahr 1917 gilt – und in der Erinnerungskultur heute im Schatten der Oktoberrevolution steht. 

Sergej Kirijenko

Als jüngster Premierminister mit 35 Jahren bekam er den Spitznamen „Kinderüberraschung“, heute ist er faktisch Herr über die russische Innenpolitik: Alexander Graef über den Werdegang von Sergej Kirijenko, dem stellvertretenden Leiter der Präsidialadministration.

Anna Achmatowa

Heldin der Nicht-Liebe, „halb Nonne, halb Hure“ oder „klagende Muse“? Christine Gölz über Anna Achmatowa, die Dichterin, die grausame Umwälzungen der Epoche überlebte und die Erinnerung daran in ihren Versen bewahrte.

Gopniki

Russenhocke, Trainingshose und ein aggressiv-tumber Gesichtsausdruck: Als Bürgerschreck verpönt, gilt der Gopnik grundsätzlich als kleinkriminell. dekoder-Politikredakteur Anton Himmelspach überholt dieses Klischee.

Szene aus dem Film Kin-dsa-dsa! (All rights reserved)