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Sobtschak: Gegen alle, für Putin?

Schon länger wurde darüber gemunkelt, Mitte der Woche machte es Xenia SobtschakXenia Sobtschak (geb. 1981) ist eine bekannte Journalistin und Aktivistin der russischen Opposition. Als Tochter des ehemaligen St. Petersburger Bürgermeisters und Putin-Vertrauten Anatoli Sobtschak wurde sie in Russland zunächst als It-Girl bekannt und moderierte mehrere Unterhaltungsshows. Seit 2011 engagiert sich Sobtschak in der Opposition. Sie beteiligte sich auch an den Bolotnaja-Protesten gegen Wahlfälschung. Damit wurde sie für das staatliche Fernsehen, in dem sie bis dahin omnipräsent gewesen war, zu einer Persona non grata und tritt seitdem nur noch im unabhängigen Fernsehsender TV Doshd auf. Im Oktober 2017 gab Sobtschak ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2018 bekannt.  nun offiziell: In einem bei Vedomosti veröffentlichten Brief gab sie ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2018 bekannt. Gleichzeitig gingen ihr YouTube-Video mit der Ankündigung und ihre neue Seite online: Sobtschak gegen alle heißt sie.

Ein ehemaliges It-Girl als Präsidentschaftskandidatin? Xenia Sobtschak hat sich in den letzten Jahren von der „Schoko-BlondineDie 2008 gedrehte russische Reality-Serie Blondinka w Schokolade (dt. Blondine in Schokolade) war eine Doku-Soap über das Privatleben von Xenia Sobtschak. Der Show-Titel spielte mit sogenannten Blondinenwitzen, das Konzept war ähnlich dem von The Osbournes.“ zu einer durchaus veritablen Journalistin gemausert. Bei den Bolotnaja-ProtestenNachdem Putin im September 2011 angekündigt hatte, wieder Präsident werden zu wollen, und im Dezember zahllose Wahlbeobachter über massive Wahlfälschungen berichteten, bildete sich in Russland die größte Protestbewegung seit dem Ende der Sowjetunion. Sie bewies erstaunliches Durchhaltevermögen, versiegte jedoch im Jahr 2013 aufgrund von inneren Streitigkeiten und der repressiven Reaktion des Staates. war sie Mitglied im Koordinationsrat der OppositionDer Koordinationsrat der Opposition entstand im Zuge der Massenproteste 2011/2012 als gemeinsames Gremium der am Protest beteiligten politischen Akteure. Er stellte einen Versuch dar, die außerparlamentarische Opposition zu konsolidieren und institutionalisieren. Nach etwa einem Jahr gemeinsamer Arbeit wurde jedoch immer deutlicher, dass die unterschiedlichen politischen Ansichten nicht miteinander vereinbar waren, und so stellte der Koordinationsrat Ende Oktober 2013 seine Arbeit ein., trat gerne öffentlichkeitswirksam gegen das Schienbein des Kreml und kokettierte zuweilen mit der häufigen Zuschreibung, dass sie ja immer zwischen den Stühlen sitzen würde.

Xenia ist die Tochter von Anatoli SobtschakAnatoli Sobtschak (1937–2000) gilt als politischer Entdecker, Förderer und Lehrer Wladimir Putins und Dimitri Medwedews. Sobtschak gehörte zu Russlands Demokraten der ersten Stunde und genoss große Beliebtheit in der Bevölkerung. Von 1991 bis 1996 war er der erste direkt gewählte Bürgermeister St. Petersburgs und holte Putin als Chef des Komitees für Außenwirtschaft. Sobtschak begann seine politische Laufbahn Ende der 1980er Jahre als Kämpfer gegen den Totalitarismus, doch mit fortschreitender Entwicklung forderte er eine härtere Gangart in der Politik des Präsidenten, um die Privatisierung der 1990er Jahre voranzutreiben. – ein St. Petersburger Demokrat der ersten Stunde, der nach dem Zerfall der SowjetunionDer Zerfallsprozess der Sowjetunion begann Mitte der 1980er Jahre und dauerte mehrere Jahre an. Die Ursachen sind umstritten. Während einige hauptsächlich Gorbatschows Reformen für den Zerfall verantwortlich machen, sehen andere die Gründe vor allem in globalen Dynamiken. Eine zentrale Rolle spielte in jedem Fall die Politik der russischen Teilrepublik. tiefgreifende liberale Reformen anstieß und zugleich einen Grundstein für den späteren Aufstieg Putins legte. Dieser soll Xenia angeblich nahestehen – eine Spekulation, die in den jüngsten Debatten eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Denn schon vor der offiziellen Bekanntgabe ihrer Kandidatur, hagelte es Kritik von oppositionellen Stimmen des Landes: Das Spiel sei abgekartet, Sobtschak habe ihre Kandidatur mit Putin abgesprochen, sei nur von seiner Gnaden zugelassen worden, um die Kandidaturen ernstzunehmender Oppositioneller zu neutralisieren, so der Tenor.

Dabei betont Sobtschak, dass sie ihre Kandidatur zurückziehen werde, wenn der Oppositonspolitiker NawalnyAlexej Nawalny ist einer der bekanntesten Oppositionspolitiker und Aktivisten Russlands, der die staatliche Elite in seinen Veröffentlichungen regelmäßig mit schwerwiegenden Vorwürfen zu Korruption und Machtmissbrauch konfrontiert. Er gilt als einer der schärfsten Kritiker Wladimir Putins., der derzeit unter Arrest steht, zugelassen würde.  
Wieviel Protestpotential steckt in der Kandidatur Sobtschaks? Meint sie es ernst, wenn sie gegen den Kreml poltert? Kirill Martynow geht in der Novaya Gazeta solchen Fragen nach. 

Quelle Novaya Gazeta

Ehemaliges It-Girl als Präsidentschaftskandidatin – ein abgekartetes Spiel? / Foto © Screenshot aus dem Video „Xenia Sobtschak – Kandidat protiw wsech“/YouTube

Xenia Sobtschaks Kandidatur für das Präsidentschaftsamt ist ein Symptom für das Verwelken des russischen Wahl-AutoritarismusDie Herrschaftsform Russlands wird in der Politikwissenschaft oft als Wahl-Autoritarismus beziehungsweise plebiszitärer oder elektoraler Autoritarismus beschrieben. Gemeint ist die Annahme, dass die autoritäre Konsolidierung des Landes unter Putin breiten Anklang in der russischen Gesellschaft findet.. Es ist ein Symptom für dessen endgültige Verwandlung in ein System, dessen Instrumente darauf abzielen, den Status Quo zu erhalten.

Dass in der Kandidatenliste eine Figur wie Sobtschak auftauchen wird, wurde schon mehrere Monate vor Beginn der Wahlkampagne vorhergesagt. Neben der traditionellen Entourage [der SystemoppositionDie oft auch als System- oder Scheinopposition bezeichnete parlamentarische Opposition besteht aus den drei Parteien: Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF), Liberal-demokratische Partei Russlands (LDPR) und Gerechtes Russland (Sprawedlowaja Rossija, SR).dek] in Person von SjuganowGennadi Sjuganow (geb. 1944) ist seit 2001 Parteivorsitzender der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF). Er nahm an allen Präsidentschaftswahlen seit 1996 als Kandidat der KPRF teil und belegte jeweils den zweiten Platz. Sjuganow bezeichnet sich selbst als Marxist-Leninist und als Vertreter des “erneuerten Sozialismus”. und ShirinowskiWladimir Wolfowitsch Shirinowski (geboren 1946 als Wladimir Eidelstein) ist Gründer und Vorsitzender der nationalistischen Liberal-Demokratischen Partei Russlands (LDPR). Seine Auftritte zeichnen sich durch extrem populistische Rhetorik, antisemitische Stereotype und regelmäßige Handgreiflichkeiten vor laufenden Kameras aus. Zudem hat er wiederholt zu militärischer Gewalt gegen westliche Staaten aufgerufen. Shirinowski ist als zuverlässig Grenzen überschreitender Polit-Clown ein essentieller Bestandteil des russischen öffentlichen Lebens. braucht der Kreml bei diesen Wahlen zwei SpoilerSpoilereffekt ist ein politikwissenschaftlicher Begriff, der vor dem Hintergrund einer Wahl die Verdrängung eines Kandidaten durch einen politisch nahestehenden Gegenkandidaten bezeichnet. Bei gleichbleibender Stimmenanzahl für einen politischen Flügel entzieht der Kandidat mit weniger Aussicht auf Erfolg einem nahestehenden Konkurrenten potentielle Stimmen und verhilft somit indirekt dem Kandidaten eines anderen Flügels zu einem besseren Wahlergebnis. : Einerseits einen ultrakonservativen Kandidaten, neben dem Putin für die entsprechenden Zielgruppen wie ein vernünftiger Kompromiss aussieht, wie ein Zentrist. Auf der anderen Seite muss diese Konstruktion gestützt werden von einem verhältnismäßig liberalen und protestlerischen Spoiler. Unmittelbare Aufgabe dieses Kandidaten ist es, der Welt freie und demokratische Wahlen zu demonstrieren und dem liberalen Wähler anzubieten, [bis zu den Wahlen – dek] darüber zu streiten, ob man für den Spoiler stimmen sollte oder nicht. Anderen Bevölkerungsgruppen soll der Spoiler gelegentlich die Schreckensgeschichte verdeutlichen, dass die liberalen WestlerDer Begriff Sapadnik (dt. „Westler) kam Mitte des 19. Jahrhunderts auf und bezeichnete Anhänger einer politischen Strömung, die sich für eine enge Anbindung Russlands an Westeuropa einsetzten. Die Sapadniki vertraten, im Gegensatz zu den sogenannten Slawophilen, die Auffassung, das Russische Reich solle sich bei seinen sozialen, industriellen und politischen Reformen an Westeuropa orientieren. an die Macht drängten und es nun an der Zeit sei, sie aufzuhalten, indem man zur Wahl geht.

Harmlos und keine echte Konkurrenz

Das Casting für die rechte Flanke ist noch nicht abgeschlossen – vielleicht wird im konservativen Szenario derselbe Shirinowski diese Rolle für sich reklamieren. Eine Liberale„Liberal“ kann in der russischen Sprache heute vieles bedeuten. Der Begriff hat mehrere Wandlungen durchgemacht und ist nun zumeist negativ besetzt. Oft wird er verwendet, um Menschen vorzuwerfen, sie seien unfähig, schwach und widersetzten sich dem Staat nur, weil sie zu nichts anderem in der Lage seien. Das liberale Credo vom Schutz der Menschen- und Eigentumsrechte, so heißt es oft, lenke davon ab, dass unter liberaler Führung der Staat zugrunde gehen würde. wurde dagegen nun gefunden – mit eigener Seite, einem Programm und Werbevideos. Offensichtlich hat man für die Rolle des Liberalen verschiedene Kandidaten in Betracht gezogen, doch letztendlich setzte man auf Sobtschak – für sie sprechen eindeutige Argumente: eine Frau, Westlerin, weitläufig bekannt sowohl bei Dom 2Die boulevardeske Reality-Show Dom 2 (dt. Haus 2), etwa vergleichbar mit Big Brother, wird seit  2004 vom russischen Fernsehsender TNT ausgestrahlt. Bis 2012 moderierte unter anderem Xenia Sobtschak die Show. Die Aufgabe der Teilnehmenden ist es, ein Haus zu bauen und währenddessen einen geeigneten Partner zu finden. Das von den Zuschauern auserwählte Gewinner-Paar erhält am Ende das gebaute Haus. Kulturkritiker bemängeln oft den pornographischen Charakter der Show.Die boulevardeske Reality-Show Dom 2 (dt. Haus 2), etwa vergleichbar mit Big Brother, wird seit  2004 vom russischen Fernsehsender TNT ausgestrahlt. Bis 2012 moderierte unter anderem Xenia Sobtschak die Show. Die Aufgabe der Teilnehmenden ist es, ein Haus zu bauen und währenddessen einen geeigneten Partner zu finden. Das von den Zuschauern auserwählte Gewinner-Paar erhält am Ende das gebaute Haus. Kulturkritiker bemängeln oft den pornographischen Charakter der Show.-Zuschauern und Glamour-Magazin-Lesern, als auch beim Publikum von TV DoshdDoshd (TV Rain) ist ein unabhängiger TV-Sender, der zur gleichnamigen Medien-Holding mit Sitz in Moskau gehört. Die Doshd-Holding umfasst außerdem die Online-Zeitschriften Bolschoi Gorod und republic. Im Vorfeld des 70. Jahrestags der Leningrader Blockade durch die Wehrmacht stellte Doschd 2014 seinen Zuschauern die Frage, ob „es notwendig war, Leningrad aufzugeben, um hunderttausende Leben zu retten“ (während der Leningrader Blockade kamen über eine Million Menschen um). Die Frage löste einen landesweiten Skandal aus, die meisten Kabelnetzbetreiber sowie Provider von Satelliten-Fernsehen stellten daraufhin ihre Zusammenarbeit mit Doschd ein. Seitdem kann der kremlkritische Bezahlsender in großen Teilen des Landes nur noch über Internet empfangen werden.  , dazu absolut harmlos und keine echte Konkurrentin für den Kandidaten Nummer Eins.

Es ist erstaunlich, wie offen Sobtschak über die Ziele ihrer Kampagne sprach, als sie meinte, dass sie an die Stelle der Option „gegen alleBis 2006 gab es bei den Wahlen in Russland auf jedem Stimmzettel die Möglichkeit, gegen alle (Kandidaten) zu stimmen. Jede abgegebene Stimme schlug sich so zwar in der Wahlbeteiligung nieder, zeigte aber auch, dass der Wähler dieser Option keinen der aufgestellten Kandidaten für passend befand. Seit 2014 ist es wieder erlaubt, diese Option auf den Wahlzetteln für Regional- und Kommunalwahlen aufzuführen. “ trete. Aus der polittechnologischenPolittechnologija bezeichnet in Russland und anderen postsowjetischen Staaten ein Menü von Strategien und Techniken zur Manipulation des politischen Prozesses. Politik – als Theater verstanden – wird dabei als virtuelle Welt nach einer bestimmten Dramaturgie erschaffen. Politische Opponenten werden mit kompromittierenden Materialien in den Medien bekämpft, falsche Parteien oder Kandidaten lanciert oder ganze Bedrohungsszenarien eigens kreiert. Sprache ins Russische übersetzt heißt das, dass sie die Protest-Stimmen auf sich ziehen wird, gleichzeitig die Wahlbeteiligung erhöht und Teile der Kreml-loyalen Wählerschaft mobilisiert, die ausdrücklich gegen Sobtschak stimmen wollen. Vermutlich ist das eines der wenigen Beispiele, wo ein Kandidat zu Beginn der Wahlkampagne offen seinen Status als Spoiler ankündigt. 

Vorsicht, Spoiler

Witzig, dass das alles so dargeboten wird, als wäre Putin verärgert über diese Dreistigkeit Sobtschaks, was Xenia jedoch nicht daran hindere, zu kandidieren. Auch diese gekünstelte Message richtet sich wieder an drei Gruppen und soll von ihnen unterschiedlich gelesen werden: Die westliche Presse kann über freie Wahlen in Russland diskutieren, schließlich sei doch „Xenia Sobtschak bekannt für ihre Kritik an der Kreml-Politik“. Die liberale Wählerschaft wird sich spalten an der Frage über ihre Sympathien für Xenia, dem Otto-Normal-Wähler aber gibt die These über den verärgerten Putin Raum für KompromatAls Kompromat wird in Russland kompromittierendes Material bezeichnet, das mutmaßlich Geheimdienste in Dossiers sammeln, um bei Bedarf unliebsame Personen zu erpressen beziehungsweise zu diskreditieren.  und für mediale Attacken gegen Sobtschak, inklusive Aufrufe sich gegen sie zusammenzuschließen. 

Kurz gesagt, man hat die Fassade des Wahl-Autoritarismus mit einer grellen Neonreklame behangen. Die Wahlen erscheinen nicht mehr so todlangweilig wie noch vor einigen Wochen, auch wenn sich im Grunde nichts verändert hat.

Grelle Neonreklame für langweilige Wahlen

Leute, die persönliche Sympathie für Sobtschak empfinden (und von solchen gibt es unter russischen Facebook-UsernGemeint ist eine oft anzutreffende Annahme, dass die Mitglieder der liberal-demokratischen Opposition Russlands sich vor allem auf dem US-amerikanischen Portal Facebook austauschen. Demgegenüber würden sie andere Soziale Medien, wie beispielsweise das russische Pendant VKontakte, weitgehend meiden.  nicht wenige), argumentierten bereits, dass es keinen Anlass gäbe, Sobtschak für ihre Kandidatur zu kritisieren. Ganz nach dem Motto, dass alle ein Recht hätten, sich nach eigenem Ermessen zur Wahl zu stellen, und ob nicht gerade wir immer dazu aufgerufen hätten, alle zur Wahl zuzulassen. Mit diesem Argument fiel, wie es scheint, der Startschuss für die Diskussion über „unsere Kandidaten“. Eine Diskussion, in die uns der Kreml gastfreundlich einlädt, bis März zu versinken. Danach ist die Sache getan, und Sobtschak kann das Interesse an einer politischen Karriere wieder verlieren, wie einst schon ProchorowProchorow gilt als typischer Vertreter der politisch gut vernetzten russischen Superreichen, die in den 1990er Jahren mit zwielichtigen Firmenübernahmen ein Vermögen machten. Im Jahr 2011 betrat er überraschend die politische Bühne. Mit seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl – von einigen als Projekt des Kreml betrachtet – erzielte er auf Anhieb ein Ergebnis von acht Prozent der Stimmen.
Die Opposition hat in der Tat dazu aufgerufen, alle zur Wahl zuzulassen – aber gerade diese Forderung wird aktuell nicht erfüllt. Sobtschak nimmt an der Wahl nicht als eine Kandidatin unter Gleichen teil, sondern als eine, die im handgesteuertenAls politische Metapher taucht der Begriff Handsteuerung (russ. reshim rutschnogo uprawlenija) vor allem im Zusammenhang mit Putins häufig betonter Neigung auf, die Lösung bestimmter Probleme „zur Chefsache zu machen“ bzw. sie „selbst in die Hand zu nehmen“. Viele Politikwissenschaftler erklären diese Neigung mit dem Phänomen der Machtvertikale –  autoritäre Konsolidierung des Landes und Machtkonzentration in einer Hand. Modus zugelassen wurde. Nichts Persönliches, bloß Arbeit an der Festigung des AutoritarismusAutoritarismus ist eine Herrschaftsform, die sich durch eine stark zentralisierte Kontrolle und eingeschränkten Pluralismus kennzeichnet. Sie unterscheidet sich von Demokratie auf der einen und dem Totalitarismus auf der anderen Seite. In Bezug auf Russland kam es 2016 zu einem Streit zwischen Politologen: Während Ekaterina Schulmann Russland als ein hybrides Regime einstufte, in dem autokratische und demokratische Elemente vorkommen, definierte Grigori Golossow Russland als ein klassisches autoritäres Regime..

 

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Xenia Sobtschak

Ihren Vater bezeichnet man als Godfather von Wladimir Putin und Dimitri Medwedew, ihr Taufpate soll Putin sein. Sie selbst hat nun verkündet, bei der Präsidentschaftswahl 2018 anzutreten – als Kandidatin „gegen alle“: Leonid Klimov über das einstige It-Girl und die TV-Moderatorin Xenia Sobtschak.
 

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Xenia Sobtschak

„Guten Tag, ich bin Xenia Sobtschak, und ich habe etwas zu verlieren“, so begann die damals wohl bekannteste TV-Moderatorin Russlands ihre Rede im Dezember 2011. Sie stand vor einer Menschenmenge, die auf den Moskauer Straßen gegen WahlfälschungenWahlfälschungen sind Wahlmanipulationen entgegen demokratischen Prinzipien. Nachdem im Dezember 2011 zahlreiche Wahlbeobachter über massive Fälschungen bei der Dumawahl berichteten, bildete sich in Russland die größte Protestbewegung seit dem Ende der Sowjetunion und forderte eine Untersuchung der Vorwürfe. Bei der Dumawahl 2016 stellten Wahlbeobachter weniger Unregelmäßigkeiten als 2011 fest, verwiesen zugleich jedoch auf einen hohen Einfluss der administrativen Ressource. protestierte. Das It-Girl, das damals auf so gut wie allen staatlichen und privaten TV-Sendern omnipräsent war, sagte, sie sei auf die Demonstration gekommen, weil ihr Vater, Anatoli SobtschakAnatoli Sobtschak (1937–2000) gilt als politischer Entdecker, Förderer und Lehrer Wladimir Putins und Dimitri Medwedews. Sobtschak gehörte zu Russlands Demokraten der ersten Stunde und genoss große Beliebtheit in der Bevölkerung. Von 1991 bis 1996 war er der erste direkt gewählte Bürgermeister St. Petersburgs und holte Putin als Chef des Komitees für Außenwirtschaft. Sobtschak begann seine politische Laufbahn Ende der 1980er Jahre als Kämpfer gegen den Totalitarismus, doch mit fortschreitender Entwicklung forderte er eine härtere Gangart in der Politik des Präsidenten, um die Privatisierung der 1990er Jahre voranzutreiben. , die russische Verfassung mitgeschrieben hat. In Anspielung auf die MachtrochadeRokirowka - zu Deutsch Rochade - ist ein aus dem Schach entlehnter Begriff, der im russischen politischen Diskurs einen Ämtertausch meint, genauer die Rückkehr Wladimir Putins in das Präsidentenamt 2012 nach der Interimspräsidentschaft von Dimitri Medwedew (2008-2012)., die der damalige Präsident MedwedewDimitri Medwedew ist seit 2012 Premierminister und bekleidete von 2008 bis 2012 das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation. Er gehört zu den engsten Vertrauten von Präsident Putin und nimmt, nicht zuletzt als Vorsitzender der Regierungspartei Einiges Russland, eine wichtige Rolle im politischen Systems Russlands ein. und PremierministerDer Premierminister oder Ministerpräsident ist nach dem Präsidenten die zweite Amtsperson im russischen Staat. Er ist vor allem für Wirtschafts- und Finanzpolitik verantwortlich. Putin im September 2011 unternommen hatten, sprach sie darüber, dass die Macht kein Federball sei, den man zwischen zwei Spielern hin und her schlägt. Sie sprach über die Zivilgesellschaft, die einen Einfluss auf die Macht ausüben solle und darüber, dass im Zuge der Proteste auch eine neue oppositionelle Partei entstehen solle. Die Demonstranten, die  diese Ideen mehrheitlich teilten, pfiffen und riefen: „Geh weg, Schlampe!“

Xenia Sobtschak hatte damals in der Tat etwas zu verlieren: Wegen der Teilnahme an der ProtestbewegungNachdem Putin im September 2011 angekündigt hatte, wieder Präsident werden zu wollen, und im Dezember zahllose Wahlbeobachter über massive Wahlfälschungen berichteten, bildete sich in Russland die größte Protestbewegung seit dem Ende der Sowjetunion. Sie bewies erstaunliches Durchhaltevermögen, versiegte jedoch im Jahr 2013 aufgrund von inneren Streitigkeiten und der repressiven Reaktion des Staates. und im Koordinationsrat der OppositionDer Koordinationsrat der Opposition entstand im Zuge der Massenproteste 2011/2012 als gemeinsames Gremium der am Protest beteiligten politischen Akteure. Er stellte einen Versuch dar, die außerparlamentarische Opposition zu konsolidieren und institutionalisieren. Nach etwa einem Jahr gemeinsamer Arbeit wurde jedoch immer deutlicher, dass die unterschiedlichen politischen Ansichten nicht miteinander vereinbar waren, und so stellte der Koordinationsrat Ende Oktober 2013 seine Arbeit ein. wurde sie von allen vom Staat kontrollierten Fernsehsendern gefeuert. Arbeitslos wurde Sobtschak allerdings nicht: Sie wechselte zum damals gegründeten unabhängigen Fernsehsender DoshdDoshd (TV Rain) ist ein unabhängiger TV-Sender, der zur gleichnamigen Medien-Holding mit Sitz in Moskau gehört. Die Doshd-Holding umfasst außerdem die Online-Zeitschriften Bolschoi Gorod und republic. Im Vorfeld des 70. Jahrestags der Leningrader Blockade durch die Wehrmacht stellte Doschd 2014 seinen Zuschauern die Frage, ob „es notwendig war, Leningrad aufzugeben, um hunderttausende Leben zu retten“ (während der Leningrader Blockade kamen über eine Million Menschen um). Die Frage löste einen landesweiten Skandal aus, die meisten Kabelnetzbetreiber sowie Provider von Satelliten-Fernsehen stellten daraufhin ihre Zusammenarbeit mit Doschd ein. Seitdem kann der kremlkritische Bezahlsender in großen Teilen des Landes nur noch über Internet empfangen werden.  . Mit ihrem Interview-Format Sobtschak shiwjom (dt. Sobtschak live) und weiteren Sendungen wurde sie zum bedeutenden Teil der oppositionellen Medienwelt. Die Opposition nahm Sobtschak jedoch nie ganz als „eine von uns“ wahr. Das wurde besonders deutlich an den Medienreaktionen, als sie am 18. Oktober 2017 ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2018 verkündete.

„Ich bin Xenia Sobtschak, ich bin 36 Jahre alt“ – Xenia Sobtschak bewirbt sich für die Präsidentschaftswahl 2018 / Foto © Gennadi Guljajew/Kommersant

„Ich bin Xenia Sobtschak, ich bin 36 Jahre alt“, so beginnt das Video, mit dem sie am 18. Oktober 2017 den Startschuss für ihre Wahlkampagne gibt. Die 1981 in LeningradDie 1703 vom Zaren Peter dem Großen gegründete und nach seinem Schutzheiligen, Apostel Simon Petrus, benannte Stadt Sankt Petersburg wurde 1914 zum ersten Mal umbenannt. Sie hieß bis zu Lenins Tod im Jahr 1924 Petrograd. Dann wurde der Name zu seinen Ehren in Leningrad geändert. Seit 1991 heißt sie wieder Sankt Petersburg, umgangssprachlich meist Piter genannt. geborene TV-Moderatorin wird allerdings erst Anfang November 36 Jahre alt. Artikel 81 der russischen Verfassung besagt, dass der Präsident oder die Präsidentin mindestens 35 Jahre alt sein muss. 

Putin als Taufpate und Patenkind

Xenia wuchs als Tochter von Anatoli Sobtschak auf – des Politikers, dessen Namen das St. Petersburger Museum der Entstehung der Demokratie im modernen Russland trägt. Anatoli Sobtschak, habilitierter Jurist und Professor der Leningrader Universität, war zwischen 1991 und 1996 Bürgermeister St. Petersburgs, aus seinem Kreis stammen viele später hochrangige Politiker und Topmanager. Während spekuliert wird, ob Wladimir Putin Xenias Taufpate ist (Sobtschak selbst dementiert dies), bezeichnet man ihren Vater selbst oft als Godfather von Wladimir Putin und Dimitri Medwedew: Putin arbeitete in Sobtschaks Apparat als Leiter des Komitees für Außenbeziehungen, Medwedew promovierte bei ihm.

Dieser familiäre Hintergrund prägt Sobtschaks mediale Wirkung und löst allgemeines Misstrauen ihr gegenüber aus. Im Zuge der Bolotnaja-Proteste bat die oppositionelle Zeitschrift The New Times Xenia Sobtschak zu präzisieren, was sie eigentlich zu verlieren habe. Sie antwortete: „Meine Familie ist mit Putin und mit vielen Menschen im Staatsapparat verbunden. Und innerlich war das ein großer Schritt für mich.“1 Zu Putin, der als treuer Mensch gegenüber vielen ehemaligen Kollegen und insbesondere gegenüber seinem ehemaligen Vorgesetzten Sobtschak gilt, hat Xenia einen direkten Draht. 2011 wollte sie sich mit ihm persönlich treffen, um ihren oppositionellen Auftritt anzukündigen, 2017 legte sie offen, dass sie mit ihm über ihre Kandidatur im Voraus sprach. Allein deswegen werfen ihr zahlreiche Kritiker Abhängigkeit von Putin vor und bezeichnen ihre Kandidatur als „Kremlprojekt“. 

In einer Umfrage von 2015 erzielte Sobtschak einen Bekanntheitsgrad von 95 Prozent in der Bevölkerung.2 Eine Mehrheit davon jedoch zeigte eine ablehnende Haltung ihr gegenüber, ungeachtet ihrer Beziehung zu Putin. Das liegt vor allem an ihrem Image als „russische Paris Hilton“, das sich hartnäckig hält – obwohl sie in den vergangenen Jahren als seriöse Moderatorin auftritt.

Sobtschak aus Dom 2

2004 schloss Sobtschak ihr Masterstudium am renommierten Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMODas Staatliche Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (Moskowski gosudarstwenny institut meshdunarodnych otnoschenii MID Rossii, kurz: MGIMO) ist eine 1944 gegründete Universität. Die Hochschule untersteht dem russischen Außenministerium, sie gilt als eine Kaderschmiede und Eliteuniversität für die zukünftige politische Elite des Landes. Gegenwärtig studieren hier rund 6000 Studenten in 12 Fachrichtungen. ) ab. In ihrer Masterarbeit verglich sie die Präsidentschaftssysteme in Russland und Frankreich. Auch wenn ihre Abstammung, ihr Studium und ihre Vernetzung eine hervorragende Karriere im Staatsdienst versprachen, entschied sie sich fürs Showbusiness und übernahm die Moderation einer der meistdiskutierten boulevardesken Reality-Show im russischen Fernsehen: Dom 2Die boulevardeske Reality-Show Dom 2 (dt. Haus 2), etwa vergleichbar mit Big Brother, wird seit  2004 vom russischen Fernsehsender TNT ausgestrahlt. Bis 2012 moderierte unter anderem Xenia Sobtschak die Show. Die Aufgabe der Teilnehmenden ist es, ein Haus zu bauen und währenddessen einen geeigneten Partner zu finden. Das von den Zuschauern auserwählte Gewinner-Paar erhält am Ende das gebaute Haus. Kulturkritiker bemängeln oft den pornographischen Charakter der Show. (dt. Haus 2). Die Sendung, die seit 2004 als Pendant des europäischen Big Brother vom Fernsehsender TNTTNT ist einer von fünf quotenstärksten TV-Kanälen Russlands. Er wurde 1998 gegründet und ging 2001 in der Holding Gazprom-Media auf, dem größten russischen Medienkonzern mit Sitz in Moskau. Die Zielgruppe von TNT sind vor allem Fernsehzuschauer im Alter von 14 bis 44 Jahren. ausgestrahlt wird, brachte ihr nicht nur allgemeine Bekanntheit, sondern auch fast flächendeckende Kritik. Die Show, in der die Teilnehmenden ein Haus bauen und währenddessen einen geeigneten Partner finden müssen, wird oft für ihren pornographischen Charakter kritisiert.3 Dom 2 wurde zum Zweitnamen Sobtschaks: „Sobtschak aus Dom 2“ – so lernten die zahlreichen Zuschauer sie kennen. Und so wird sie heute noch vorgestellt.4

Dazu kommt außerdem ihr exzentrischer Lebensstil in Russlands High Society. Sobtschak, It-Girl und Promi, trägt teure Sachen, gilt als Stilikone und Verkörperung des russischen Glamours. Sie ist energisch, laut und scharfzüngig, reagiert schnell auf Kritik und hat den Ruf, ihre Gesprächspartner häufig aus der Fassung zu bringen.5 So geriet sie immer wieder in Skandale, die in der Boulevardpresse ständig und ausführlich diskutiert werden. Mal handelt es sich um einen öffentlichen Streit bei einer Preisverleihung, mal um einen beleidigenden verbalen Schlagabtausch im Fernsehen oder im Radio. Seit 2012 gab es immer wieder gezielte Diskreditierungskampagnen gegen Sobtschak. Im Zuge der Bolotnaja-Proteste, bei denen sie aktiv dabei war, wurde zum Beispiel ihre Wohnung durchsucht. Die Ermittler fanden eine Million Euro und eine halbe Million US-Dollar in bar. Viele Medien diskutierten die Untersuchung, Fotos davon wurden sowohl im Fernsehen als auch in Printmedien veröffentlicht.6 Ihr schlechtes Image vervollständigen auch zahlreiche Fake-Geschichten und Internet-Meme, die zum größten Teil darauf ausgerichtet sind, sie als unzüchtige und dumme Blonde mit einem „Pferdekiefer“ darzustellen.

Was aber auch ihre schärfsten Kritiker zugeben: Sobtschak ist außergewöhnlich umtriebig. Seit 2004 moderierte sie außer Dom 2 und Sobtschak live auch die Reality-Shows Blondine in SchokoladeDie 2008 gedrehte russische Reality-Serie Blondinka w Schokolade (dt. Blondine in Schokolade) war eine Doku-Soap über das Privatleben von Xenia Sobtschak. Der Show-Titel spielte mit sogenannten Blondinenwitzen, das Konzept war ähnlich dem von The Osbournes. und Der letzte Held, die Entertainment-Show Mädels, die politischen Talk-Shows Gosdep 1, 2, 3 (dt. State Department) und viele andere. Außerdem moderiert sie Rundfunksendungen auf Serebrjani Doshd (dt. Silberner Regen), ist Chefredakteurin bei den Mode-Magazinen L´Officiel und SNC, leitet spezielle Projekte des Medienportals Snob, schreibt Bücher zu Mode und Lifestyle, spielte in Kinofilmen und drehte einige Musik-Videos. Sie ist eine der am häufigsten angefragten und teuersten Veranstaltungsmoderatorinnen, und laut Forbes Russia mit 1,2 bis 2,3 Millionen US-Dollar Einkommen im Jahr seit 2007 in der Top-Ten-Liste der russischen Celebrities präsent.7

Kandidatin „gegen alle“

Am 31. August 2017 veröffentlichte das Wirtschaftsblatt Vedomosti einen Artikel, in dem behauptet wird, dass der Kreml nach einem weiblichen Sparringspartner für Wladimir Putin für die Präsidentschaftswahl 2018 suche. Unter vielen Frauen stand da auch Xenia Sobtschak, als „ideale Variante“. Sie sei klug, glamourös, interessant, aber entspreche nicht einer typisch russischen Frau. „Die Frage ist, ob sie sich traut.“8 Nach langen Diskussionen in den Medien, in denen sie mehrmals als Kreml-Kandidatin angegriffen wurde, verkündete sie ihre Kandidatur am 18. Oktober. Sie wolle eine Kandidatin „gegen alle“ sein, so Sobtschak. Sie wolle wieder einen Zugang zum Staatsfernsehen bekommen, ihre Moderations-Honorare erhöhen, eine landesweite PR-Aktion starten, den Vorschlag Putins nicht ablehnen, sagen dagegen ihre Kritiker.9 Für den Kreml sei sie dagegen die ideale Kandidatin, da sie die Wahlbeteiligung erhöhen, die Stimmen von anderen ernstzunehmenden oppositionellen Kandidaten abziehen und die für Putin – der seine Kandidatur offiziell noch nicht bekannt gegeben hat – sogar in die Höhe treiben könnte.

Was ihr aber am meisten vorgeworfen wird: Sie habe kein Programm, als liberale„Liberal“ kann in der russischen Sprache heute vieles bedeuten. Der Begriff hat mehrere Wandlungen durchgemacht und ist nun zumeist negativ besetzt. Oft wird er verwendet, um Menschen vorzuwerfen, sie seien unfähig, schwach und widersetzten sich dem Staat nur, weil sie zu nichts anderem in der Lage seien. Das liberale Credo vom Schutz der Menschen- und Eigentumsrechte, so heißt es oft, lenke davon ab, dass unter liberaler Führung der Staat zugrunde gehen würde. Kandidatin spiele sie nach Kreml-Regeln, noch dazu kündigte sie ihre Entscheidung an, als Oppositonspolitiker NawalnyAlexej Nawalny ist einer der bekanntesten Oppositionspolitiker und Aktivisten Russlands, der die staatliche Elite in seinen Veröffentlichungen regelmäßig mit schwerwiegenden Vorwürfen zu Korruption und Machtmissbrauch konfrontiert. Er gilt als einer der schärfsten Kritiker Wladimir Putins., der ebenfalls 2018 kandidierenAlexej Nawalny erklärte im Dezember 2016 seine Präsidentschaftskandidatur. Laut russischem Recht darf er zwar eigentlich nicht antreten: Im Februar 2017 wurde er zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt – laut vielen Beobachtern in einem politisch-motivierten Prozess. Seine Wahlkampagne läuft dennoch unberührt davon weiter.  will, im Gefängnis war. Ob sie tatsächlich eine Kandidatin des Kreml ist, ist nicht unumstritten, einen erstmal nur begrenzten Zugang zum Staatsfernsehen hat sie aber schon: Nach einigen Jahren TV-Sperre sendete der Erste KanalDer Erste Kanal gilt aufgrund seiner hohen Reichweite als das wichtigste Massenmedium des Landes. Seit dem Ende der Sowjetunion war er stets mehrheitlich im Staatsbesitz – wenn auch seit 1994 unter Beteiligung von Großunternehmern. Er ist ein zentrales Instrument der politischen Kommunikation des Kreml. einen Teil ihres Wahlvideos, in dem sie sich nun nicht nur an das Internetpublikum, sondern an die breite Zuschauerschaft wendet: „Ich bin Xenia Sobtschak, ich bin 36 Jahre alt.“


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1.The New Times: „Mne Putin kak čelovek očen simpatičen, no mne on ne simpatičen kak politik“
2.RBC.ru: WCIOM rasskazal o negativnom otnošenii bol´šinstva rossijan k Sobčak
3.vgl.: Rossiskaja Gaseta: Rašid Nurgalijev ne isklučajet zakrytija skandalnogo realiti-šou „Dom-2“
4.Komsomolskaja Prawda: Sobčak iz Dom 2 idet v presidenty
5.Nach dem skandalösen Interview mit Sobčak musste z. B. die Journalistin Katja Gordon den Radiosender Majak verlassen: Wsgljad: Katja Gordon uvolena
6.Life: Life.ru publikujet foto obyska v kvartire Sobčak. Die Durchsuchung wurde im Rahmen der sogenannten Bolotnaja-ProzesseAls Bolotnaja-Prozess wird eine Reihe von Gerichtsverfahren bezeichnet. Diese wurden nach den Massenverhaftungen beim Marsch der Millionen am 6. Mai 2012 auf dem Moskauer Bolotnaja-Platz initiiert und dauern teilweise bis heute an. Der Vorwurf gegen mehr als 30 mutmaßliche Teilnehmer lautet dabei „Teilnahme an Massenunruhen“ und „Gewaltanwendung gegen Staatsvertreter“. Die meisten der Angeklagten wurden zu Haftstrafen verurteilt. Viele Beobachter schätzen diesen Prozess als politisch-motiviert ein. durchgeführt, bei dem Xenia Sobtschak als Zeugin aussagte. Die Ermittler sprachen von mehreren Umschlägen mit Bargeld. Sie wollten feststellen, ob es sich dabei um Schwarzgeld und eventuell sogar um die sogenannte „schwarze Kasse der Opposition“ handelte. Die Fotos aus Sobtschaks Wohnung wurden noch am Tag der Durchsuchung veröffentlicht. Dies war nicht rechtmäßig. Anfang Juli 2012 tauchte ein Werbespot auf YouTube auf, der angeblich von der Steuerbehörde war: In dem Video sortiert eine Frau, die Sobtschak sehr ähnlich sieht, Geld in Briefumschläge. Auch wenn die Steuerbehörde sich von dem Video distanzierte, sorgte es ein erneutes Aufkommen der Diskussion über Sobtschaks Millionen.
7.Forbes Russia: Ksenija Sobčak
8.Vedomosti: Kandidatom v presidenty Rossii možet stat´ ženšina
9.vgl.: Navalnyj live/YouTube: Sobčak i vybory, vosstanije migrantov...
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