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Wer lebt glücklich in Russland?

Dem Dichter und Publizisten Nikolaj Nekrassow ging es gut, er hätte glücklich sein können. Aber er lebte im 19. Jahrhundert und er lebte in Russland und so füllte er seine persönlichen goldenen Jahre mit der Arbeit an einem PoemWer lebt glücklich in Russland? (Komu na Rusi shit choroscho?), ein unvollendetes Poem von Nikolaj Nekrassow, beschreibt das Bauernleben in den Jahren nach der Abschaffung der Leibeigenschaft. Das Poem gehört in Russland seit Sowjetzeiten zum Schulkanon und gilt als eines der zentralen Werke der russischen klassischen Literatur. über die Unentrinnbarkeit des irdischen Leidens. Glücklich sein im Hier und Jetzt, das können Russen nicht, analysiert der Historiker und Chefredakteur des Portals Snob Nikolai Uskow, selbst eine schillernde Figur des modernen intellektuellen Russland. In seinem kulturhistorischen Essay jedenfalls geht er dem russischen Leiden zunächst einmal an die Wurzeln. Erst wenn alles vorbei ist, sagt er, dann wird es bei uns schön! Beerdigungen sind in Russland der Höhepunkt der Glückseligkeit. Wie kann das sein? Uskow ruft dazu auf, es anders zu machen, auch einmal Russland Russland sein zu lassen, und Erfüllung im individuellen Leben zu suchen.

Quelle Snob

Können Sie sich diese Frage in einem anderen Land vorstellen, etwa in Frankreich? Wer lebt in Frankreich glücklich? Na, alle doch. Und über den existenziellen Abgrund legen sich augenblicklich die Seerosen von Claude Monet. Platanen, der Duft von Kaffee und frischem Gebäck, Vögelchen in den Tuilerien – in Frankreich gibt und kann es keine Hölle geben, höchstens eine unglückliche Liebe, aber die ist etwas Wunderbares. Selbst der Clochard, der eben unter der Brücke Pont Alexandre III aufwacht, erfreut sich an der lieben Sonne und lächelt den frühmorgendlichen Joggern zu. „Bonjour, M’sieur!“

NekrassowNikolaj Alexejewitsch Nekrassow war ein Autor, Kritiker und einflussreicher Publizist, der insbesondere in politisch-revolutionär gesinnten Kreisen eine breite Anhängerschaft fand. Im westlichen Ausland kaum bekannt, gilt Nekrassow in Russland als Nationalheld der Literatur des 19. Jahrhunderts und als moralische Instanz der Kulturgeschichte. Nekrassow begriff Literatur in erster Linie als Medium zum Ausdruck sozialer und politischer Belange. stellte seine verzwickte Frage in jener Epoche unserer Geschichte, die man heute beinahe als ihr Goldenes Zeitalter ansieht. Urteilen Sie selbst: Er arbeitete zwischen 1863 und 1878 an seinem Poem. Die Großen Reformen Alexanders II.Als Reformen Alexanders II. (auch: die Großen Reformen) wird ein Bündel von Gesetzesänderungen bezeichnet, von denen die Abschaffung der Leibeigenschaft 1861 als die wichtigste gilt. Durch weitreichende Strukturreformen sollte das Russische Reich auf die neuen Herausforderungen der Industrialisierung vorbereitet und weiter an europäische Normen herangeführt werden., DostojewskiFjodor Dostojewski (1821–1881) gehört zu den bedeutendsten russischen Schriftstellern. Viele seiner Werke gelten als Klassiker der Weltliteratur, etwa Die Brüder Karamasow, Verbrechen und Strafe oder Der Idiot. Mit seinen erzählerischen Perspektiven, die verschiedene Interpretationen erlauben, entwickelte er eine allgemeine Charakteristik des modernen Romans., TolstoiLew Tolstoi (1828–1910) war einer der bedeutendsten Schriftsteller der russischen Literatur. Sein literarisches Schaffen umfasst drei große Romane (Krieg und Frieden, Anna Karenina und Auferstehung), viele Erzählungen, Dramen und religionsphilosophische Traktate. Während er in der Literatur als von allen geliebter Superlativ gilt, wurde seine religiöse Lehre stark kritisiert und ihm selbst Moralismus und Utopismus vorgeworfen. , TurgenjewIwan Turgenjew (1818–1883) war ein bedeutender russischer Schriftsteller. Er zählt zu den Klassikern der russischen Literatur, seine Werke wie Väter und Söhne prägten sie nachhaltig und beeinflussten viele nachfolgende russische sowie ausländische Autoren. , Ostrowski, Gontscharow, Tschaikowski, Mussorgski, die AkademiemitgliederNach europäischem Vorbild wurde 1757 in St. Petersburg die Kaiserliche Akademie der Künste gegründet. Die langjährige Ausbildung der Maler, Bildhauer, Graphiker und Bildhauer folgte strengen formalen und thematischen Vorgaben. Der Akademie war die wichtigste Instanz für Geschmack und ästhetisches Empfinden. Erst zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ihre Monopolstellung in künstlerischen Belangen aufgebrochen. und PeredwishnikiDie Peredwishniki (dt. Wanderer) waren die erste unabhängige Künstlervereinigung Russlands. Künstler wie Ilja Repin, Viktor Wasnezow und Iwan Schischkin organisierten ab 1870 in ganz Russland Wanderausstellungen mit Motiven aus dem Leben der einfachen Bevölkerung. Die Arbeiten der Gruppe standen für ein erwachendes Heimatgefühl, griffen aber auch sozialkritische Aspekte auf. – faktisch entstand das, was später in beträchtlichem Maß den Begriff Russland ausmachen würde. Doch nein, bei Nekrassow finden wir keine Begeisterung über die Epoche. „Schon ärmre Zeiten sah das Land, bösartigere nicht“ – diese Worte lieh er sich bei der damals höchst angesagten Schriftstellerin Nadeshda Chwoschtschinskaja und bewaffnete damit auf ewig alle Russland-Nörgler: Nur so sprach man meiner Erinnerung nach über die Siebzigerjahre und über die Achtziger- und über die NeunzigerDie 1990er Jahre waren in Russland ein Jahrzehnt des radikalen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs. Demokratischer Aufbruch einerseits und wirtschaftlicher Niedergang andererseits prägten die Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion.- und über die Nullerjahre, von der Gegenwart ganz zu schweigen.

Wenn wir das Poem Wer lebt glücklich in Russland?Wer lebt glücklich in Russland? (Komu na Rusi shit choroscho?), ein unvollendetes Poem von Nikolaj Nekrassow, beschreibt das Bauernleben in den Jahren nach der Abschaffung der Leibeigenschaft. Das Poem gehört in Russland seit Sowjetzeiten zum Schulkanon und gilt als eines der zentralen Werke der russischen klassischen Literatur. aufschlagen, stoßen wir umgehend auf die Quetschprovinz, den Kummerleider-Amtsbezirk, das Kirchspiel Ödendorf. Da ist sie, die Geografie des Goldenen Zeitalters: die Dörfer Flickdorf, Lochdorf, Barfußdorf, Frierdorf, Branddorf und auch Hungerdorf. Nekrassows Absicht zufolge hätte das Poem zu einem Panorama des menschlichen Leidens werden sollen. Bauern, Popen, Gutsbesitzer, Beamte, Handelsleute und sogar der Zar – aus Nekrassows Sicht sind hier alle unglücklich. Unglücklich ist anscheinend auch der Dichter selbst.

Und das, obwohl der Adlige Nekrassow eine glänzende Karriere machte und der womöglich erfolgreichste Verleger und Redakteur der Geschichte des russischen Zeitschriftenwesens war. Er lebte mit einer Frau zusammen, der Schönheit Awdotja PanajewaAwdotja Panajewa (1820–1893) war eine russische Schriftstellerin und Betreiberin eines der wichtigsten literarischen Salons. Ihre 1890 veröffentlichten Memoiren liefern Einblicke in den innersten Kreis dieses Zirkels, zu dem u. a. Dostojewski, Tolstoi, Belinski und Turgenew gehörten. Mit dem Dichter Nikolai Nekrassow lebte sie ab 1848 in einer mehrjährigen inoffiziellen Ehe., aber in der Wohnung ihres Gatten Iwan Panajew. Diese merkwürdige Konstellation sorgte beim Publikum für die unglaublichsten erotischen Fantasien. Als das gewagte Verhältnis mit den Panajews endete, erlebte Nekrassow weitere aufregende Leidenschaften. Und dazu hatte Nikolai Alexejewitsch auch unglaubliches Kartenglück und gewann Hunderttausende von Rubeln. Dank dem finanziellen Wohlstand konnte sich der Dichter einer weiteren seiner aristokratischen Passionen hingeben, der Hetzjagd. Sein mit Eigenmitteln gekauftes Gut KarabichaDas Anwesen Karabicha befindet sich im gleichnamigen Dorf im Gebiet Jaroslawl, ca. 300 km nordöstlich von Moskau. In den 1740er Jahren vom Fürstenhaus Galitzin erbaut, erwarb es 1861 der Dichter Nikolai Nekrassow. Bis 1875 nutzte er das Anwesen als Sommerresidenz. Heute befindet sich hier ein Nekrassow-Museum. im Gebiet Jaroslawl zeugt durchaus anschaulich von den beträchtlichen materiellen Möglichkeiten des Dichters. Und dann erwarb sich dieser vom Schicksal zweifellos verwöhnte Mann plötzlich den Ruf, der größte Leidende der russischen Literatur zu sein. Das Sein bestimmte in keiner Weise sein Bewusstsein.

Der russische Mensch lebt nie im Frieden mit seiner Zeit. Widerstrebend erträgt er sie, mit aufeinandergepressten Lippen und zusammengezogenen Augenbrauen, ist immer irgendwo abseits, am Rand. Unzufrieden brummt er in den Bart, fantasiert entweder von der Vergangenheit oder von der Zukunft. Dort war oder wird alles anders sein als in der verzwickten Gegenwart.

Die Nekrassow vorausgegangene Generation adliger Gutsbesitzer hatte von der Aufhebung der LeibeigenschaftLeibeigene im zaristischen Russland waren zumeist Bauern, die im Besitz des Gutsherrn waren; sie mussten sein Land bewirtschaften und für die eigene Bewirtschaftung seines Landes Abgaben zahlen. Die Leibeigenschaft wurde 1861 abgeschafft, in der Regel jedoch blieben die Bauern von den Gutsherren wirtschaftlich abhängig. geträumt. Nicht etwa deswegen, weil ihnen das in irgendeiner Hinsicht, zum Beispiel für die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft, nützlich gewesen wäre. Im Gegenteil, die Aufhebung der Leibeigenschaft bedeutete ihren Ruin. Doch der Besitz von Leuten war für die adligen RevolutionäreAls Dekabristen werden die Offiziere der kaiserlichen Armee bezeichnet, die am 14./26. Dezember (russ. dekabr) 1825 in St. Petersburg einen Eid auf den neuen Zaren Nikolaus I. verweigerten, um gegen Leibeigenschaft, Zensur und zaristische Autokratie zu protestieren. Die Erhebung wurde bis zum Abend niedergeschlagen, fünf Anführer wurden zum Tode verurteilt, über 100 verbannt. etwas Beschämendes, Schändliches. 1861 hob Zar Alexander II. die Leibeigenschaft dann endlich auf. Die Schande, könnte man meinen, hatte ein Ende gefunden. Doch nein. Nekrassow schreibt:

Fürwahr, die große Kette brach
Und sprang in Stücke ganz:
Das eine Ende traf den Herrn,
Das andre Ende uns!

Die „Schande der Leibeigenschaft“ verwandelt sich unerwartet in eine „große Kette“. Alles ist jetzt schlechter als zuvor. Und so wird es in Russland offenbar immer sein: Mit Stalin wurde das Land zu einem Imperium. In der Sowjetunion waren Bildung und medizinische Versorgung kostenlos, und die Kühlschränke quollen über vor Lebensmitteln. Wenn Putin dereinst abtritt, wird man auch über seine Zeit Legenden erfinden und Lieder darüber singen. Daran zweifle ich nicht im Geringsten.

Glücklich leben in Russland nur die Toten. „Sie haben ausgelitten“, pflegt das hiesige Volk über sie zu sagen. Nekrassow starb an Magenkrebs, es vergingen einige wenige Jahre, und schon begann man sein Jahrhundert als absolut goldenes anzusehen.

Für Tote gibt es bei uns überall einen Weg, für Tote gibt es bei uns überall EhrenSarkastische Umformulierung einer Zeile aus dem „Lied über die Heimat“ (Pesnja o Rodine, 1936), einem der populärsten sowjetischen Lieder. Im Original lautet die Zeile: „Der Jugend stehen bei uns alle Wege offen/den Alten wird bei uns allerorts Ehre zuteil.“. Endlich sagt man über dich nur noch Gutes. Man begräbt dich mit herzzerreißendem Enthusiasmus. In Russland war SuworowAlexander Suworow (1730–1800) war ein hochdekorierter russischer General. Er gilt als einer der größten Strategen des 18. Jahrhunderts. Im Siebenjährigen Krieg war er 1760 an der Besetzung Berlins beteiligt, zwang im polnischen Feldzug 1771 Krakau zur Kapitulation und befehligte Truppen in beiden russisch-türkischen Kriegen. Bekannt wurde er auch aufgrund eines strategisch vielversprechenden, jedoch erfolglosen Feldzuges durch die Schweizer Alpen 1799. der erste glückliche Leichnam: „In allen Straßen, durch die sie ihn fuhren, standen die Leute dicht an dicht. Alle Balkone und sogar die Hausdächer waren voller bekümmerter, weinender Zuschauer“, erinnert sich SchischkowAlexander Schischkow (1754–1841) war Admiral, Schriftsteller und Minister für Volksbildung. Er zeichnete verantwortlich für die Verschärfung der Zensurbestimmungen im Jahr 1826, die als Reaktion auf den Dekabristenaufstand erfolgte.. Später würde Puschkins und TolstoisLew Tolstoi (1828–1910) war einer der bedeutendsten Schriftsteller der russischen Literatur. Sein literarisches Schaffen umfasst drei große Romane (Krieg und Frieden, Anna Karenina und Auferstehung), viele Erzählungen, Dramen und religionsphilosophische Traktate. Während er in der Literatur als von allen geliebter Superlativ gilt, wurde seine religiöse Lehre stark kritisiert und ihm selbst Moralismus und Utopismus vorgeworfen. Begräbnis folgen. LeninsNach der Februarrevolution, die zur einer Doppelherrschaft von Provisorischer Regierung und Arbeiter- und Soldatensowjet geführt hatte, fixierte sich Lenin auf den gewaltsamen Sturz der Provisorischen Regierung. Die bolschewistische Partei wurde zum Anziehungspunkt für alle unzufriedenen, radikalen und anarchistischen Elemente, die durch die revolutionären Ereignisse aufgewühlt worden waren. Nach dem misslungenen Juliaufstand nutzte Lenin die politische Krise und das Machtvakuum aus, um seine Strategie des bewaffneten Aufstandes im Oktober 1917 zu verwirklichen.  und Stalins Begräbnis. WyssozkisWladimir Wyssozki (1938–1980) war Dichter, Schauspieler und einer der bedeutendsten russischen Liedermacher des 20. Jahrhunderts. In seinen Texten und Liedern, die untrennbar mit seiner rauhen markanten Stimme verbunden sind, setzte er sich kritisch mit dem Alltag in der Sowjetunion auseinander. Trotz Radio- und Konzertverbots besaß er eine immense Popularität in der Bevölkerung. Grundlage hierfür waren zunächst populäre Filme und später unter der Hand verbreitete Amateur-Mitschnitte seiner illegalen Konzerte. Begräbnis, SacharowsDer Physiker und später weltbekannte sowjetische Dissident Andrej Sacharow ist der Vater der sowjetischen Wasserstoffbombe. Nach einer inneren Kehrtwende engagierte er sich zunehmend gegen atomare Aufrüstung und für die Wahrung der Menschenrechte. 1975 wurde er für sein Schaffen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Begräbnis. JelzinsBoris Jelzin (1931–2007) war der erste demokratisch gewählte Präsident Russlands. Er regierte von 1991 bis 1999, seine Amtszeit war durch tiefgreifende politische und ökonomische Krisen geprägt. Jelzin setzte massive Reformen in Gang: unter anderem ein Programm zur Privatisierung von Staatseigentum und ein folgenschweres Programm zur Umgestaltung der politischen Kultur. Letzteres bezeichnen viele Wissenschaftler als „Entsowjetisierungs-Programm.” Begräbnis. Begräbnis, Begräbnis, Begräbnis. In Russland sind Hochzeiten immer missraten, versoffen und vulgär. Hochzeit – das bedeutet Schlägereien und protzige Uhren wie die von PeskowDimitri Peskow ist seit dem Machtantritt Putins für dessen Pressearbeit zuständig und gilt als offizielles Sprachrohr des Kreml. Üblicherweise für die Krisen-PR verantwortlich, sorgte er mehrfach selbst für negative Schlagzeigen, unter anderem im Rahmen der Panama Papers.. Dafür sind die Begräbnisse majestätisch.

Der Tod ist der Übergang zur Unsterblichkeit, ist der Sieg über das verhasste Leben. Stalin muss etwas in der Art in Bezug auf den nationalen Charakter gefühlt haben. Denn er war es, der das Feiern von Todestagen initiierte. 1937 feierte das Land im großen Stil den 100. Todestag Puschkins. Pioniere salutierten ihm, Bauern brachten Gaben dar und Stachanow-ArbeiterDie Stachanow-Bewegung war eine von der Staatsführung geförderte Initiative zur Steigerung der Produktivität der sowjetischen Wirtschaft. Sie ist benannt nach dem Bergarbeiter Alexej Stachanow (1905–1977), der während einer Schicht im Jahr 1935 ein Vielfaches der vorgeschriebenen Menge Kohle gefördert hatte. Es handelte sich jedoch um eine entsprechend vorbereitete Inszenierung, die in der Folge benutzt wurde, um einen Wettbewerb zur Steigerung der Arbeitsleistung zu propagieren. nahmen aus Anlass des Festes erhöhte sozialistische Verpflichtungen auf sich. 1952 feierte die jubelnde Volksmenge den 100. Todestag GogolsNikolaj Gogol (1809–1852) war ein ukrainisch-russischer Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Klassiker russischer Literatur, seine Werke wie Der Mantel, Der Revisor oder Die Toten Seelen werden von Literaturwissenschaftlern als wegweisend für viele nachfolgende Autoren gewertet. . Auf einem Boulevard wurde ein lebensfroher, breitschultriger Bursche aufgestellt, während man AndrejewsNikolai Andrejew (1873–1932) war ein russischer und sowjetischer Bildhauer. Sein Denkmal für Nikolai Gogol wurde 1909 zum 100. Geburtstag des Schriftstellers errichtet. Das Denkmal wurde als unangemessen trübselig kritisiert. 1952 wurde es schließlich durch eine Skulptur des Dichters im Stil des Sozialistischen Realismus ersetzt. depressive Jammergestalt den Blicken entzog. GogolNikolaj Gogol (1809–1852) war ein ukrainisch-russischer Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Klassiker russischer Literatur, seine Werke wie Der Mantel, Der Revisor oder Die Toten Seelen werden von Literaturwissenschaftlern als wegweisend für viele nachfolgende Autoren gewertet.  quälen bei seinem Eintritt in die Ewigkeit keine Koliken und Zweifel mehr, er ist selbstbewusst, gesund und fröhlich.

Übrigens heißt das eindringlichste Poem über unsere Heimat ja Die toten SeelenDie Handlung des Romans Mertwyje duschi (1842, dt. Die Toten Seelen) kreist um einen russischen Beamten (Tschitschikow), der sich als Gutbesitzer ausgibt und anderen Gutbesitzern verstorbene Leibeigene, die laut Volkszählung noch am Leben sind, abkauft. Diese will er dann gegen Geld versetzen. Seine Pläne werden jedoch aufgedeckt.. Schon seit siebzig Jahren sind wir stolz darauf, der Gefallenen zu gedenken, und scheren uns dabei kein bisschen um die am Leben Gebliebenen. Das wichtigste Ereignis in der Geschichte des Landes ist ein mörderischer Krieg. Mit einem unguten Leuchten in den Augen kämpfen Historiker und die Gesellschaft dafür, dass die Opfer dieses Kriegs so furchtbar wie möglich aussehen: nicht sieben Millionen, sondern zwanzig, nicht zwanzig, sondern siebenundzwanzig, und wenn man auch die Ungeborenen dazuzählt, ganze fünfzig Millionen. Nein, hundert! Der wichtigste Politiker des Landes ist auch sein wichtigster Henker, Josef Stalin. Das wichtigste Heiligtum ist das Grabmal des unbekannten SoldatenEine Gedenkstätte (eingeweiht 1967) im Alexandergarten in Moskau, an der westlichen Mauer des Kreml. Sie ist den im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten gewidmet. Im Zentrum brennt ein ewiges Feuer. 2009 wurde die Gedenkstätte in den Rang eines Nationaldenkmals erhoben.. Das Land unterdrückt, quält, mordet, plündert, vertreibt und fordert dann die Asche der glücklich am Leben Gebliebenen zurück, um sie hier zu begraben. Mit allen Ehren. Welch erbitterte Grabenkämpfe führte man wegen der sterblichen Überreste Brodskys und jetzt Rachmaninows.

„Die Toten haben keine Schande“Ein archaischer Ausdruck, der dem Fürsten Swjatoslaw I. (942–972) zugeschrieben wird und mit dem er sich vor dem Kampf gegen die Byzantiner an seine Truppen gewendet haben soll, im Sinne: „Der Tod im Feld ist stets ehrenvoll.“ Hier allerdings wird er verwendet in der Bedeutung nach Wladimir Majakowskis Poem Krieg und Frieden (1917): „Über die Toten darf man nichts Schlechtes sagen.“, sagte Fürst Swjatoslaw IgorewitschSwjatoslaw I. (942-972) war Großfürst der Kiewer Rus seit 962. Fast seine gesamte Regentschaft über befand er sich auf Kriegs- und Eroberungszügen, während er die Verwaltung der Rus seinen drei Söhnen Jaropolk, Oleg und Wladimir überließ., der Vater des heiligen WladimirMit der Annahme des Christentums durch den Großfürsten Wladimir im Jahr 988 begann die Christianisierung des Kiewer Reiches. Wladimir gehört zu den russischen Nationalheiligen. In der Gegenwart dient er als Symbolfigur sowohl russischer als auch ukrainischer Staatlichkeit.. Letzterem will man übrigens, natürlich zum 1000. Todestag, ein Denkmal aufstellen. Die Toten haben keine Schande, dafür haben die Lebenden so viel, wie sie nur können, die Lebenden leben in KommunalkasEine Kommunalka ist eine Wohnung, die gleichzeitig von mehreren Familien bewohnt wird. Die Wohnform nahm ihren Anfang nach der Revolution von 1917, als große Wohneinheiten wohlhabender Familien auf mehrere Familien aufgeteilt wurden. Anfänglich als Not- und Übergangslösung gedacht, etablierte sich die Kommunalka bald als permanenter lebensweltlicher Ausnahmezustand und soziale Instanz. Seit der Perestroika ist es das große Ziel eines Jeden, diese Wohnform gegen eine Einzelwohnung einzutauschen. und BarackenEinfache Holzhäuser in leichter Bauweise mit einfach verglasten Fenstern und nahezu ohne Wärmedämmung., schuften und saufen, verblöden und verrohen. Die Lebenden beneiden die Toten.

Eine hübsche Erklärung für diese nationale Nekrophilie könnte der spontane Platonismus der Russischen WeltDas Konzept der russischen Welt wurde in den Jahren 2006/07 entwickelt und hat seitdem an Popularität gewonnen. War es zunächst eher ein kulturelles Konzept, das die soziale Bindungskraft russischer Sprache und Literatur betonte (es existiert eine gleichnamige kulturpolitische Stiftung), so dient es heute auch zur Legitimierung außenpolitischer Aktionen, die den Einfluss Russlands im postsowjetischen Raum stärken sollten. anschauung sein, den wir zusammen mit dem orthodoxen Glauben von den Griechen übernommen haben sollen. Die wahre Welt ist ein Jammertal, hier gilt es zu leiden und zu darben, das echte Leben kommt danach, beispielsweise jenseits des Grabs. Der Katholizismus stand tatsächlich unter geringerem Einfluss von Seiten Platons, orientierte sich vornehmlich an den Stoikern und Aristoteles und vermochte deshalb eine Generation glücklicher Menschen zu erziehen, die im Heute leben und sich an Monets Seerosen, der Sonne und dem Wein erfreuen. Denn diesen trinkt man wirklich, um sich zu erfreuen. Den Wodka, um zu vergessen.

Aus der platonistischen Philosophie lässt sich nach Belieben die Ärmlichkeit russischer Wohnungen ableiten, die schiefen Zäune, verwilderten Gärten, Hoftoiletten, die Müllberge am Straßenrand, die himmelschreiende Vernachlässigung von Ästhetik, Hygiene und guten Manieren. Aber hübsche Erklärungen sind selten zutreffend. Wo elementare Armut und Düsternis vieles bestimmen, darf man nicht nach Philosophie suchen.

Ich vermute den Grund für unsere ewige Fixierung auf das Jenseits eher in den Eigenheiten des nationalen Staatswesens. Die erdrückende Mehrheit der hiesigen Menschen ist nicht nur von der Macht entfremdet, sondern hat auch das Gefühl, nicht einmal über ihr eigenes Leben bestimmen zu können. Nikolai Alexejewitsch Nekrassow selbst hätte, wenn er in England geboren wäre und dort so einflussreiche Zeitschriften herausgegeben hätte, wie es SowremennikDer Sowremennik (dt. Zeitgenosse) war eine 1836 von Alexander Puschkin gegründete und in St. Petersburg herausgegebene Zeitschrift, die sich sowohl literarischen, als auch sozialen und politischen Themen widmete. und Otetschestwennye sapiskiDie Otetschestwennye sapiski (dt. Vaterländische Notizen) waren eine monatlich erscheinende Literaturzeitschrift, die von 1818–1884 in St. Petersburg herausgegeben wurde. Aufgrund der zunehmenden Radikalität der politischen Artikel seit den 1870er Jahren wurde die Zeitschrift 1884 von der Zensurbehörde geschlossen. waren, nicht traurige Poeme geschrieben, sondern Gesetze, und zwar im Unterhaus. Zur Fuchsjagd auf seinem Gut in der Grafschaft Surrey hätten die einflussreichsten Mitglieder der Whigs, Herzöge und Abgeordnete um sich versammelt, nicht progressive RasnotschinzyUrsprünglich von der zaristischen Bürokratie im 17. Jahrhundert eingeführte Sammelbezeichnung für einen sozialen Stand, der sich aus Inhabern verschiedener Dienstgrade zusammensetzte (rasnyje tschiny). Im 19. Jahrhundert bezeichnete der Begriff Angehörige der gebildeten Schicht (Intelligenzija)..

Die denkenden Menschen, die in ganz Europa zur Lokomotive der sich entwickelnden bürgerlichen Gesellschaft wurden, verdrängte man unsere gesamte Geschichte hindurch von jeglichen Entscheidungsbefugnissen. Im Endeffekt suchte sich ihre Sorge um das Gemeinwohl ein Ventil in harter Kritik am Geschehen, im Gram und in der Verachtung der Gegenwart.

Glücklich lebten in Russland wohl nur diejenigen, die sich nicht mit verzwickten Fragen quälten, sondern die Dinge anpackten und die Gegenwart als beste aller möglichen Welten ansahen. Solche Macher gab es zu jeder Zeit reichlich und doch waren es lächerlich wenige. Mein Ratschlag zur Krise: Lasst Russland in Ruhe, ihr könnt das Land nicht verändern, aber so habt ihr immer noch die Chance auf ein interessantes und bequemes Leben. Puschkin, dem das Schicksal viel weniger Erfolg schenkte als Nekrassow, wusste das:

„… Ich murre nicht deswegen, weil die Götter mir versagten,
In zärtlicher Beschwernis die Steuern zu beklagen
Oder Zarn zu störn, einander zu bekriegen;
Ob es der Presse freisteht, Idioten zu betrügen
Oder ob Zensoren, empfindlich, dumme Schwätzer
Am Spaltenfüllen hindern, kann mich kaum verletzen.
Das sind nur Worte, Worte, Worte weiter nichts,
Auf andre, bessre Rechte leg ich mehr Gewicht;
Die andre, bessre Freiheit ist mir mehr vonnöten;
Vom Zaren abzuhängen oder von Proleten –
Ist das nicht völlig gleich? Gott mit euch!
Aber keinem
Je Rechenschaft zu geben, sich selber nur zu meinen
Beim Schaffen und im Dienst; für Macht und für Livreen –
Gewissen und Gedanken, den Hals nicht zu verdrehen;
Zu schlendern hier und dort, nach eigner Lust und Laune
Die gottgegebne Schönheit der Natur bestaunen,
Und durch die Schöpfungen von Geist und Kunst verführt,
In freudiger Entzückung zu zittern tief gerührt.
– Das nenn ich Glück! Hier liegen Rechte …“

(Deutsch von Eric Boerner)


Pushkin zitiert mit freundlicher Genehmigung des Übersetzers.

Nekrassow zitiert nach: Gedichte und Poeme: Nikolai Alexejewitsch Nekrassow, Nachdichtung von Martin Remané und Rudolf Seuberlich, Berlin [u.a.] 1965 (Aufbau-Verl.)

 

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Nikolaj Nekrassow

Nikolaj Alexejewitsch Nekrassow war ein Autor, Kritiker und einflussreicher Publizist, der insbesondere in politisch-revolutionär gesinnten Kreisen eine breite Anhängerschaft fand. Im westlichen Ausland kaum bekannt, gilt Nekrassow in Russland als Nationalheld der Literatur des 19. Jahrhunderts und als moralische Instanz der Kulturgeschichte. Nekrassow begriff Literatur in erster Linie als Medium zum Ausdruck sozialer und politischer Belange.

Nekrassow (1821–1878), der einer adligen Familie entstammte und gegen den Willen seines Vaters  1838 zum Philologiestudium nach Sankt Petersburg ging, musste sich zunächst durch Privatstunden und kleinere literarische und publizistische Tätigkeiten über Wasser halten. Erst die Bekanntschaft mit Wissarion BelinskiWissarion Belinski (1811–1848) war der Erfinder der modernen Literaturkritik in Russland. Er lag im Dauerclinch mit dem zaristischen Regime und war der geistige Vater der Radikalen der 1860er Jahre. Literatur sah er als ein Vehikel politischer Agitation, er kämpfte für soziale Veränderungen und schrieb mit unbändiger Leidenschaft über Literatur. In der Sowjetunion als Vordenker eines utopischen Sozialismus beispiellos glorifiziert, sind noch heute Hunderte von Plätzen und Straßen nach ihm benannt. im Jahr 1843, dem Nestor der russischen Literatur und Förderer junger Autoren, verhalf ihm zu ersten Erfolgen. Mitte der 40er Jahre gab Nekrassow „physiologische Skizzen“ heraus, Sozialreportagen, die sich teils kritisch, teils sentimentalistisch und nicht selten unfreiwillig komisch mit den Petersburger Armenvierteln und den vielfältigen Nöten ihrer Bewohner auseinandersetzen. Sie versammelten jene klassischen Autoren, die später als Vertreter der Natürlichen Schule in die russische Literaturgeschichte Eingang fanden.

Nekrassow erwarb durch seine vielfältigen redaktionellen Tätigkeiten eine vorzügliche publizistische Reputation und konnte so 1846 die renommierte Zeitschrift Der Zeitgenosse kaufen, die er schrittweise zu einem der wichtigsten Publikationsorgane für politische und ästhetische Debatten umbaute und profitabel machte. Ab Mitte der 50er Jahre driftete der Zeitgenosse unter dem Einfluss radikaler Kräfte wie Nikolaj Tschernyschewski immer stärker in Richtung eines politisch-revolutionären Extremismus , so dass die Zeitschrift in Konflikt mit den zaristischen Behörden geriet und 1866 schließen musste. Nekrassow übernahm daraufhin mit den Vaterländischen Annalen eine andere zentrale literaturkritische Zeitschrift, die er bis zu seinem Tod herausgab.

Den literarischen Druchbruch brachte 1856 sein erster großer Gedichtband, in dem das lyrische Ich als moralische Instanz angelegt ist und zu gesellschaftlichem Engagement gegen soziale Missstände aufruft. Zuvor waren die Zensurbestimmungen in Russland deutlich gelockert worden. In Der Dichter und der Bürger, einem Manifest politisch ambitionierter Literatur, schreibt Nekrassow: „Es wird Zeit aufzustehen, du weißt selbst / welche Zeit begonnen hat.“ Das monumentale Epos Wer lebt in Russland glücklich? (1863–1877), ein Panorama der verschiedenen sozialen Typen der russischen Gesellschaft, kann als Opus magnum Nekrassows gesehen werden. Nekrassow starb vor der endgültigen Fertigstellung des Buchs, nachdem er bereits über Jahre an verschiedenen schweren Erkrankungen gelitten hatte. Seine Popularität war zu dieser Zeit so groß, dass zu seiner Beerdigung Tausende von Anhängern auf dem Nowodewitsche-Friedhof in Moskau zusammenströmten.

Der Vorzeigedichter auf sowjetischen BriefmarkenNekrassows Geltung in der Literaturgeschichte sichert besonders die innovative Übertragung diverser sprachlicher Mittel aus Folklore und mündlicher Volksdichtung in den lyrischen Mainstream. Das Verwischen von Gattungsgrenzen und die Einarbeitung erzählerischer Elemente in die Lyrik lassen sich deutlich in den Versepen seines Spätwerkes erkennen. Die sowjetische Rezeption hat Nekrassow später zum „demokratischen“ Vorzeigedichter erhoben und verklärte die Texte zu progressiven Vorboten der Revolution von 1917. Diese stereotype Mystifizierung der gesellschaftlichen Tätigkeiten Nekrassows in der Sowjetunion verhinderte lange Zeit eine kritische Auseinandersetzung mit seinem Werk. Jüngere Untersuchungen heben ambivalente Merkmale in der Biographie Nekrassows hervor und zeichnen eher das Bild eines zerrissenen Intellektuellen des 19. Jahrhunderts. Diese Deutungen verstehen den tugendhaften und teils asketischen Impetus in Nekrassows Werken als Teil einer politischen Selbststilisierung, ein bewusstes Spiel mit verschiedenen Identitätsentwürfen. Nekrassows Moralisieren erscheint in grellem Kontrast zu seiner eigenen zügellosen Genusssucht, die bereits unter Zeitgenossen Anlass zu allerlei spekulativer Legendenbildung gab.

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