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Uralwagonsawod

Uralwagonsawod (UWS) (wörtl. Uralwaggonwerk) ist ein großes und wichtiges russisches Maschinenbauunternehmen, das in der Stadt Nishni Tagil im Uralgebirge beheimatet ist. UWS stellt neben Schienenfahrzeugen, Bau- und Landwirtschaftsmaschinen vorwiegend Militärfahrzeuge her und ist der weltgrößte Hersteller von Panzern. Nicht zuletzt aufgrund der Sanktionen Als Reaktion auf die Angliederung der Krim beschlossen sowohl die USA als auch die EU im März 2014 wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Diese umfassen Einreiseverbote für unmittelbar in den Konflikt involvierte russische Politiker und Wirtschaftsführer sowie das Einfrieren von Vermögenswerten. Wegen russischer Unterstützung für die in der Ostukraine kämpfenden Milizen erließ die EU Ende Juli und im September 2014 ein separates Sanktionenpaket. Es besteht aus dem Finanzierungsstopp russischer Staatsbanken, Öl- und Rüstungskonzernen, sowie aus verschiedenen Handelsbeschränkungen. Im Juli 2017 beschlossen die USA zudem, Russland für die Angliederung der Krim, die mutmaßliche Einmischung in den US- Präsidentschaftswahlkampf und für die Unterstützung Baschar al-Assads im syrischen Bürgerkrieg zu bestrafen. Die neuen beziehungsweise modifizierten Sanktionen können bei voller Umsetzung nachhaltig Russlands Rohstoffgeschäft schädigen  (das einen großen Teil des Staatshaushalts ausmacht).gegen Russland musste das Unternehmen 2015 jedoch Invsolvenz anmelden.

Uralwagonsawod, das größte Werk zur Herstellung von Schienenfahrzeugen, wurde zwischen 1931 und 1936 im rohstoffreichen Uralgebirge gebaut und nahm fortan bei der massiven Industrialisierung der Sowjetunion eine zentrale Rolle ein. Mit Beginn des Großen Vaterländischen KriegesAls Großen Vaterländischen Krieg bezeichnet man in Russland den Kampf der Sowjetunion gegen Hitlerdeutschland 1941–1945. Der Begriff ist an den Vaterländischen Krieg gegen Napoleon im Jahr 1812 angelehnt. Galt der Sieg über den Faschismus offiziell zunächst als ein sozialistischer Triumph unter vielen, wurde er seit Mitte der 1960er Jahre zu einem zentralen Bezugspunkt der russischen Geschichte. wurde die Produktion jedoch in kurzer Zeit auf Panzer umgestellt. Zwölf weiter westlich gelegene Fabriken wurden zum Schutz vor dem deutschen Einmarsch hierher evakuiert und es entstand die weltweit größte Panzerfabrik. Von den 50.000 legendären T-34 Panzern – dem meistgebauten Panzer im Krieg – stammen etwa 25.000 aus dem Uralwagonsawod.

Nach dem Krieg erweiterte das Werk seine Produkpalette, stellte aber weiterhin Güter für Militär und auch für das sowjetische Raumfahrprogramm bereit. Heute ist das Unternehmen vor allem für seinen Kampfpanzer T-72, den gegenwärtig meistgenutzten Panzer der Welt (wird in etwa 40 Ländern verwendet), sowie den neueren T-90 bekannt.

T 72

Da Russland außer Rohstoffen vor allem Militärgüter exportiert, nimmt Uralwagonsawod eine zentrale Rolle für die russische Exportwirtschaft ein. Mitte der Nuller Jahre sollte der Betrieb, der sich seit längerem finanziellen Schwierigkeiten gegenüber sah – so wurde die Entwicklung des T-95 aufgrund mangelnder Investitionen im Mai 2010 eingestellt – privatisiert werden, was jedoch scheiterte. Gestiegene Metallpreise und die sinkende Auftragslage zwangen UWS verstärkt zu Entlassungen und Saisonarbeit. Im Herbst 2014 bat das „Herz der russischen Panzerindustrie“1, nicht zuletzt aufgrund der westlichen Sanktionen, von denen es direkt betroffen war2, um Staatshilfen in Milliardenhöhe3. Nachdem die russische Alfa-Bank im Mai 2015 bereits damit gedroht hatte, gerichtlich ein Insolvenzverfahren zu erzwingen, da eine Tochterfirma von UWS ihren Verpflichtungen der Bank gegenüber nicht mehr nachkommen konnte, stellte UWS schließlich selbst einen Antrag auf Insolvenz. Anfang September wurde dem Werk eine Staatshilfe in Höhe von 17 Milliarden Rubel bewilligt und so die Insolvenz vorerst abgewendet. Allerdings ist bislang unklar, ob diese Unterstützung zur Fortführung des Betriebs ausreichen wird.4

Uralwagonsawod hat seit 1941 insgesamt über 100.000 Panzer hergestellt, was die Fabrik mit etwa 30.000 Angestellten und einem Jahresumsatz von ca. 5,2 Mrd. Dollar (2012) zum weltweit größten Panzerproduzenten macht.


1.Russia Beyond The Headlines: Out of invaderʼs reach: Uralvagonzavod, heart of Russiaʼs tank industry
2.Die Zeit: Ukraine-Krise: EU schneidet russische Firmen von Geldbeschaffung ab
3.The Moscow Times: Battle Tank Maker Uralvagonzavod Wants $1Bln in State Loan Backing
4.Delovoj kvartal: Torgovyj dom «Tokem» otozval isk o bankrotstve «Uralvagonzavoda»
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Als Reaktion auf die westlichen Sanktionen, die nach der Angliederung der Krim gegen Russland verhängt wurden, reagierte Russland mit Gegensanktionen. Das russische Handelsembargo beinhaltet vor allem Einfuhrverbote für Lebensmittel. Während westliche Hersteller Exportverluste erlitten, verteuerten sich in Russland, nicht zuletzt durch die umstrittene Vernichtung von Lebensmitteln, die Preise für zahlreiche Nahrungsmittel.

Sanktionen

Als Reaktion auf die Angliederung der Krim beschlossen sowohl die USA als auch die EU im März 2014 wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Diese umfassen Einreiseverbote für unmittelbar in den Konflikt involvierte russische Politiker und Wirtschaftsführer sowie das Einfrieren von Vermögenswerten. Wegen russischer Unterstützung für die in der Ostukraine kämpfenden Milizen erließ die EU Ende Juli und im September 2014 ein separates Sanktionenpaket. Es besteht aus dem Finanzierungsstopp russischer Staatsbanken, Öl- und Rüstungskonzernen, sowie aus verschiedenen Handelsbeschränkungen. Im Juli 2017 beschlossen die USA zudem, Russland für die Angliederung der Krim, die mutmaßliche Einmischung in den US- Präsidentschaftswahlkampf und für die Unterstützung Baschar al-Assads im syrischen Bürgerkrieg zu bestrafen. Die neuen beziehungsweise modifizierten Sanktionen können bei voller Umsetzung nachhaltig Russlands Rohstoffgeschäft schädigen  (das einen großen Teil des Staatshaushalts ausmacht).

Zentralbank

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