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Kasimir Malewitsch

Der Name Kasimir Malewitsch (1878–1935) ist untrennbar mit seinem größten Coup verbunden – dem Schwarzen Quadrat (1915, Staatliche Tretjakow-GalerieEin weltweit beachtetes Museum russischer Kunst in Moskau. Den Grundstein legte die private Sammlung des Moskauer Kaufmanns Pawel Tretjakow. Im Jahr 1892 vermachte Tretjakow seine etwa 2.000 Kunstwerke der Stadt Moskau, die dafür eigens ein Gebäude errichtete. Im Jahr 1985 wurde das Museum mit der Sammlung für moderne Kunst zusammengelegt. Heute beherbergt es in mehreren Gebäuden im Stadtzentrum rund 140.000 Kunstwerke., Moskau). Sein im doppelten Sinn ikonisches Gemälde stellt eine Tabula rasa für das Medium Malerei dar und bildet gleichzeitig den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer gegenstandslosen Abstraktion, die bis heute andauert.

Malewitschs Schaffen umspannt Malerei, Grafik und Skulptur sowie Architektur- und Designentwürfe. Zunächst setzt sich Malewitsch mit den westlichen Kunstströmungen des frühen 20. Jahrhunderts wie Post-Impressionismus, Kubismus und Futurismus auseinander. Gleichzeitig beschäftigt er sich mit der visuellen Tradition Russlands – die religiöse Ikonenmalerei mit ihrem festen Formenkanon ist für Malewitschs Suche nach einer universellen Bildsprache prägend.

Schon früh beginnt der in Moskau ausgebildete Künstler damit, die klassischen Gattungsgrenzen aufzubrechen. 1913 gestaltet er das Bühnenbild für die Oper Sieg über die Sonne. Der Entwurf gilt als Vorläufer für Malewitschs Konzept des Suprematismus, der sich durch den Einsatz einfacher geometrischer Formen und ungebrochener Farben auszeichnet.

Mit dem Suprematismus (von lat. Supremus = das Höchste) entwickelt Malewitsch eine radikal neue Bildsprache, die jeden Bezug zur figurativen, illusionistischen Kunst der vergangenen Jahrhunderte verweigert und stattdessen, durch die Rückführung zu einfachsten Formen und Farbkontrasten, das Medium Malerei und das Verhältnis von Raum und Fläche thematisiert. Durch puristische Bildmittel – schwarze oder rote rechteckige Formen, die vor einem weißem Grund zu schweben scheinen – sucht Malewitsch, inhaltlichen Problemen wie dem universellen Streben nach unmittelbarer reiner Erkenntnis nachzuspüren. Auf der Letzten Futuristischen Ausstellung 0,10 in St. Petersburg (damals Petrograd) tritt Malewitsch 1915 mit dem Suprematismus erstmals an die Öffentlichkeit. Das Schwarze Quadrat präsentiert er selbstbewusst in der rechten, oberen Raumecke, dem Ort also, der in russischen Häusern der IkoneDie Ikonenverehrung ist ein zentrales Element der orthodoxen Glaubenspraxis. Als Kultbilder der orthodoxen Kirchen zeigen sie Christus, die Gottesmutter Maria und andere Heilige, zuweilen auch biblische Szenen. Um nach traditioneller Praxis verehrt werden zu können, muss eine Ikone von der Kirche geweiht sein. Durch die Ikone gelangen Gläubige in einen direkten Kontakt mit den dargestellten Heiligen und indirekt auch zu Gott. vorbehalten ist.

„Letzte Futuristische Ausstellung 0,10“ in St. Petersburg

Die OktoberrevolutionAm 25. Oktober (7. November) 1917 stürzten die Bolschewiki die Provisorische Regierung, die nach der Februarrevolution eingesetzt wurde. Die Machtübernahme in Petrograd erfolgte ohne viel Blutvergießen, jedoch schloss sich ihr ein mehrjähriger Bürgerkrieg mit Millionen Todesopfern an. Zahlreiche westeuropäische Staaten unterstützten den Widerstand gegen die Bolschewiki auch militärisch. So nahm die Geschichte der UdSSR ihren Anfang. von 1917 stellt für Malewitsch eine Zäsur dar. Er wird – wie auch Wassily KandinskyWassily Kandinskys künstlerisches Erbe gehört zum Kanon der russischen und deutschen Kunstgeschichte. Dem expressionistischen Frühwerk folgte eine von den Klängen und Harmonien der Musik inspirierte Malerei. Kandinsky war 1911 Mitbegründer der Künstlervereinigung des „Blauen Reiters“ und in den 1920er Jahren Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau. – in kulturpolitische Ämter berufen, steht für einige Jahre dem Museum für künstlerische Kultur in St. Petersburg vor und lehrt an der von Marc Chagall gegründeten Kunstschule in Witebsk, wo er mit der Gründung der Gruppe UNOWIS den Suprematismus weiterträgt.

Nach dem Tod LeninsNach der Februarrevolution, die zur einer Doppelherrschaft von Provisorischer Regierung und Arbeiter- und Soldatensowjet geführt hatte, fixierte sich Lenin auf den gewaltsamen Sturz der Provisorischen Regierung. Die bolschewistische Partei wurde zum Anziehungspunkt für alle unzufriedenen, radikalen und anarchistischen Elemente, die durch die revolutionären Ereignisse aufgewühlt worden waren. Nach dem misslungenen Juliaufstand nutzte Lenin die politische Krise und das Machtvakuum aus, um seine Strategie des bewaffneten Aufstandes im Oktober 1917 zu verwirklichen.  1924 ändert sich nicht nur das politische Klima; auch Experimente in der Kunst werden durch staatliche Vorgaben eingeschränkt, die 1932 in der Doktrin des Sozialistischen RealismusSozialistischer Realismus war seit den 1930er Jahren eine de facto staatlich verordnete Kunstrichtung, die jahrzehntelang die Kunstwelt der Sowjetunion und vieler anderer Ostblockländer prägte. In Kunst, Architektur und Literatur des Sozialistischen Realismus wurden häufig Alltagsszenen realisiert, in denen der Sowjetmensch – analog zur Staatspropaganda – als technikgläubig und optimistisch dargestellt wurde.    gipfeln. Malewitschs radikale und gleichzeitig vergeistigte Abstraktion erfährt Ablehnung – gefordert ist eine vom appellativen Pathos getragene Darstellung der neuen Helden des Arbeiter-und-Bauernstaats in figürlicher Manier.

Womöglich trägt Malewitsch diesem ideologischen Umschwung Rechnung, als er um 1930 mit einer Reihe von Bauern-Darstellungen an sein künstlerisches Frühwerk anknüpft und seine geometrische Formsprache mit gegenständlichen Darstellungen verbindet. Mit dem Selbstportrait von 1933 (Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg) schließt er schließlich an die Manier der Renaissance-Maler an.

Malewitschs Schaffen ist in Russland heute in der Pop- und Konsumkultur angekommen. Das Schwarze Quadrat ziert Seifen, Jutebeutel und Tassen, und an den Souvenirständen auf den Straßen von Moskau und St. Petersburg werden Matrjoschkas mit seinen Bauern-Darstellungen verkauft.

Wie kein anderer seiner Weggefährten steht Malewitsch für den Aufbruch in die Moderne in Russland, für den sich der Begriff Russische Avantgarde etabliert hat. Zahllose russische Künstler haben sich am großen Erbe Malewitschs abgearbeitet. Doch auch für die westliche Kunstgeschichte ist sein Werk bahnbrechend. Künstler von Donald Judd bis Blinky Palermo beziehen sich ausdrücklich auf seine Abstraktion. Eine Ausstellung in der St. Petersburger Eremitage im Sommer 2015 zeigt zudem am Beispiel der Architekturentwürfe von Zaha Hadid, welchen Einfluss Malewitsch selbst auf die Architektur hatte.

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Wassily Kandinsky

Wassily Kandinskys künstlerisches Erbe gehört zum Kanon der russischen und deutschen Kunstgeschichte. Dem expressionistischen Frühwerk folgte eine von den Klängen und Harmonien der Musik inspirierte Malerei. Kandinsky war 1911 Mitbegründer der Künstlervereinigung des „Blauen Reiters“ und in den 1920er Jahren Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau.

Dimitri Vrubel

Der russische Künstler Dimitri Vrubel (geb. 1960) wurde als der Urheber des Bruderkusses an der East Side Gallery bekannt: ein Bildnis der Staatsmänner Breshnew und Honecker an der ehemaligen Berliner Mauer, die einander im sozialistischen Bruderkuss innig zugeneigt sind.

Walenki

Walenki sind nahtlose, in einem Stück gefertigte Filzstiefel aus Schafswolle. Sie halten auch bei großer Kälte warm und gelten deshalb als ideales Winterschuhwerk für die trockenen russischen Winter. Walenki werden als ein Symbol traditioneller russischer Kultur betrachtet, heute aber in erster Linie mit dem Landleben assoziiert.

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Als Lubok werden einfache, meist farbige russische Druckgrafiken bezeichnet, die vor allem im 17. – 19. Jahrhundert verbreitet waren und auch als Volksbilderbögen bekannt sind. Im übertragenen Sinne kann der Begriff „Lubok“ auch für Dinge benutzt werden, die als plump, vulgär oder unbeholfen gelten.

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Die Peredwishniki (dt. Wanderer) waren die erste unabhängige Künstlervereinigung Russlands. Künstler wie Ilja Repin, Viktor Wasnezow und Iwan Schischkin organisierten ab 1870 in ganz Russland Wanderausstellungen mit Motiven aus dem Leben der einfachen Bevölkerung. Die Arbeiten der Gruppe standen für ein erwachendes Heimatgefühl, griffen aber auch sozialkritische Aspekte auf.

Akademie der Künste in St. Petersburg

Nach europäischem Vorbild wurde 1757 in St. Petersburg die Kaiserliche Akademie der Künste gegründet. Die langjährige Ausbildung der Maler, Bildhauer, Graphiker und Bildhauer folgte strengen formalen und thematischen Vorgaben. Der Akademie war die wichtigste Instanz für Geschmack und ästhetisches Empfinden. Erst zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ihre Monopolstellung in künstlerischen Belangen aufgebrochen.

Blokadniki

Blokadniki ist eine Bezeichnung für die Opfer und die Überlebenden der Leningrader Blockade. Während der Belagerung der Stadt vom 8. September 1941 bis 27. Januar 1944 durch die deutsche Wehrmacht kamen über eine Million Leningrader ums Leben. Die meisten Menschen verhungerten oder erfroren, viele starben im Bomben- und Artilleriebeschuss.

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Szene aus dem Film Kin-dsa-dsa! (All rights reserved)