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Wassili Jakemenko

Wassili Jakemenko, Gründer der kremltreuen Jugendbewegung Naschi, ist Günstling und Spielball der Polit-Technologen im Kreml zugleich. Sein Erfolg mit NaschiRegierungsfinanzierte Jugendorganisationen (RFJ) werden in Russland seit 2000 oft als Reaktion auf ein isoliertes politisches Ereignis gegründet oder um (oppositionelle) öffentliche Personen zu diskreditieren. Die sichtbarste und bekannteste dieser Jugendorganisationen ist die im Jahr 2005 gegründete Demokratische Antifaschistische Bewegung Naschi. Sie wurde 2008 in mehrere Unterorganisationen aufgespalten und 2013 faktisch aufgelöst. und seine Karriere in der Regierung beruhten im Wesentlichen auf der Rückendeckung des Putin-Beraters SurkowWladislaw Surkow, den man zuweilen auch als „Putins Rasputin“, „Graue Eminenz im Kreml“ oder „Chefideologen des Landes“ bezeichnet, ist seit 1999 maßgeblich an den Public-Relations-Strategien des Kremls und der Organisation von Putins Wahlkampagnen beteiligt und fungierte darüber hinaus für Lobbygruppen als wichtiger Ansprechpartner in der Regierung.. Jakemenkos Fall 2012 ist aber auch das Ergebnis persönlicher Fehltritte. Allerdings scheint der Kreml ihn in jüngster Zeit für seine Zwecke wiederentdeckt zu haben.  

Wassili Jakemenko, 1971 in LjuberzyLjuberzy ist eine Stadt in der Nähe von Moskau (knapp 200 Tsd. Einwohner). Sie ist durch die Bodybuilder-Bewegung „Ljubera“ (auch: „Ljubery“) Ende der 70er Jahre bekannt geworden; diese wurde wegen ihrer aggressiven Haltung gegenüber anderen Gruppierungen von Jugendlichen zum Synonym einer kriminellen Subkultur. nahe Moskau geboren, wurde als Gründer der kremltreuen Jugendorganisation Naschi bekannt. Naschi avancierte binnen weniger Jahre zur Massenbewegung und mobilisierte insbesondere vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2007/2008 in Russland zehntausende Jugendliche, die mit national-patriotischen Slogans für die Politik Putins auf die Straße gingen.1

Jakemenko pflegt enge persönliche Kontakte zum Kreml. Wladislaw SurkowWladislaw Surkow, den man zuweilen auch als „Putins Rasputin“, „Graue Eminenz im Kreml“ oder „Chefideologen des Landes“ bezeichnet, ist seit 1999 maßgeblich an den Public-Relations-Strategien des Kremls und der Organisation von Putins Wahlkampagnen beteiligt und fungierte darüber hinaus für Lobbygruppen als wichtiger Ansprechpartner in der Regierung., einer der einflussreichsten Polit-Strategen Putins gilt als sein Förderer und Fürsprecher. Mit SurkowWladislaw Surkow, den man zuweilen auch als „Putins Rasputin“, „Graue Eminenz im Kreml“ oder „Chefideologen des Landes“ bezeichnet, ist seit 1999 maßgeblich an den Public-Relations-Strategien des Kremls und der Organisation von Putins Wahlkampagnen beteiligt und fungierte darüber hinaus für Lobbygruppen als wichtiger Ansprechpartner in der Regierung. als politischem Chef-Ideologen im Hintergrund gründete Jakemenko im Jahr 2000 – damals bereits Mitarbeiter in der PräsidialadministrationDie Präsidialadministration (PA) ist ein Staatsorgan, das die Tätigkeit des Präsidenten sicherstellt und die Implementierung seiner Anweisungen kontrolliert. Sie ist mit beträchtlichen Ressourcen ausgestattet und macht ihren Steuerungs- und Kontrollanspruch in der politischen Praxis geltend. – die erste kremltreue Jugendorganisation Iduschtschije WmesteIduschtschije Wmeste war eine russische kremlnahe Jugendorganisation, die im Jahr 2000 von Wassili Jakemenko gegründet wurde, mit dem Ziel der Unterstützung für Präsident Putin. 2005 wurde Iduschtschije Wmeste (wörtlich: die zusammen Gehenden) durch eine neue Organisation mit dem Namen Naschi abgelöst. und 2005 schließlich Naschi, die durch die Regierung Putin ideologisch wie finanziell erheblich unterstützt wurde. Sowohl SurkowWladislaw Surkow, den man zuweilen auch als „Putins Rasputin“, „Graue Eminenz im Kreml“ oder „Chefideologen des Landes“ bezeichnet, ist seit 1999 maßgeblich an den Public-Relations-Strategien des Kremls und der Organisation von Putins Wahlkampagnen beteiligt und fungierte darüber hinaus für Lobbygruppen als wichtiger Ansprechpartner in der Regierung. als auch Putin und MedwedewDimitri Medwedew ist seit 2012 Premierminister und bekleidete von 2008 bis 2012 das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation. Er gehört zu den engsten Vertrauten von Präsident Putin und nimmt, nicht zuletzt als Vorsitzender der Regierungspartei Einiges Russland, eine wichtige Rolle im politischen Systems Russlands ein. haben regelmäßig Veranstaltungen von Naschi besucht. Die Putin-Partei Jedinaja RossijaDie Partei Einiges Russland ist der parlamentarische Arm der Regierung. Ihre Wurzeln entstammen einem Machtkampf zwischen Jelzin und seinen Herausforderern im Jahr 1999. Danach entwickelte sie sich schnell zu einer starken politischen Kraft: Seit 2003 hat sie eine absolute Mehrheit der Parlamentssitze inne. Obwohl sie durchaus eine Stammwählerschaft entwickelt hat, verdankt sie ihren Erfolg zu großen Teilen Putins persönlicher Beliebtheit. hat ihrerseits Naschi-Aktivisten als Nachwuchskader rekrutiert.

2007 gab Jakemenko die Führung von Naschi auf und wurde erneut in den Staatsapparat geholt. Dort übernahm er die Leitung der neu geschaffenen staatlichen Jugendagentur RosmolodjoshStaatliche Jugendagentur, die dem russischen Bildungsministerium untersteht. Die Agentur beschäftigt zahlreiche ehemalige Aktivisten von regierungsfinanzierten Jugendorganisationen. Ihr Leiter ist seit 2014 Sergej Pospelow, der ehemalige Chef der regierungstreuen Organisation „Junge Garde“., die insbesondere die zentrale Verteilung von finanziellen Mitteln an Jugendorganisationen zur Aufgabe hatte. 2012 trat Jakemenko zurück; zeitgleich verkündete er auch das offizielle Ende von Naschi. Über die Hintergründe gibt es unterschiedliche Spekulationen. So wird Jakemenkos Rücktritt mit dem etwa zeitgleichen Ausscheiden SurkowsWladislaw Surkow, den man zuweilen auch als „Putins Rasputin“, „Graue Eminenz im Kreml“ oder „Chefideologen des Landes“ bezeichnet, ist seit 1999 maßgeblich an den Public-Relations-Strategien des Kremls und der Organisation von Putins Wahlkampagnen beteiligt und fungierte darüber hinaus für Lobbygruppen als wichtiger Ansprechpartner in der Regierung. aus der PräsidialadministrationDie Präsidialadministration (PA) ist ein Staatsorgan, das die Tätigkeit des Präsidenten sicherstellt und die Implementierung seiner Anweisungen kontrolliert. Sie ist mit beträchtlichen Ressourcen ausgestattet und macht ihren Steuerungs- und Kontrollanspruch in der politischen Praxis geltend. in Verbindung gebracht. Ein weiterer Grund könnte in Jakemenkos „schlechtem“ Image liegen. Während seiner Zeit als Leiter des staatlichen Jugendkomitees geriet er zunehmend in die Kritik. 2010 bezichtigte ihn eine minderjährige Naschi-Aktivistin des sexuellen Missbrauchs. 2011 klagte ihn die russische Staatsanwaltschaft wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in den 1990er JahrenDie 1990er Jahre waren in Russland ein Jahrzehnt des radikalen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs. Demokratischer Aufbruch einerseits und wirtschaftlicher Niedergang andererseits prägten die Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion. an. Schon länger hatten in den Medien Gerüchte kursiert, Jakemenko habe damals der berüchtigten Gruppe 29 Komplex angehört.2 Tatsächlich hatte er in den 1990er Jahren als Mitbegründer und kurzzeitig auch Mitarbeiter der Firma Akbars Geschäftskontakte mit Mitgliedern der Gruppe 29 Komplex gepflegt.3 Alle Mitbegründer von Akbars, ausgenommen Jakemenko, waren in der Zwischenzeit wegen krimineller Machenschaften zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Jakemenko hat stets alle Vorwürfe bestritten. Die Anklage gegen ihn wurde schließlich aus Mangel an Beweisen fallen gelassen. Der damalige Ministerpräsident Putin sprach ihm persönlich sein Vertrauen aus. Schließlich setzten 2012 Korruptionsvorwürfe Jakemenko weiter unter Druck. Öffentlich wurde bekannt, dass über RosmolodjoshStaatliche Jugendagentur, die dem russischen Bildungsministerium untersteht. Die Agentur beschäftigt zahlreiche ehemalige Aktivisten von regierungsfinanzierten Jugendorganisationen. Ihr Leiter ist seit 2014 Sergej Pospelow, der ehemalige Chef der regierungstreuen Organisation „Junge Garde“. insgesamt 500 Millionen Rubel (etwa 6 Millionen US-Dollar) an Naschi geflossen seien. Jakemenko wurde vorgeworfen, sich dabei auch massiv persönlich bereichert zu haben.4

Foto © Alexej Kudenko / Komersant. Der Leiter der Föderalen Agentur für Jugendangelegenheiten (Rosmolodjosh) Wassili Jakemenko während der Durchführung des allrussischen Forums „Seliger 2009“ in der Region Twer  Bis heute ist Jakemenko in offiziellen Ämtern oder Funktionen nicht wieder in Erscheinung getreten. Offiziell betreibt Jakemenko die Restaurantkette Esch pirog in Moskau. Mehrfache Ankündigungen, eine neue Partei gründen zu wollen, die die Interessen junger Russen zwischen 25 und 30 vertreten soll (Partei der Macht), blieben folgenlos. In den letzten Jahren rief er aber mehrere kleinere gesellschaftliche Initiativen ins Leben, darunter 2013 die Bewegung Iskrenne waschi (übersetzt: Hochachtungsvoll Ihre), die sich zum Ziel gesetzt hat, den von Putin 2005 ausgerufenen Modernisierungs- und Innovationskurs für Russland „von unten“ zu unterstützen. Zuvor hatte man im Kreml angekündigt, eine neue soziale Bewegung auf der Grundlage von Naschi unterstützen und aufbauen zu wollen.5


1.Heller, Regina (2008): Die russische Jugendbewegung „Naschi“: Aufstieg und Fall eines polittechnologischen Projekts der Ära Putin, in: Russlandanalysen Nr. 168, S. 2-4
2.Lenta.ru: „Vedomosti“ rasskazali o prošlom Vasilija Jakemenko
3.Lenta.ru: Rolling Stone rasskažet o svjazach Jakemenko s kriminalom
4.Ein ausführliches Interview mit Jakemenko kurz vor seinem Ausscheiden auf lenta.ru: Poka ne zagorjatsja zdanija: Intervʼju s glavoj Rosmolodeži Vasiliem Jakemenko
5.Vedomosti: Jakemenko osnovyvaet dviženie «Iskrenne vaši»
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Boris Nemzow

Boris Nemzow war einer der bekanntesten Politiker Russlands und galt als scharfer Kritiker Wladimir Putins. In zahlreichen Publikationen machte er auf Misswirtschaft und Korruption in Russland aufmerksam, was ihm viele einflussreiche Gegner einbrachte. Ende Februar 2015 wurde Nemzow in der Nähe des Kreml erschossen. Im Juni 2017 wurden fünf Tschetschenen wegen Mordes verurteilt. Das Urteil ist umstritten, da unklar bleibt, wer die Auftraggeber der Verurteilten sind.

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Das Lager Seliger war ein von 2005 bis 2014 alljährlich stattfindendes Sommercamp für Jugendliche und junge Erwachsene am gleichnamigen Seligersee. Initiiert wurde es von der regierungsnahen Jugendorganisation „Naschi“ („Die Unseren“). Der Seligersee liegt inmitten eines Naturschutzgebietes im Nordwesten Russlands, etwa 350 km entfernt von Moskau.

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Szene aus dem Film Kin-dsa-dsa! (All rights reserved)