Quelle

Kommersant

Kommersant

Kommersant ist eine Tageszeitung, die sich auf Wirtschaftsthemen spezialisiert hat, geht aber auch auf allgemeine gesellschaftliche und politische Themen ein. Die Zeitung wurde vom Journalisten Wladimir Jakowlew im Dezember 1990 gegründet. Die Redaktion positioniert das Blatt als Nachfolger einer gleichnamigen Veröffentlichung, die von 1909 bis 1917 erschien, und hat von dieser auch die  altе Orthographie des Logos mit dem Buchstaben Ъ (Härtezeichen) am Ende übernommen.

Die Zeitung hatte seit ihrer Gründung mehrere Besitzer. Bis 1999 gehörte die ihrem Gründer Wladimir Jakowlew, danach dem Oligarchen Boris Beresowski (1999-2006), seinem Businesspartner Badri Parakazischwili (2006-2008) und seit 2008 ist Alischer Usmanow Inhaber des gleichnamigen Verlagshauses Kommersant.

Kommersant gilt als eine zuverlässige Quelle und wird auch von anderen Medien häufig zitiert. Viele anerkannte Journalisten wie Andrei Kolesnikov und Oleg Kashin arbeiten für das Blatt oder haben für es gearbeitet. Kommersant erscheint in 16 regionalen Ausgaben in Städten wie in St. Petersburg, Samara, Wladiwostok und anderen, zudem gibt es regelmäßig verschiedene thematische Beilagen. Das Verlagshaus veröffentlicht auch eine Reihe analytischer Zeitschriften unter dem Dachtitel Kommsersant, wie Dengi (Geld), Wlast (dt. eigtl. Macht, hier in etwa: Politik), Weekend und Ogonjok (mit Themen aus den Ressorts Gesellschaft und Leben), ausserdem betreibt es das gleichnamige Internet-Portal und den Rundfunksender Kommersant-FM.

 

Eckdaten

Gegründet: 1990
Chefredakteur: Sergei Jakowlew
URL: www.kommersant.ru

Gnosen
en

Moskau – das Dritte Rom

Im prachtvollen, über und über mit goldenen Ornamenten besetzten Facettensaal des Kreml findet im Jahr 1883 die Krönungsfeier des Imperators Alexander III. statt. Während der Zeremonie erklingt die Kantante „Moskau“ von Pjotr Tschaikowski, der Chor trägt inbrünstig die Geschichte des Moskauer Reiches vor. Im vierten Satz erhebt der Bariton die Stimme: Russland, singt er in Weiterlesen

Neueste Gnosen

Nord Stream 2

Putins neuer Energiehebel oder ein wichtiger Beitrag zur europäischen Energieversorgung? Das ist die Frage bei  Nord Stream 2, an der sich die Gemüter erhitzen – auch angesichts der im Juli 2017 beschlossenen US-Sanktionen gegen Russland. Ist „Gas eine Ware“ oder ist „Gas ein Politikum“? Julia Kusznir über die scheinbare Gegensätzlichkeit dieser Argumente. 

Nord Stream 2

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Datscha

Mit dem anbrechenden Sommer leeren sich die russischen Metropolen – das Stadtvolk verlässt seine Wohnungen und zieht für die nächsten Monate auf die Datscha. Henrike Schmidt über den Ort der geselligen Muße, der viele Epocheneinschnitte überlebt hat. 

Rosneft

Jüngsten Medienberichten zufolge soll Altkanzler Gerhard Schröder im September 2017 in den Direktorenrat von Rosneft berufen werden. Als staatliche Energiegesellschaft Anfang der 1990er Jahre gegründet, stieg das Unternehmen in den 2000er Jahren zu einem zentralen Akteur des russischen Energiesektors auf. Rosneft war Hauptprofiteur der Zerschlagung des YUKOS-Konzerns und wurde durch weitere Zukäufe zu einem der mächtigsten Unternehmen Russlands. Der niedrige Ölpreis und die westlichen Sanktionen machen dem Giganten jedoch zu schaffen.

Andrej Kontschalowski

Kaum ein anderer russischer Filmemacher ist so schwierig zu entschlüsseln wie Andrej Kontschalowski. Diskussionsstoff liefert er selbst – mit seinen Filmen und Theaterstücken, mit seinen Aussagen, mit seiner gesellschaftlichen Position, die eine eindeutige Kategorisierung schwierig bis unmöglich macht. 

Lenin in der russischen Revolution

„Vom Fieberwahn gezeichnet“, „Bürgerschreck“ und leibhaftiger „Antichrist in der Einbildung der Spießbürger“ – so schmähten 1917 Lenin nicht nur die bürgerliche Öffentlichkeit, sondern auch die Vertreter der sozialistischen Parteien. Diese Dämonisierung trug dazu bei, dass Lenin eine Aura bekam, in der seine Maßlosigkeit und Manie umso attraktiver wurden. Benno Ennker über den Bolschewisten-Führer im Jahr 1917.

Russland im Ersten Weltkrieg

„Russland wird in hoffnungslose Anarchie stürzen, deren Ausgang nicht vorauszusehen ist“, warnte im Februar 1914 Politiker Pjotr Durnowo den Zaren Nikolaus II. vor möglichen Folgen eines Beitritts in einen großen europäischen Krieg. Robert Kindler über Russland im Ersten Weltkrieg, der als Auslöser der Revolutionen im Jahr 1917 gilt – und in der Erinnerungskultur heute im Schatten der Oktoberrevolution steht. 

Sergej Kirijenko

Als jüngster Premierminister mit 35 Jahren bekam er den Spitznamen „Kinderüberraschung“, heute ist er faktisch Herr über die russische Innenpolitik: Alexander Graef über den Werdegang von Sergej Kirijenko, dem stellvertretenden Leiter der Präsidialadministration.

Anna Achmatowa

Heldin der Nicht-Liebe, „halb Nonne, halb Hure“ oder „klagende Muse“? Christine Gölz über Anna Achmatowa, die Dichterin, die grausame Umwälzungen der Epoche überlebte und die Erinnerung daran in ihren Versen bewahrte.

Gopniki

Russenhocke, Trainingshose und ein aggressiv-tumber Gesichtsausdruck: Als Bürgerschreck verpönt, gilt der Gopnik grundsätzlich als kleinkriminell. dekoder-Politikredakteur Anton Himmelspach überholt dieses Klischee.

Szene aus dem Film Kin-dsa-dsa! (All rights reserved)