Quelle

Echo Moskwy

Echo Moskwy wurde 1990 gegründet und ist damit der älteste unabhängige Rundfunksender Russlands. Der Sender erreicht täglich in vielen Regionen Russlands einige Millionen Zuhörer und findet sich stets unter den Top Ten der Moskauer Radiosender. Der langjährige Chefredakteur Alexej Wenediktow (seit 1998) gilt als ein Urgestein des unabhängigen Journalismus in Russland.

Echo Moskwy, umgangssprachlich einfach Echo genannt, wird oft als eine Bastion der Opposition verstanden. Ursprünglich war Echo eine Gemeinschaftsgründung der Stadt Moskau, der journalistischen Fakultät der Moskauer Staatlichen Universität MGU und der Zeitschrift Ogonjok. Die Gründungsväter Sergej Korsun und Sergej Buntman wollten mit Echo eine „für die UdSSR grundlegend neue Form des Sprechradios“ ins Leben rufen, „die auf die Prinzipien des freien Journalismus gegründet ist, auf die vollkommene Abwesenheit von Propaganda und Gehirnwäsche“1.  In den 1990er Jahren ist der Sender rasant gewachsen und wurde 1998 von der Media-Most-Holding gekauft, die dem Medienmagnaten Wladimir Gussinski gehörte.

Seit 2001 befindet sich der Sender mehrheitlich im Besitz der überwiegend staatlich gehaltenen Gazprom-Media-Holding. Echo bietet aber weiterhin nach allgemeiner Einschätzung eine unabhängige Berichterstattung, interviewt oppositionelle Politiker und verbreitet auch solche Stimmen, die in den Sendern mit großen Reichweiten nie zu hören sind, wie etwa Alexej Nawalny, Yevgenia Albats oder Viktor Schenderowitsch. Der Sender lässt aber auch viele weniger kritische Stimmen zu Wort kommen, etwa den Journalisten Maxim Schewtschenko oder den Schriftsteller Sergej Schargunow.

In den letzten Jahren ist Echo in mehrere Skandale geraten, die die Unabhängigkeit des Mediums zumindest zum Teil in Frage stellten. So tauchten Hinweise auf, dass in Einzelfällen heikle Inhalte vor ihrer Veröffentlichung mit staatlichen Stellen abgestimmt wurden.2 Einige renommierte Journalisten, unter anderem der Mitbegründer von Echo, Sergej Korsun, haben den Sender verlassen, letzterer mit der Begründung: „Der Organismus funktioniert noch, doch das Gehirn ist schon tot.“3 Für viele Probleme und Ambivalenzen der russischen Medienlandschaft kann gerade Echo als exemplarisch gelten.

Echo ist auch zugleich ein Internetportal, auf dem mehrere bekannte Journalisten und Intellektuelle ihre Blogs führen. Die Sendungen werden teils auch als Live-Video im Internet übertragen.

Eckdaten

Gegründet: 1990
Chefredakteur: Alexej Wenediktow
Mehrheitlicher Besitzer: Gazprom-Media-Holding
URL: www.echo.msk.ru


1.Echo Moskwy: Timeline
2.Novaya Gazeta: «Šaltaj-Boltaj» opublikoval predpolagaemuju perepisku glavy Roskomnadzora
3.Korsun, Sergej: O grustnom… Echo Moskvy (1990-2015). R.I.P.

Gnosen
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Die Geiselnahme von Beslan

„Ich dachte, na, das ist ja was, da macht man sogar ein Feuerwerk für die Kinder. Dann flogen Luftballons in den Himmel. Viele Luftballons. Dazu Geknalle. Ich lächelte sogar irgendwie. Dachte, das ist ja ein ungewöhnlicher Appell [anlässlich des Schuljahresbeginns – dek]. Dann rannten sie los, in ihren Tarn-Uniformen. Wahrscheinlich irgendeine Übung, kam mir in den Sinn. Ich stand wie Weiterlesen

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Andrej Swjaginzew

Er war ein Laie, dessen erster Film 2003 mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet wurde. Heute zählt er zu den wichtigsten Regisseuren Russlands. Sein neuestes Werk Neljubow  (dt. Abneigung) läuft jetzt im Wettbewerb von Cannes und kommt am 1. Juni in die russischen Kinos. Eva Binder über den ungewöhnlichen Filmemacher Andrej Swjaginzew, seine Beziehungsdramen im „großen Still“ und die Hetzkampagne rund um seinen Film Leviathan.

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