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    Brocken (Harz)

    Der Brocken im Harz diente ab 1961 als Abhörstation des KGB sowie des sowjetischen Militärgeheimdienstes GRU (Glawnoje raswedywatelnoje uprawlenije, dt. Hauptverwaltung für Aufklärung). Über die dort stationierte Abhöranlage Urian wurden Politiker und Bundeswehr im Westen abgehört, außerdem Militärbewegungen ausgespäht. Insbesondere durch die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen 1983 nach dem Nato-Doppelbeschluss sahen sich die Sowjets bedroht und richteten ein Frühwarnsystem ein. Als die Mauer am 3. Dezember 1989 auch auf dem Brocken fiel, war der höchste Gipfel des Mittelgebirges wieder für die Zivilbevölkerung zugänglich.

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    „Haben wir einen Schlussstrich unter den Krieg gezogen?“

    Mit dieser Zeile spielt die Izvestia auf das in Russland bekannte Antikriegslied Beri Schinel, idi domoi (dt. Nimm deinen Mantel und geh nach Hause) an. Geschrieben wurde es 1975 für den sowjetischen Film Ot sari do sari (dt. Von Sonnenaufgang bis -untergang), gesungen vom sowjetischen Chansonnier und späteren Mitarbeiter der Literaturnaja Gaseta Bulat Okudshawa. Es handelt von der Sehnsucht der Soldaten nach Heimkehr und Frieden am Ende des Krieges. 

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    Nikolaj Ryschkow

    Nikolaj Ryschkow (geb. am 28. September 1929) war von 1985 bis 1991 Vorsitzender des Ministerrats unter Gorbatschow. Dessen Perestroika-Politik sah er teilweise kritisch. 1990 wurde Ryschkow aus dem Politbüro ausgeschlossen und ein Jahr später seines Amtes im Ministerrat enthoben. Zuletzt machte er mit seinem Buch Mein Chef Gorbatschow: Die wahre Geschichte eines Untergangs von sich reden, das 2014 auch auf Deutsch erschien. Die FAZ etwa wertete es als persönliche Abrechnung. Seit 2012 ist Ryschkow Mitglied im Föderationsrat. 

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    Wohnungsbauprogramm (Heimkehrer/Truppenabzug/1990er Jahre)

    Für die Heimkehrer gab es eigens aufgestellte Wohnungsbauprogramme. Doch zum einen erschwerte die Wirtschaftskrise in der Sowjetunion die Finanzierung. Zum anderen befanden sich die 1990 noch geplanten Siedlungen mit dem Zerfall der UdSSR plötzlich verteilt in den drei souveränen Nationalstaaten Russland, Ukraine und Belarus wieder – zwischen denen nun aufwendig neu verhandelt werden musste. Auch der zeitgleiche Truppenabzug aus anderen europäischen Ländern, etwa aus dem Baltikum, Ungarn und Polen, sowie Misswirtschaft und Korruption erschwerten die Unterbringung der rückkehrenden Soldaten.

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    Abzugsmodi

    Im Zwei-Plus-Vier-Vertrag vom 12. September 1990 sowie in einem  Überleitungsvertrag vom 9. Oktober 1990, einigten sich Deutschland und die Sowjetunion auf die Modalitäten des Truppenabzugs der früheren Roten Armee. Die Frist wurde auf Ende 1994 festgelegt. Außerdem sicherte Deutschland eine finanzielle Beteiligung zu, insgesamt knapp 12 Milliarden DM plus Kredite. Der ursprüngliche Abzugstermin Ende 1994 wurde auf Wunsch Deutschlands auf den 31. August 1994 vorverlegt. Im Gegenzug zahlte Deutschland weitere 550 Millionen DM für das Wohnungsbauprogramm.

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    Westgruppe der Truppen

    Die Besatzungstruppen der Sowjets trugen über die Jahrzehnte unterschiedliche Namen: Von 1989 bis zum Abzug der Truppen wurden sie offiziell als Westgruppe der Truppen  (WGT) bezeichnet, die nach dem Zerfall der Sowjetunion Russland zugeordnet wurde. Zuvor gab es in der Sowjetischen Besatzungszone von 1945 bis in die ersten Jahre der DDR hinein die Bezeichnung „Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland“ (GSBT) und von 1954 bis 1988 Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD).

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    Urlaub auf der Krim (Putin)

    Anspielung auf ein Treffen von Wladimir Putin und Mitgliedern des Motorradclubs Nachtwölfe am 10. August 2019 in Sewastopol. 1989 gegründet, sind die Nachtwölfe der größte Motorrad- und Rockerklub Russlands. Sie sind in der Öffentlichkeit präsent, traten bereits einige Male mit Putin auf und organisierten mehrfach nationalistische Musikspektakel, die im Fernsehen übertragen wurden. Nachtwölfe unterstützen die russische Regierung und geben vor, traditionelle russische Werte zu verteidigen, darunter explizit auch die Orthodoxie. 

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    Njonoksa

    Njonoksa ist ein Dorf mit rund 450 Einwohnern in der Oblast Archangelsk, im Nordwesten Russlands. Hier befindet sich ein militärisches Übungsgelände, auf dem Raketen für Atom-U-Boote getestet werden. Anfang August 2019 missglückte ein Raketentest: Offiziellen Angaben zufolge sind bei der Explosion des flüssigen Treibstoffs eines Raketentriebwerks sieben Menschen gestorben. US-amerikanische Experten vermuten demgegenüber, dass es es sich um einen Marschflugkörper mit Atomantrieb handelte. Bisher gab es keine offizielle Bestätigung, dass bei der Explosion Radioaktivität freigesetzt wurde.

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    Alexander Lapin

    Alexander Lapin (1945–2012) war ein russischer Fotograf, Kurator und Fototheoretiker. Er lehrte mehr als 30 Jahre an verschiedenen Hochschulen der Hauptstadt und führte auch informelle Fotografie-Seminare durch. Lapin selbst nahm vor allem schwarz-weiß Bilder auf, viele seiner Werke werden heute weltweit in bedeutenden Museen ausgestellt. Heute gilt Lapin für viele als ein Reformer der Moskauer Schule der Fotografie.

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    Sergej Fomin

    Sergej Fomin (geb. 1983) wird der„Organisation von Massenunruhen“ am 27. Juli 2019 beschuldigt, ihm drohen zwischen 8 und 15 Jahre Haft. Er stellte sich am 8. August der Polizei. Fomin soll außerdem ein Kleinkind auf den Arm genommen haben, um eine Sicherheitsabsperrung zu passieren. Die Moskauer Staatsanwaltschaft fordert nun, den Eltern des Kindes das Sorgerecht zu entziehen: Dadurch, dass sie ihr Kind Fomin überlassen haben, hätten sie das Leben des Schutzbefohlenen in Gefahr gebracht, so die Argumentation. Fomin war einer der Ehrenamtlichen, die Unterstützer-Unterschriften für die Zulassung von Ljubow Sobol (geb. 1987) sammelten – Sobol ist eine von rund 20 OppositionskandidatInnen, die die Moskauer Wahlkommission von der Wahl zum Stadtparlament 2019 ausgeschlossen hatte.  

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