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    Übergabe der Isaakskathedrale an die Kirche

    Im Januar 2017 gab der Gouverneur von Sankt Petersburg bekannt, die größte Kirche der Stadt dem Klerus zurückgeben zu wollen. Das bestehende Museum sollte aber in der Isaakskathedrale verbleiben. Die Interessenvertretung der Museumsmitarbeiter bewertete die geplante Übergabe dennoch als Museumsschließung. Einige tausende Menschen versammelten sich zu Protesten. Laut Beobachtern haben diese Proteste dazu geführt, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche bislang keinen offiziellen Antrag zur Übergabe gestellt hat.

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    Großinvestitionen im Kirchenbau

    Zu den Mäzenen, die den Kirchenbau finanzieren, gehören die russischen Oligarchen Igor Altuschkin (geb. 1970) und Andrej Kosizyn (geb. 1960). Laut Forbes-Liste 2019 liegt Altuschkin auf Rang 25, Kosizyn auf Rang 24 der reichsten Menschen in Russland. Medienberichten zufolge planen die Oligarchen auf dem Gelände des Parks neben dem Kirchenbau auch die Errichtung eines 30-stöckigen Bürogebäudes und mehrerer Wohnhäuser.

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    Patriotische Erziehung der Bürger

    Systematische staatliche Programme zur „patriotischen Erziehung der Bürger“ gibt es in Russland seit 2006. Ungefähr seit dieser Zeit werden an einzelnen russischen Schulen auch entsprechende Lehrinhalte vermittelt. Seit den massiven Protesten des Jahres 2017, an denen viele Jugendliche teilnahmen, diskutiert die russische Duma die Umsetzung eines Programms zur militärisch-patriotischen Erziehung an allgemeinbildenden Schulen. Obwohl einschlägige Inhalte zunehmend an einzelnen Schulen vermittelt werden, gibt es an russischen Schulen bislang kein Pflichtfach. Im Mai 2020 hat Wladimir Putin ein Gesetz in die Staatsduma eingebracht, mit dem Schulen verpflichtet werden sollen, Kindern „Patriotismus und Respekt vor den Helden des Vaterlandes einzuimpfen“.

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    Grundlagen von religiösen Kulturen (Unterrichts-Modul)

    Im Jahr 2006 wurde an Schulen von über 30 Föderationssubjekten Russlands das Unterrichtsfach Grundlagen der orthodoxen Kultur eingeführt: in manchen Regionen als fakultative, in anderen als verpflichtende Komponente des Schulunterrichts. Viele Eltern kritisierten die Einführung bei zahlreichen Protesten. Seit 2012 sind Grundlagen der orthodoxen Kultur russlandweit ein fakultativer Teil des obligatorischen Schulunterrichts-Moduls Grundlagen von religiösen Kulturen und säkularer Ethik.

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    Kirche im Malinowka-Park

    Malinowka ist ein rund 14 Hektar großer Park in Sankt Petersburg. Er wurde in den 1980er Jahren angelegt, seit den frühen 2010er Jahren plant die Stadtverwaltung, hier eine Kirche zu errichten. Die Anwohner protestierten gegen die Entscheidung und kritisierten dabei, dass der Bau die einzige große Grünfläche der Gegend zerstören würde. Zwar wurden die Pläne daraufhin nicht ad acta gelegt, die Bebauung von Malinowka wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.

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    Dimitri Issajew

    Dimitri Issajew (geb. 1956) ist ein russischer Psychiater, Psychologe und Sexualwissenschaftler. Von 2003 bis 2015 leitete er die Fakultät für klinische Psychologie an der Sankt Petersburger staatlichen Universität für Pädiatrie. Auf massiven Druck orthodoxer Aktivisten hin verließ er 2015 die Uni und beendete auch seine Arbeit in einer Kommission, die in Sankt Petersburg Erlaubnisscheine für Menschen mit Geschlechtsanpassungs-Wunsch ausstellt.

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    Kommission zur Geschlechtsanpassung (Transsexualität)

    Obwohl die Weltgesundheitsorganisation WHO Transsexualität 2018 von der Liste der psychiatrischen Diagnosen gestrichen hat, muss ein Psychiater in Russland weiterhin zunächst eine solche Diagnose stellen, um eine Geschlechtsanpassung in die Wege zu leiten. Dazu beobachtet er den Patienten in einer Zeit von einem Monat bis zu zwei Jahren. Nach der Diagnose muss sich die Person einer Kommission stellen, die üblicherweise aus einem Psychiater, einem Psychologen und einem Sexualwissenschaftler besteht. Seit Anfang 2018 gibt es in Russland eine einheitliche Bescheinigung, die solche Kommissionen ausstellen können. Diese Bescheinigung berechtigt zur Durchführung einer Geschlechtsanpassungs-OP und zur Korrektur von Dokumenten.

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    Das Große Spiel

    Ursprünglich bezeichnete der Begriff The Great Game oder Das Große Spiel die Konfliktreihe zwischen Großbritannien und Russland: Von 1813 bis zur Oktoberrevolution 1917 und teilweise noch bis zum britischen Rückzug aus Indien 1947 kämpften die Länder um die Vorherrschaft in Zentralasien. Heute wird der Begriff auch im Zusammenhang mit russischer Geopolitik verwendet: vor allem bei Russlands Bemühungen, die Ukraine, Syrien oder auch Venezuela als eigene Einflusssphäre abzustecken.

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