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    Irina Prochorowa

    Irina Prochorowa (geb. 1956) ist eine russische Literaturwissenschaftlerin, Gründerin und Chefredakteurin von Nowoje literaturnoje Obosrenije (dt. „Neue Literaturrundschau“) – ein Verlag und eine unabhängige philologische Zeitschrift. Prochorowa gilt als eine der bedeutendsten Intellektuellen des Landes. Stärkeren politischen Einfluss gewann sie, als sie 2014 kurzzeitig die Leitung der Partei ihres Bruders übernahm – der Milliardär Michail Prochorow hatte mit der liberalen Bürgerplattform eine Zeit lang politische Ambitionen signalisiert. Nachdem ein großer Teil der Bürgerplattform im Zuge der Angliederung der Krim auf den außenpolitischen Kurs des Kreml umschwenkte, verließ Prochorowa die Partei. 

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    Nikolaj Dessjatnitschenko

    Bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag am 19. November 2017 sprach der russische Schüler Nikolaj Dessjatnitschenko vor dem deutschen Bundestag. Unter anderem sagte er, dass nicht alle deutschen Wehrmachtssoldaten im Krieg kämpfen wollten. Viele russische Politiker und staatsnahe Medien warfen dem Schüler daraufhin Rehabilitierung des Nazismus vor – ein Straftatbestand, der in Russland mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann. Dem Schuldirektor sowie zwei Lehrern aus Dessjatnitschenkos Schule wurden Abmahnungen ausgesprochen.

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    Lewy Front

    Lewy Front (dt. „Linke Front“) ist eine linksradikale Organisation mit Hauptsitz in Moskau. Das Ziel der 2008 gegründeten NGO besteht im Aufbau des Sozialismus in Russland. Einige Vertreter der Front beteiligten sich aktiv an den Bolotnaja-Protesten gegen Wahlfälschungen in den Jahren 2011 bis 2013. Der Koordinator der NGO, Sergej Udalzow (geb. 1977), wurde 2013 wegen seiner Beteiligung und der Organisation von Massenunruhen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung im August 2017 schlug die Lewy Front einen großteils versöhnlichen Kurs gegenüber dem Kreml ein. 

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    durch Geldleistungen ersetzte Vergünstigungen (lgoty)

    2005 versuchte die russische Regierung, die zahlreichen Vergünstigungen für Kriegsveteranen, Menschen mit Behinderung und andere Personengruppen durch Geldleistungen zu ersetzen. Die Reform ist jedoch wegen starker landesweiter Proteste weitgehend gescheitert. Es war die erste größere Welle von Sozialprotesten unter Putin, seine Umfragewerte sackten erstmals seit seinem Amtsantritt deutlich ab.

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    „sie sind da nicht“

    Trotz zahlreicher Indizien dafür, dass offizielle russische Einheiten 2014 die ukrainische Halbinsel Krim besetzten, stritt der Kreml zunächst jede Beteiligung ab und sprach davon, dass es sich um lokale Selbstverteidigungsmilizen handelte. Auch die Frage nach der Beteiligung russischer Streitkräfte am Krieg im Osten der Ukraine wird von offizieller russischer Seite oft mit „sie sind da nicht“ beantwortet. Eine ähnliche Antwort erfolgt oft standardmäßig auf die Frage, ob russische Söldnertruppen am Syrien-Krieg teilnehmen. 

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    betrogene Kapitalanleger

    Viele Neubauprojekte werden in Russland mittels privaten Beteiligungskapitals realisiert. Da solche Beteiligungen rechtlich weitgehend ungesichert sind, kommt es dabei oft zu Kapitalanlagebetrug. Laut offiziellen Zahlen gibt es in Russland derzeit rund 46.000 solcher Fälle. Die Dunkelziffer wird weitaus höher geschätzt. Seit 2017 ist diese Praxis gesetzlich verboten. Da diese Regulierung allerdings Schlupflöcher offen lässt, kommt es immer noch zu vereinzelten Betrugsfällen.

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    DOSAAF

    Die Abkürzung DOSAAF steht für Dobrowolnoje Obschtschestwo Sodeistwija Armii, Awiazii i Flotu (dt. „Freiwillige Gesellschaft zur Unterstützung der Armee, der Luftstreitkräfte und der Flotte“). Es ist eine gesellschaftlich-staatliche Vereinigung zur Förderung der Verteidigungsfähigkeit und der nationalen Sicherheit Russlands. Der Vorläufer von DOSAAF besteht seit 1927, nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde die Organisation neu begründet. Eines der Gründungsmitglieder ist die Kinder- und Jugend-Militär-Erziehungsorganisation Junarmija. Der Zweck von DOSAAF besteht vor allem in militärisch-patriotischer Erziehung russischer Bürger. 

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    Pskow als militärpatriotische Stadt

    Pskow ist eine von 45 russischen Städten des militärischen Ruhms. Dieser Ehrentitel wird für besonderen Mut und Massenheldentum im Kampf um die Freiheit des Vaterlandes verliehen. Pskow besteht offiziell seit dem Jahr 903; vor allem wegen der geografischen Lage an der Westgrenze Russlands war die Region mehrmals Schauplatz von Kriegshandlungen. Zahlreiche Kriegsdenkmäler erinnern noch heute an vergangene Schlachten. 

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    Lew Schlossberg

    Lew Schlossberg (geb. 1963) ist ein russischer Politiker, Bürgerrechtler und Journalist. Er ist Abgeordneter des Regionalparlaments Pskow und leitet dort die liberale Partei Jabloko. Von 2001 bis 2015 war er Herausgeber der unabhängigen russischen Wochenzeitung Pskowskaja Gubernija. Im August 2014 veröffentlichte diese einen Bericht über zwei Soldaten aus der Region Pskow, die mutmaßlich bei Kämpfen in der Ostukraine starben. Der Artikel erzeugte landesweite Aufmerksamkeit. Nach der Veröffentlichung wurde Schlossberg angegriffen und musste sich unter anderem wegen eines Schädel-Hirn-Traumas im Krankenhaus behandeln lassen.

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