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  • Gnose

    Weihnachten, das „Fest der Zukunft“

    Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation Gennadi Sjuganow (geb. 1944) sprach in seinem weihnachtlichen Grußwort vom 6. Januar 2018 über das Weihnachtsfest als einem „Fest der Zukunft“. Die Aufnahme zahlreicher religiöser Themen durch die ehemals betont atheistische Partei ruft in kritischen Medien schon seit einigen Jahren viel Spott hervor.  

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  • Gnose

    Großinquisitor

    Das fünfte Kapitel aus Die Brüder Karamasow von Fjodor Dostojewski (1821–1881). Darin beschreibt er die Wiederkehr Jesu im Sevilla des 16. Jahrhunderts: Die Inquisition wütet, Scheiterhaufen lodern, das Mittelalter ist in seiner dunkelsten Phase. Jesus wird verhaftet und vom Großinquisitor vernommen. Dieser sagt: Die Kirche braucht Jesus nicht mehr, sie hat seine Tat „verbessert“ und die allumfassende Herrschaft des Klerus auf drei Kräften aufgebaut – Wunder, Geheimnis, Autorität. 

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  • Gnose

    Mit dem Pflug übernommen, mit der Atombombe hinterlassen

    Der Satz wird dem ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill (1874–1965) zugeschrieben. Gemeint ist der rasante technologische und militärische Aufstieg der Sowjetunion, die sich unter Stalin von einem rückständigen Agrarstaat zur Atommacht entwickelte. Dieser rasante Aufstieg geschah ohne Rücksicht auf menschliche Verluste und kostete hunderttausende Menschen das Leben.

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  • Gnose

    Sowkodrotschestwo

    Im Original: Sowkodrotschestwo – ein umgangssprachlicher und ironisch-vulgärer Ausdruck, der Sowjetnostalgie kritisiert. Die Wortneuschöpfung, die dem Slang zuzuordnen ist, kombiniert hierbei den Stamm Sowok (abwertende Bezeichnung der Sowjetunion, dt. „Kehrblech“) mit der Substantivierung des russischen Verbes drochit (dt. „wichsen“). Derjenige, der also allzu positiv über die Sowjetunion denke, hole sich einen auf die sozialistische Vergangenheit Russlands runter, ohne sich ernsthaft und ehrlich mit dieser auseinanderzusetzen.

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  • Gnose

    Segnung von Trägerraketen

    In der Föderalen Weltraumagentur Russlands ROSKOSMOS ist es seit einigen Jahren Brauch, Weltraumraketen vor ihrem Start ins Weltall durch einen orthodoxen Priester segnen zu lassen. Die Zeremonie, bei der die Raketen vom Priester mit Weihwasser besprengt werden, soll helfen, Unfällen vorzubeugen. Der Chef der Weltraumagentur Igor Komarоw (geb. 1964) erklärt die offiziell nicht vorgesehene Zeremonie mit dem Recht der freien Religionsausübung.

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    Prozessionen von Verkehrspolizisten

    Anspielung auf eine Prozession, die Verkehrspolizisten der südrussischen Krasnodarer Region im November 2017 veranstaltet haben. Gemeinsam mit dem Vorsteher des örtlichen Klosters gingen sie dabei über einen besonders unfallträchtigen Abschnitt einer Fernverkehrsstraße. Im Runet rief die Aktion Häme hervor: Die Polizisten würden für weniger Verkehrstote beten anstatt ihre eigentliche Arbeit zu tun, so der Tenor. Die Prozession fand am 18. November 2017 anlässlich des Tages der Verkehrsopfer statt, der weltweit begangen wird.

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    TV Spas

    Der private russische Fernsehsender Spas (dt. Erlöser) steht der Russisch-Orthodoxen Kirche nahe. Die landesweit empfangbaren Inhalte des 2005 gegründeten Senders verbreiten größtenteils religiöse und patriotische Botschaften. Haupteigentümer ist die Moskauer Patriarchie – die Zentrale aller Organe, die dem Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus unterstehen. Das Programm besteht aus Nachrichten, Talkshows, Dokumentationen und Predigten. Der russlandweite Marktanteil von Spas liegt bei unter einem Prozent.

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    Film Walaam

    Am 14. Januar 2018 wurde auf dem staatlichen russischen Fernsehsender Rossija 1 der Dokumentarfilm Walaam des Regisseurs Andrej Kondraschow (geb. 1973) erstmals ausgestrahlt. Dieser begleitet Wladimir Putin bei seiner Wallfahrt ins Kloster Walaam und beleuchtet die wechselhafte Geschichte dieses orthodoxen Klosters. Auch generelle Fragen kommen zur Sprache: beispielsweise zur Zukunft des Landes, zur Rolle des Glaubens im heutigen Russland oder zur einenden Kraft der russischen Orthodoxie.

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  • Gnose

    Kloster Walaam

    Das orthodoxe Kloster Walaam befindet sich auf der knapp 30 Quadratkilometer großen gleichnamigen Hauptinsel im Ladogasee – dem größten See Europas. Das im 14. Jahrhundert gegründete Männerkloster hatte sich als nördlicher Außenposten der Russisch-Orthodoxen Kirche im 16. und 17. Jahrhundert zahlreicher Angriffe von Schweden zu erwehren. 1715 wurde das Kloster dabei fast vollständig niedergebrannt. Ab 1944 von der Roten Armee zum Invalidenheim und Militärlager umfunktioniert, wurde Walaam erst 1989 an alter Stelle neu gegründet. Durch seinen besonderen kirchenrechtlichen Status ist Walaam nicht der regionalen Diözese, sondern direkt dem russischen Patriarchen unterstellt.

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    Rote Garde

    Die Rote Garde (russ. Krasnaja Gvardija) war eine paramilitäre Arbeitermiliz, welche den Bolschewiki während der Oktoberrevolution 1917 zur Durchsetzung ihrer Ziele diente. Im November 1917 zählte die Rote Garde im ganzen Land etwa 20.000 Mann aus zumeist freiwillig rekrutierten Fabrikarbeitern und Bauern. Im Oktober (November) desselben Jahres war sie maßgeblich am Sturz der Provisorischen Regierung beteiligt. Nach erbitterten Kämpfen mit den konterrevolutionären Weißen Truppen ging die Rote Garde 1918 in die Bestände der Roten Armee ein.

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