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    systemkritische linke Jugend

    Gemeint ist unter anderem die Jugendorganisation der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF). Während die KPRF gemeinhin der Systemopposition beziehungsweise Scheinopposition zugerechnet wird, gibt sich ihre Jugendorganisation oft betont kritisch gegenüber dem Herrschaftssystem Russlands.

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    Dritte Abteilung

    Die Dritte Abteilung seiner Majestät des Zaren (russ. Tretje Otdelenije) war die Bezeichnung der zaristischen Geheimpolizei im Russischen Kaiserreich. Der 1825 von Zar Nikolaus I. gegründete Geheimdienst entstand als Reaktion auf den Aufstand der Dekabristen im selben Jahr. Er sollte formal die moralische und politische Integrität Russlands mit diplomatischen Mitteln wahren, entwickelte sich in den Folgejahren jedoch immer mehr zu einer konterrevolutionären Einheit. In Folge der auch international durchgeführten Operationen der Dritten Abteilung wurden zahlreiche Menschen verhaftet und deportiert. 1880 wurde sie durch die Ochrana (dt. Sicherheitsabteilung) ersetzt.  

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    Alexander von Benckendorff

    Alexander von Benckendorff (1781–1844) war ein hochrangiger russischer Militär und Chef der von Zar Nikolaus I. gegründeten Geheimpolizei, der Dritten Abteilung. Benckendorff, der in seiner Tätigkeit zu einem der engsten Vertrauten des Zaren aufstieg, sorgte für die Durchsetzung des Spionagenetzes, das die bürgerlichen Freiheiten massiv einschränkte.

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    Maljuta Skuratow

    Maljuta Skuratow (gest. 1573) war ein Anführer der nationalen Garde der Opritschniki, die die politischen Machtinteressen Iwans des IV. (auch bekannt als Iwan der Schreckliche) mit militärischen Mitteln durchsetzten. In seiner Funktion als Anführer tat sich Skuratow laut Historikern durch seine außergewöhnliche Brutalität hervor. Diese ermöglichte ihm den Aufstieg innerhalb der Opritschniki bis in die unmittelbare Einflusssphäre Iwans IV., so die Einschätzung.  

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    Pjotr Wrangel

    Pjotr Wrangel (1878–1928) war ein General der konterrevolutionären Weißen Armee im Russischen Bürgerkrieg. Die Stationierung seiner Truppen in der Krim-Stadt Sewastopol nutzte Wrangel zur Durchsetzung von Reformen: unter anderem zur Neuverteilung von Großgrundbesitz, was die Krim zur prosperierendsten Region des damaligen Russlands machte. Nach seiner Flucht ins europäische Exil 1920 gründete er dort die Union aller Russischen Militärverbände zur Organisation des Widerstands gegen die Bolschewiki. 

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    Anton Denikin

    Anton Denikin (1872–1947) war ein bekannter General der Kaiserlich Russischen Armee und Kommandeur der konterrevolutionären Weißen Armee im Russischen Bürgerkrieg. Manche Historiker verbinden mit seinem Namen den (auch propagandistisch aufgeladenen) Begriff Weißer Terror: Die unter Denikins Kommando stehenden Truppen verübten massive Kriegsverbrechen, unter anderem werden ihnen Massenerschießungen, Pogrome und Plünderungen zur Last gelegt. Denikins Entschluss, 1919 die von ihm befehligten Truppen der Weißen Armee auf dem Vormarsch nach Moskau zu teilen, wird heute von zahlreichen Historikern als ein militärstrategischer Fehler bewertet, der den Bürgerkrieg letztendlich zugunsten der Roten Armee entschied. Im Angesicht der Niederlage setzte sich Denikin 1920 über Europa in die USA ab.

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    Wladimir D. Nabokow

    Wladimir D. Nabokow (1869–1922) war russischer Jurist und Politiker. Er war Mitbegründer der Partei der Volksfreiheit (Konstitutionelle Demokraten) und Abgeordneter der ersten Staatsduma 1906. Nach der Auflösung der Duma unterzeichnete Nabokow den sogenannten Wyborger Aufruf an das Volk, der einen passiven Widerstand gegen den Staat forderte. Infolgedessen durfte er keiner politischen Tätigkeit mehr nachgehen. Als Staatssekretär der Provisorischen Regierung kehrte er 1917 in die Politik zurück. 1920 wanderte er nach Berlin aus, wo er im März 1922 von zwei russischen Nationalisten ermordet wurde. Sein Sohn, ebenfalls Wladimir Nabokow (1899–1977), wurde Schriftsteller und gilt als Klassiker der russischen und amerikanischen Literatur.

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    Maria Spiridonowa

    Maria Spiridonowa (1884–1941) war eine russische Sozialrevolutionärin und eine der Anführerinnen der Partei Linke Sozialrevolutionäre, die sich 1917 von der Partei der Sozialrevolutionäre abgespaltet hatte. Wegen eines tödlichen Attentats auf den Vizegouverneur der Stadt Tambow wurde sie 1906 zunächst zum Tode, später jedoch zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. Nach ihrer Begnadigung im Jahr 1917 koordinierte sie den Widerstand der Linken Sozialrevolutionäre gegen die Bolschewiki. 1937 wurde sie zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt und fiel dort 1941 einer Massenerschießung politisch inhaftierter Gefangener zum Opfer.  

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    Viktor Tschernow

    Viktor Tschernow (1873–1952) war ein russischer Politiker und Revolutionär. Er war Mitbegründer und Anführer der Partei der Sozialrevolutionäre, die im Vorfeld der Oktoberrevolution 1917 mehrere politische Attentate verübte. 1920 emigrierte Tschernow über Europa in die USA, nachdem er sich mit seiner Partei gegen die siegreich aus der Februarrevolution 1917 hervorgegangenen Bolschewiki positioniert hatte.

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    innere Kolonisation

    Der russische Philologe und Kulturwissenschaftler Alexander Etkind (geb. 1955) entwickelte die Theorie der „inneren Kolonisation“ Russlands. Im Unterschied zu großen kolonialen Imperien, wie Großbritannien oder Frankreich, die ihre Kolonien meist weit weg vom Kernland hatten, sind die russische Kolonien in der Regel übers Festland miteinander verbunden. Die Zaren und später die sowjetische Regierung betrachteten die eigene Bevölkerung als die, die kolonisiert werden muss. Russland war dementsprechend sowohl Subjekt als auch Objekt der Kolonisierung.

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