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    Staatsanwälte-Parlamentarier

    Offenbar eine Anspielung auf Irina Jarowaja (geb. 1966) – seit 2007 Duma-Abgeordnete der Partei Einiges Russland. In den 1990er Jahren wirkte sie als Staatsanwältin auf der russischen Halbinsel Kamtschatka. Jarowaja war für die Ausarbeitung des umstrittenen NGO-Agentengesetzes mitverantwortlich. Als Leiterin des parlamentarischen Ausschusses für Sicherheit und Korruptionsbekämpfung brachte sie in 2016 ihre Novellen zur Änderung des Anti-Terror-Gesetzespakets durch. Diese Gesetze tragen im Volksmund ihren Namen – „Jarowaja-Paket bzw. -Gesetz“.

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    Junus-bek Jewkurow

    Junus-bek Jewkurow (geb. 1963) ist seit 2019 stellvertretender Verteidigungsminister Russlands. Zuvor war er Oberhaupt (russ. Glawa) der russischen Teilrepublik Inguschetien. Jewkurow steht wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine unter zahlreichen westlichen Sanktionen.

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    Antwort Chodorkowskis

    Im Zuge der öffentlichen Debatte zwischen Nawalny und Strelkow distanzierten sich viele Blogger und Autoren der unabhängigen Medien weitgehend von Nawalny. Zu beobachten war gleichzeitig eine teilweise Hinwendung zu Chodorkowski, dessen Ideen zuvor vor allem deshalb selten Gegenstand von öffentlichkeitswirksamen Diskussionen waren, weil Nawalny im Mittelpunkt des Interesses stand. Bereits im November 2016 hat Chodorkowski das neue Programm seiner Bewegung Offenes Russland vorgelegt, das tiefgreifende Reformen des politischen Systems Russlands anstrebt. Dieses Programm wird derzeit zum Gegenstand vieler Diskussionen.

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    zweideutige Formulierungen

    Viele Artikel der Verfassung Russlands lassen verschiedene Interpretationen zu. Einer der umstrittensten ist der Artikel 81, der die Amtszeit des Präsidenten regelt. Darin heißt es: „Ein und dieselbe Person kann das Präsidentenamt nicht länger als zwei Amtsperioden in Folge innehaben.“ Während einige Verfassungsrechtler darin die grundsätzliche Beschränkung auf insgesamt zwei Amtsperioden sehen, behaupten die anderen, dass damit nur zwei aufeinanderfolgende Legislaturen gemeint seien. Da Putin nach zwei Amtsperioden in Folge abgetreten und Dimitri Medwedew zwischenzeitlich Präsident gewesen sei, entspreche seine derzeitige dritte Amtszeit der Verfassungsnorm, so die Argumentation.

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    Restliche 14 Prozent

    Anspielung auf die Beliebtheitswerte Putins, die seit der Krim-Angliederung konstant bei durchschnittlich 86 Prozent liegen. Obwohl diese Prozentzahl zur Metapher für die Unterstützung Putins wurde, ist sie strittig: Die Bereitschaft zur Teilnahme an Umfragen ist in Russland gering, außerdem bekunden viele der Befragten häufig eine Meinung, die sozial erwünscht erscheint. Ebenso strittig ist die Charakterisierung der –  ebenso metaphorischen – restlichen 14 Prozent: Da viele davon zu radikalen linken oder rechten Ideologien tendieren, können sie wegen ihrer Ablehnung Putins nicht automatisch als eine liberal-demokratische Minderheit charakterisiert werden.

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    Brief des Paulus an die Römer

    Diese Stelle aus dem Neuen Testament stammt aus dem Brief des Paulus an die Römer (röm. 13,1–7). Der Brief formuliert das Prinzip des Gottesgnadentums – ein Legitimitätskonzept vor allem monarchischer und theokratischer Systeme, die den Anspruch erheben, durch göttliches Recht legitimiert zu sein. Der Glaube an die Rechtmäßigkeit der Herrschaftsbeziehungen leitet sich in diesem Konzept aus dem Gottesglauben ab.

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    Wotschina-System

    Der Begriff Wotschina wird vom Wort otez (dt. Vater) abgeleitet und bezeichnet die älteste Form des Grundbesitzes in Russland. Mit dem Begriff Wotschina-System werden im Allgemeinen die Rechte der Wotschina-Besitzer bezeichnet. Diese verfügten oft über eigene Gerichte, Polizei, oft auch Landwehr, sie besaßen ausgeprägte Autonomien vom Großen Fürsten oder Zaren. Die wirtschaftliche, administrative und politische Tätigkeit wurden innerhalb einer Wotschina aufs engste miteinander verschmolzen. Das System bestand bis zu den weitreichenden Reformen von Peter dem Großen Anfang des 18. Jahrhunderts.

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    Wlastesobstwennost

    Wlastesobstwennost (dt. Herrschereigentum) bezeichnet die Deckungsgleichheit von Herrschaft und Eigentum. Der Begriff Eigentum ist dabei allerdings nicht mit dem modernen Verständnis eines Privateigentums fassbar – vielmehr handelt es sich um eine allumfassende Habe. Obwohl Historiker das Phänomen vor allem im mittelalterlichen Russland ausmachen, erklären sie es oft mit den Worten von Zar Nikolaus II. (1868–1918). Dieser bezeichnete sich als „Inhaber des russischen Landes“ – womit er die untrennbare Einheit von Herrschaft und Habe verdeutlichte.

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    Michail Schischchanow

    Michail Schischchanow (geb. 1972) ist ein russischer Unternehmer. Er hält Beteiligungen an der Mischholding SAFMAR, zu der unter anderem Unternehmen aus dem Rohstoff-, Immobilien- und Finanzbereich gehören. Er ist Neffe des russischen Milliardärs Michail Guzerijew (geb. 1958), der Hauptaktionär der Holding ist. Schischchanow wird 2017 mit einem Vermögen von 2,3 Milliarden Dollar auf Platz 44 der Forbes-Liste der reichsten Russen geführt. Der Familienclan um Guzerijew gilt als der reichste des Landes. 

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    gerissene Saite (Kirschgarten)

    Anspielung auf Tschechows Tragikomödie Der Kirschgarten, wo es heißt: „Alle sitzen in Nachdenken versunken da. Stille ringsum, man hört nur Firs vor sich hinmurmeln. Plötzlich erklingt in der Ferne ein Ton, wie vom Himmel kommend, wie der Ton einer gerissenen Saite, ersterbend, traurig.”

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