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    Todesgruppen

    Gruppy Smerti (18+) (dt. Todesgruppen) hieß ein im Mai 2016 von der unabhängigen Novaya Gazeta veröffentlichter Bericht über eine mutmaßliche Internet-Gemeinschaft, die rund 130 Jugendliche in ganz Russland zum Suizid animiert haben soll. Viele unabhängige Beobachter kritisierten den Artikel als unprofessionell, aufgebauscht und panikheischend. Der Begriff Gruppy Smerti wurde wegen der breiten Resonanz des Artikels zum Gattungsnamen für Suizidforen. Netzexperten bewerteten den Fall als Legitimationsgrundlage für die darauf erfolgte Verschärfung der Internet-Zensur in Russland.

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    Konstantin Malofejew

    Konstantin Malofejew (geb. 1974) ist ein russischer Oligarch, sein Investmentfonds Marshall Capital Partners hält unter anderem eine 10,7 prozentige Beteiligung an Rostelekom – dem größten Breitbandanbieter des Landes. Malofejew gilt als streng konservativ und religiös, er bezeichnet sich selbst als „orthodoxen Monarchisten“. Laut Medienberichten unterstützte die von ihm gegründete Stiftung St. Basilius der Große 2014 die französische Partei Front National. Malofejew betreibt auch Zargrad – einen russischen Fernsehkanal mit einer streng konservativen und antiwestlichen Ausrichtung.

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    Liga für ein sicheres Internet

    Liga besopasnogo Interneta (dt. Liga für ein sicheres Internet) ist eine regierungsnahe Schein-NGO, die sich für Internet-Zensur einsetzt. Die Organisation wurde 2011 vom reaktionären russischen Oligarchen Konstantin Malofejew (geb. 1974) mitbegründet. Er bezeichnet sich als „orthodoxen Monarchisten“ und Anhänger einer „neurussischen“ Expansion Russlands. Seit 2017 steht Jekaterina Misulina (geb. 1984) der Liga vor. Die Tochter der Senatorin Elena Misulina tritt in der Rolle einer Vorkämpferin für Zensur und Einschränkung der Meinungsfreiheit auf und ist in der EU mit Sanktionen belegt.

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    Oblast Belgorod

    Die Oblast Belgorod ist ein Föderationssubjekt Russlands mit rund 1,5 Millionen Einwohnern. Die Oblast liegt an der Grenze zur Ukraine, rund 600 Kilometer südlich von Moskau.

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    Junge Garde

    Die Junge Garde ist der Jugendflügel der Regierungspartei Einiges Russland. In gegenwärtiger Form besteht die Organisation seit 2005. Nach eigenen Angaben hat sie über 150.000 Mitglieder. Die Junge Garde versteht sich als eine Organisation für den Kadernachwuchs; zu ihren selbsterklärten Grundsätzen gehören Jugendparlamentarismus und Traditionalismus.

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    Zargrad

    Zargrad ist ein russischer Fernsehkanal mit einer streng konservativen und religiös-orthodoxen Ausrichtung. Er wurde 2014 als Online-Sender gegründet und erlangte nach eigener Angabe binnen weniger Wochen eine Reichweite von über vier Millionen Zuschauern. Leiter und Mäzen des Senders ist der russische Oligarch Konstantin Malofejew (geb. 1974). Er bezeichnet sich als „orthodoxen Monarchisten“ und Anhänger einer „neurussischen“ Expansion Russlands. Dabei bezieht er sich auf das ehemalige Zarenreich. Bei dem Namen Zargrad handelt es sich um eine ältere Bezeichnung der Stadt Konstantinopel – der Heimat des russisch-orthodoxen Glaubens. 

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    Sawtra (Zeitung)

    Sawtra (dt. Morgen) ist eine Moskauer Zeitung, die insbesondere für ihre antiwestlichen und antiliberalen Positionen bekannt ist. Von Wissenschaftlern wird die Zeitung als rechts bis rechtsextremistisch eingeschätzt. Chefredakteur ist der umstrittene Schriftsteller und Journalist Alexander Prochanow, der sich selbst als „sozialistischen Patrioten“ bezeichnet. In jüngerer Vergangenheit fiel die Zeitung vor allem durch die ideologische Unterstützung separatistischer Kräfte im Ukraine-Krieg auf.

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    Irredentismus

    Das klassische Konzept des Irredentismus betont in Russland die Notwendigkeit vom „Schutz der Landsleute“ (sootetschestwenniki) im Ausland. Das Denkschema diente unter anderem als Legitimationsgrundlage für die Annexion der Krim: Da die russische Ethnie auf der Halbinsel von einer „faschistischen Junta“ bedroht sei, müsse Russland eingreifen, um sie zu schützen, so die Argumentation.

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    Kränkungen, Demütigungen

    Das oft als Weimarer Komplex beschriebene sozialpsychologische Phänomen beschreibt die Analogie von Russland in den 1990er Jahren und der Situation in der Weimarer Republik. Demnach sahen sich beide Länder mit verlorener Größe ihrer Imperien konfrontiert, fühlten sich gedemütigt und kompensierten den Machtverlust durch Schuldzuschreibungen – vor allem ans Ausland und an „illoyale“ Minderheiten im Inneren.

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    Michail Sygar

    Michail Sygar (geb. 1981) ist ein russischer Journalist und Schriftsteller. In den Jahren 2010 bis 2015 war er Chefredakteur des TV-Kanals Doshd. 2015 brachte er ein aufsehenerregendes Buch über das Herrschaftssystem Russlands heraus, das unter dem Titel Endspiel: Die Metamorphosen des Wladimir Putin auch ins Deutsche übersetzt wurde.

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