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    Jewgeni Jewtuschenko

    Jewgeni Jewtuschenko (1932–2017) war ein russischer Schriftsteller. Seit 1952 Mitglied im Schriftstellerverband der Sowjetunion, hatte er seinen Durchbruch 1961 während der sogenannten Tauwetter-Periode mit dem Gedicht Babi Jar. Darin kritisierte er unter anderem den in der Sowjetunion herrschenden Antisemitismus. Trotz Kritik und Druck von staatlicher Seite war Jewtuschenko äußerst produktiv. Er war in der Sowjetunion einer der bekanntesten Schriftsteller. Politisch gehörte er zur Gruppe der sogenannten schestidesjatniki (dt. etwa Sechziger), die in der Ära der Stagnation gegen das Regime aufbegehrten. Bekannt ist er außerdem mit dem Gedicht Meinst Du, die Russen wollen Krieg?

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    Schestidesjatniki

    Als Schestidesjatniki (dt. etwa Sechziger) wird eine Generation bezeichnet, die in den 1960er Jahren erwachsen wurde oder bereits im frühen Erwachsenenalter war. Viele der Schestidesjatniki begrüßten es, als sich in der sogenannten Tauwetter-Periode unter Nikita Chruschtschow eine Lockerung des Regimes und eine kritische Reflexion der Herrschaft Stalins abzeichnete. In der Konsequenz begehrten sie auf, als unter Leonid Breshnew die Ära der Stagnation begann, in deren Folge die aufgekommene freiheitliche Grundstimmung wieder unterdrückt wurde. Viele verloren ihre Jobs, wurden zu Gefängnis oder Lagerhaft verurteilt.

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    Marlen Chuzijew

    Marlen Chuzijew (geb. 1925) ist ein georgisch-sowjetischer Filmregisseur und Drehbuchautor und seit Auflösung der Sowjetunion eine wichtige Größe im russischen Filmgeschäft. In den 1960er Jahren gelang ihm mit den beiden Filmen Mne dwadzat Let (dt. Ich bin 20 Jahre alt) und Ijulski Doshd (dt. Juliregen) der Durchbruch. In der Sowjetunion stießen sie auf Kritik: So unterlag etwa Mne dwadzat Let starker Zensureinwirkung, Schlüsselszenen mussten geändert werden. Die Urfassung hieß Zastava Ilicha (dt. Die Pforte des Ilich) und war zudem deutlich länger. Chuzijew war bis 1986 Erster Sekretär der Union der Filmschaffenden der UdSSR, seit 1989 steht er der Vereinigung der Filmregisseure der Russischen Föderation vor.

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    BelBaltLager

    Abkürzung für Belomorsko-Baltiski isprawitelno-trudowoi Lager (dt. Weißmeer-Ostsee Besserungs-Arbeitslager). Das Lager wurde 1931 zum Zweck der Erbauung des Weißmeer-Ostsee-Kanals als Ableger des Solowezki-Lagers gegründet. Im Lager lebten während der Bauzeit bis 1933 zeitweilig bis zu 107.000 Gefangene. Es blieb auch nach Eröffnung des Kanals bestehen und wurde erst 1941 mit Beginn des Großen Vaterländischen Krieges aufgrund seiner Nähe zum Frontverlauf geschlossen.

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    Irina Galkowa

    Irina Galkowa (geb. 1975) ist eine russische Historikerin, zu deren Forschungsschwerpunkten auch die stalinsche Epoche gehört. Außerdem leitet Galkowa das Museum der Menschenrechtsorganisation Memorial, das die größte Sammlung von Dokumenten und Objekten zur Aufarbeitung der sowjetischen Gewaltherrschaft beherbergt.

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    Etappe (Gulag)

    Im russischen Sprachgebrauch ist  das Wort während des Großen Terrors in den 1930er Jahren zu einer Metapher nicht nur für die Gefangenen-Kohorten, sondern auch für die verschiedenen Abschnitte geworden, die ein Gefangener nach seiner Verhaftung auf dem Weg ins Lager durchlief. Es umfasst den Transport zum Lager genauso wie die einzelnen Stationen von der Gefängnishaft bis zur Verurteilung. War ein Häftling „auf Etappe“, dann war er noch nicht an seinem endgültigen Bestimmungsort angekommen. Die Metapher drückt deshalb gleichzeitig auch Ungewissheit, Angst und eine gewisse Hoffnung der Häftlinge aus, die zumeist enttäuscht wurde.

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    Zone (Synonym für Lager)

    Als Zone wurden im Häftlingsjargon die einzelnen Lager bezeichnet, in denen die Häftlinge untergebracht waren. Die Gefangenen unterschieden  zwischen der „kleinen Zone“ (dem Lager) und der „großen Zone“ (der Freiheit). Die sowjetische Führung übertrug viele sowjetische Alltagsphänomene in die „kleine Zone“. So gab es auch im Lager ein Plansoll, das es zu erfüllen gab und verschiedene „sozialistische“ Wettbewerbe. Die Bezeichnung Zone ist in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen und wird auch heute noch umgangssprachlich als Synonym für Gefangenenkolonien verwendet.

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    Wainache

    Als Wainachen wird eine ethnologische Gruppe bezeichnet, zu der die Völker der Tschetschenen, Inguschen und Kisten gehören. Sie sind der Gruppe der Nachen zugeordnet, die zumeist aus dem Nordkaukaus stammen. Die wainachische Sprache ist die einzige in der Gegenwart noch lebendige Sprache der nachischen Sprachen. Aufgrund der Popularität der Wainachen werden heute andere nachische Völker häufig als Wainachen bezeichnet, obwohl diese nur eine Gruppe im Volk der Nachen sind.

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    Telnjaschka

    Die Matrosenshirts (im Russischen Telnjaschka genannt) sind bis in die Gegenwart von der russischen Marine und der Luftwaffe getragene blau-weiß gestreifte Unterhemden. Diese Hemden wurden im 19. Jahrhundert aus Westeuropa eingeführt und erhielten mit der Oktoberrevolution 1917, auf der sie von den Revolutionären getragen wurden, ihre romantische Verklärung. Auch die sowjetische Propaganda griff das Motiv auf. So erreichten die Telnjaschki bald Kultstatus und finden sich auch in vielen Redewendungen wieder. „Nas malo, no my w telnjaschkach“ (dt. etwa „Wir sind wenige, aber wir tragen Telnjaschkas“) hat seinen Ursprung z. B. im Großen Vaterländischen Krieg und bezieht sich auf die in Unterzahl errungenen Erfolge der russischen Marine.

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    Krestowski-Stadion

    Das Krestowski-Stadion in St. Petersburg ist mit über 68.000 Plätzen eines der größten Fußballstadien in Russland – und mit über 600 Mio. Euro Baukosten eines der teuersten Stadien weltweit. Die Bauarbeiten begannen 2007 und wurden von großen Korruptionsskandalen begleitet. Eröffnung war erst 2017. Zenit St. Petersburg nutzt es wegen mangelnder Rasen-Qualität allerdings nicht und spielt im alten Petrowski-Stadion.

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