Lodeinoje Pole ist eine Stadt in der Oblast Leningrad mit rund 20.000 Einwohnern. Zu Zeiten der Stalinschen Säuberungen befand sich hier ein Straf- und Arbeitslager, in dem rund 3000 Menschen interniert waren.
Sekirnaja Gora (dt. Sekirnaja Berg) ist ein Hügel auf der Hauptinsel der Solowezki-Gruppe, auf dem sich seit dem 19. Jahrhundert eine Einsiedelei des Solowezki Klosters befand. Dieses wurde in den 1920er Jahren in eine Abteilung des Straf- und Arbeitslagers für politische Häftlinge umgewandelt. Hier waren die Karzer (Kerker) für besonders schwere Bestrafungen untergebracht.
Gemeint ist Juri Dmitrijews 2002 herausgekommenes Buch Pominalnyje Spiski Karelii (dt. Totengedenklisten Kareliens). Auch sein im Jahr 2000 vollendetes und 2016 erschienenes Buch Ich pomnit Rodina (dt. Die Heimat erinnert sich an sie) bezeichnet Dmitrijew als Gedächtnisbuch des Karelischen Volkes. Die Werke beinhalten biografische Angaben über die karelischen Opfer des Großen Terrors.
In der russischen Wohnsoziologie wird die Schrankwand häufig als ästhetischer Mittelpunkt der typischen, sowjetischen Wohnung dargestellt. Die Schränke waren zumeist wuchtig, hatten üblicherweise eine (möglichst beleuchtete) Glasvitrine, in der dekoratives Geschirr aus Kristallglas (Böhmisches Kristallglas) drapiert war. Eine deutsche Entsprechung findet sich in etwa im Phänomen des sogenannten Gelsenkirchener Barocks.
In Anlehnung an die gleichnamige Figur aus dem Märchen des sowjetischen Schriftstellers Lasar Lagin (1903–1979). Darin wird der Protagonist Chottabytsch als ein langbärtiger und zotteliger Dschinn dargestellt.
Kuropaty (belaruss. Kurapaty) ist ein Gebiet in der Nähe der belarussischen Hauptstadt Minsk, das dem sowjetischen Innenministerium NKWD während der Stalinschen Säuberungen als Hinrichtungsstätte diente. Verschiedenen Schätzungen zufolge wurden hier bis zu 250.000 Menschen getötet und in Massengräbern verscharrt. In der sowjetischen Propaganda wurde Kurapaty als ein Ort nationalsozialistischer Verbrechen dargestellt.
Kommunarka ist heute ein Gedenkfriedhof in der Oblast Moskau. In den 1930er und 1940er Jahren wurden hier Schätzungen zufolge rund 11.000 Menschen hingerichtet und in Massengräbern verscharrt.
Der Butowo-Poligon war zwischen den 1930er und 1950er Jahren eine Hinrichtungsstätte in der Oblast Moskau. Allein während des Großen Terrors wurden hier schätzungsweise rund 20.000 Menschen getötet. Unter ihnen gab es viele Geistliche, deshalb gilt das Gebiet für die Russisch-Orthodoxe Kirche als ein Ort ihres Martyriums. Der ehemalige Patriarch Alexis II. nannte den Butowo-Poligon das „russische Golgota“.
Die Lewaschowo-Brache war eine Hinrichtungsstätte in St. Petersburg. Während der Stalinschen Säuberungen wurden hier zehntausende Menschen getötet. Bis 1989 war das Gelände ein Sperrgebiet unter Aufsicht des KGB. Auf dem heutigen Lewaschowo-Gedenkfriedhof sind rund 45.000 Opfer der Stalinschen Säuberungen begraben.
Irina Flige (geb. 1960) ist eine russische Menschenrechtlerin. Sie war mit dem Mitbegründer von Memorial, Wenjamin Iofe (1938–2002), verheiratet. Seit 2002 leitet sie das Forschungs- und Informationszentrum Memorial in St. Petersburg.