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    Komsomol

    Der Komsomol war die kommunistische Jugendorganisation der Sowjetunion. Das Kurzwort steht für Kommunistitscheski Sojus Molodjoshi​. Die politische Nachwuchsorganisation der KPdSU wurde 1918 für die 14- bis 28-Jährigen gegründet und entwickelte sich rasch zu einer Massenorganisation. 1988 hatte er 40 Mio. Mitglieder, die sogenannten Komsomolzen. Er spielte eine zentrale Rolle in der politisch-ideologischen Erziehung der sowjetischen Jugendlichen.

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    Rote Ecke

    Raum oder Teil eines Raumes, der in vielen Betrieben und Einrichtungen der Sowjetunion für politische Bildung genutzt wurde. Die Bezeichnung „rot“ (russisch: krasny) geht nach sowjetischer Deutung auf die Farbe der Oktoberrevolution in 1917 zurück. Entstanden ist der Begriff aber wohl bereits vor der Revolution. Er bezeichnete eine Ecke in einem Wohnhaus, in der sich der Hausaltar befand. Krasny (deutsch: rot) bedeutete in diesem Zusammenhang krasiwy (deutsch: schön) – Rote Ecke bedeutete also schöne Ecke.

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    Marschrutka

    Kleinbus-Sammeltaxis, die mit eigener Liniennummer auf festen Routen verkehren und auf Zuruf halten. In der Regel verkehren sie nicht nach Fahrplan, sondern fahren los, wenn sie voll besetzt sind. Die Kleinbusse sind meist privat betrieben und ergänzen den öffentlichen Personennahverkehr.

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    körperlose Geister (Militär)

    Im Militärjargon werden Neulinge, die militärisch ausgebildet werden und noch keinen Fahneneid geleistet haben, mitunter als körperlose Geister (russisch: duchi besplotnyje) bezeichnet. Sie stehen auf der untersten Stufe der inoffiziellen militärischen Hierarchie. Üblicherweise werden diese Wehrpflichtigen massiven Schikanen ausgesetzt. Im Russischen hat sich hierfür der Begriff Dedowschtschina (in etwa „Herrschaft der Großväter“) etabliert. Die Dienstälteren behandeln Neulinge auf menschenunwürdige Art, nicht selten kommt es dabei zu Tötungen und Suiziden.

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    „Höfliche Teddybären“ (Synonym zu „Höfliche Menschen“)

    Anspielung auf die gängige Chiffre höfliche Menschen – Männer in Tarnfleck und ohne Hoheitszeichen, die während der Krim-Angliederung strategisch-wichtige Punkte der Halbinsel besetzten. Der Euphemismus wurde im Zuge der Angliederung zu einem Mem. Im gegebenen Zusammenhang wurde die Formel mit der Bezeichnung bekannter Süßigkeiten – „Bärchen im Norden“ (russisch: Mischka na sewere) bzw. „Tapsiges Bärchen“ (russisch: Mischka kosolapyj) – verküpft.

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    Topol-M (Raketensystem)

    Ballistische Interkontinentalrakete mit einer maximalen Reichweite von 11.000 Kilometern. Die 1997 in Dienst gestellte Boden-Boden-Rakete ist mit einem Nuklearsprengkopf ausgestattet. Topol-M gilt (neben anderen bekannten Waffen wie zum Beispiel der Iskander-Rakete) mitunter als Inbegriff der Stärke Russlands.

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    Fernverkehrsstraße M1

    Fernverkehrsstraße, die von Moskau in westliche Richtung verläuft. Die auch als Minsker Chaussee bekannte Straße verbindet Moskau mit Smolensk. Der Park Patriot befindet sich ca. 55 Kilometer vom Moskauer Autobahnring entfernt.

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    Whataboutismus

    Geht auf das englische „what about (you)?“ zurück. Häufige Methode der sowjetischen Diplomatie, westliche Kritik an demokratischen und rechtsstaatlichen Defiziten mit dem Verweis auf die „doppelten Standards“ (gemeint: Doppelmoral, Scheinheiligkeit) zu beantworten. Ohne auf Argumente einzugehen, wird hierbei mittels eines sogenannten tu-quoque-Arguments die Gegenseite diskreditiert, indem darauf verwiesen wird, dass auch sie Menschenrechte verletze und allein deshalb nicht die kritische Position der moralischen Überlegenheit einnehmen könne.

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    Nicht-Hauptstädte

    Die in vielen Ländern anzutreffende Einteilung Hauptstadt – Großstädte – Provinz ist in Russland eine andere: Im Grunde gibt es hier lediglich die beiden Hauptstädte Moskau und St. Petersburg (1712–1918 Hauptstadt des Russischen Reichs) und die Provinz, zu der selbst Städte mit über eine Million Einwohner zählen.

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    TschWK Wagner

    TschWK Wagner ist die Bezeichnung eines inoffiziellen privaten Militärunternehmens, das nach dem Funkrufnamen des Mitgründers und Kommandeurs – Dimitri Utkin (geb. 1970) – benannt wurde. Der russische Unternehmer Jewgeni Prigoshin (geb. 1961) gilt als Leiter und Financier der Söldnergruppe. Prigoshin wird auch „Putins Koch“ genannt, weil er Besitzer des einzigen privaten Restaurants im Weißen Haus in Moskau ist. Laut Medienberichten nahm die Gruppe Wagner bereits seit 2014 an den Kriegshandlungen in der Ostukraine teil und spielt seit der großflächigen Invasion 2022 eine zenrale Rolle auch beim Anwerben von Rekruten (darunter in russischen Strafkolonien). Auch in den Kriegen in Syrien sowie im Sudan sollen Wagner-Söldner gekämpft haben. 

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