Autor:in

dekoder-Team


  • Gnose

    Glaube an das gute Väterchen Zar

    Der Glaube an das gute Väterchen Zar wird oft als eine Eigenschaft des russischen „Nationalcharakters“ verstanden. Der Ursprung dieser Kollektivzuschreibung ist nicht klar, die Redewendung wird oft benutzt, um die vormundschaftliche Beziehungsordnung zwischen dem Herrscher und dem Beherrschten zu konstruieren, zu zementieren oder zu kritisieren. Ein wichtiger Punkt dieser Ordnung besteht in dem unumstößlichen Postulat, dass der Zar grundsätzlich gut ist. Geschieht ein Unglück, wird die Schuld daran den Bojaren (Adeligen) gegeben: der Zar wisse nur nichts davon, weil die Bojaren ihn nicht informierten.

    Von

  • Gnose

    innere Säuberungen zu imitieren

    Ausgehend von dem chinesischen Modell der Korruptionsbekämpfung, in dessen Rahmen in den letzten Jahren mehrere Parteifunktionäre verurteilt worden sind, thematisiert der Autor die Verhaftung von Nikita Belych. Der Gouverneur der Oblast Kirow wurde im Juni 2016 bei einer mutmaßlichen Schmiergeldübergabe verhaftet. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Entgegen dem chinesischen Beispiel handelte es sich hierbei um einen Einzelfall einer demonstrativen und medienwirksamen Verhaftung.

    Von

  • Gnose

    Bergarbeiter-Proteste (1989)

    Da sich die Versorgungslage infolge der Perestroika-Reformen im ganzen Land verschlechterte, kam es im Sommer 1989 zu einer massiven Streikwelle. Die Krise erfasste auch Minenarbeiter, die in mehreren Regionen der Sowjetunion zu Tausenden in Streik traten. Die Anzahl und der hohe Organisationsgrad der Streikenden machten die Minenarbeiter zu wichtigen Akteuren der Umbruchzeit. Diese Streiks gelten als ein wesentlicher Anstoß für den Umbau der wirtschaftlichen und politischen Ordnung im Jahr 1991.

    Von

  • Gnose

    Streiks der Devisenkreditnehmer (ipotetschniki)

    Im Zuge des Rubelverfalls ab Dezember 2014 wurden Kredite, die in ausländischen Währungen aufgenommen wurden, teurer. Manche Bankkunden, deren Schulden somit um mehr als das Zweifache wuchsen, protestierten vor Kreditinstituten und vor (lokalen) Parteizentralen von Einiges Russland. Sie forderten die Umrechnung ihrer Kredite zum Vorkrisen-Kurs und verlangten nach einem Gesetz, das Kredite in ausländischen Währungen verbietet. Auch die zweite Welle der Proteste Anfang 2016 brachte nicht die geforderte Änderung: Der Pressesprecher des Präsidenten Dimitri Peskow unterstrich, dass der Kreml nicht bereit sei, Probleme von Kreditnehmern zu lösen.

    Von

  • Gnose

    Streiks der Ärzte

    Im Rahmen einer anberaumten Umstrukturierung des Moskauer Gesundheitssektors wurden im Jahr 2014 massive Sparmaßnahmen angekündigt. Tausende Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen protestierten im November/Dezember 2014 gegen die Streichungen und forderten eine Aussetzung der Reform.

    Von

  • Gnose

    tatarisch-mongolische Invasion

    Während der Mongolischen Invasion der Rus in den Jahren 1237 bis 1240 wurden russische Fürstentümer durch die Truppen Batu Khans – eines Enkels von Dschingis Khan – besetzt. In der Nähe der heutigen Stadt Wolgograd gründete Batu Khan das Khanat Goldene Horde. Die Khane dieses Staatsgebildes herrschten mehr als zwei Jahrhunderte lang über Russland.

    Von

  • Gnose

    Pindossy

    Im russichen Original Pindossy, eine jargonhafte antiamerikanistische Schmähung. Der Begriff wird, ähnlich wie Yankee, auf US-Amerikaner angewandt.

    Von

  • Gnose

    Konzept des Russländers

    Der Begriff Russe (Russki) bezeichnet die ethnische Zugehörigkeit, Russländer (Rossijanin) hingegen die Staatsangehörigkeit. Mit dieser Unterscheidung wurde in den 1990er Jahren ein Grundstein für staatlichen Patriotismus gelegt – zum Teil als Gegengewicht zum aufkommenden ethnischen Nationalismus. Die gegenwärtige Nationalismusforschung erklärt das Konzept des staatlichen Patriotismus als weitgehend gescheitert.

    Von