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    Thanatopathie

    Dina Khapaeva ist Professorin am Georgia Institute of Technology (USA). Sie forscht zum Umgang mit dem Tod in Russland und hat den Begriff „Thanatopathie“ geprägt, nach Thanatos, dem Gotte des Todes in der griechischen Mythologie und Pathos, der Leidenschaft.  

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  • Gnose

    „Sie werden einfach verrecken, aber wir kommen in den Himmel“

    Am 18. Oktober 2018 wurde Wladimir Putin auf dem internationalen Waldai-Diskussionsforum nach den Risiken eines Atomkrieges gefragt. Putin entgegnete, wer Russland angreift, müsse wissen, dass eine Vergeltung unausweichlich sei und er vernichtet werde: „Wir sind die Opfer der Aggression, und wir werden als Märtyrer ins Paradies kommen, während sie einfach verrecken, weil sie nicht einmal Zeit haben werden, Buße zu tun.“

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    Zimoch Wostrykau

    Zimoch Wostrykau (1922–2007) war ein Vertreter des belarussischen nationalen Widerstands und ein Funktionär des Rates der Belarussischen Volksrepublik (BNR). Wostrykau wurde in einem Dorf in der Oblast Homel im Südosten der BSSR geboren und arbeitete dort als Elektroschweißer, ab 1940 als Lehrer im Westen des Landes. Nach seiner Einberufung in die Rote Armee desertierte er und landete in Deutschland, wo er zwischen 1946 und 1948 am Janka Kupala-Gymnasium in Michelsdorf bei Cham studierte und Bekanntschaft mit Vertretern des nationalen belarussischen Widerstandes machte. 1952 nahm er an einer Agenten-Operation in der BSSR teil, wo er festgenommen und zu 23 Jahren Lagerhaft verurteilt wurde. 

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    Karta Polaka

    Die Karta Polaka ist ein offizielles polnisches Dokument, das Bürger der Republik Belarus erhalten können, wenn sie nachweisen, dass sie polnische Wurzeln haben bzw. der polnischen Nation angehören. Mit der Karta Polaka kann man in Polen einreisen, arbeiten oder studieren. Das Dokument wurde 2007 vom polnischen Parlament beschlossen.  

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    Russkaja prawda

    Bei der Russkaja prawda handelt es sich um das älteste überlieferte kodifizierte Rechtswerk aus dem ostslawischen Raum. Es geht auf die zuvor mündlich und gewohnheitsrechtlich gepflegten Regeln der Ostslawen in der Kiewer Rus des 10. und 11. Jahrhunderts zurück. Bis in das 15. Jahrhundert hinein wurde das Rechtswerk Stück für Stück um immer neue Artikel erweitert. Teile dieses kodifizierten Rechts beeinflussten später die Gesetzgebung sowohl im Großfürstentum Litauen als auch im Moskauer Reich. 

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    Iwan P. Kotljarewsky

    Iwan P. Kotljarewsky (1769–1838) gehört zu den bedeutendsten Dichtern der Ukraine des 18. und 19. Jahrhunderts. In Poltawa, östlich von Kyjiw, geboren, sollte er Zeit seines Lebens schriftstellerisch wirken (mit Ausnahme einer kurzen Zeit als Soldat in der russischen Armee im  russisch-türkischen Krieg). Zu seinen wichtigsten Werken gehört eine Adaption von Vergils Aeneis von 1798. Es gilt als erstes Werk moderner ukrainischer Literatursprache, das er in Poltawa zudem auf die Bühne brachte.

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    Winzent Dunin-Marzinkewitsch

    Winzent Dunin-Marzinkewitsch (1808–1884) war ein Dramatiker, Dichter und Übersetzer. Er wurde (auf dem Gebiet des heutigen Belarus) in eine polnische Adelsfamilie hineingeboren, studierte in Sankt Petersburg und lebte später viele Jahre in Minsk. Er gilt als einer der Begründer der belarussischen Literatursprache, übersetzte unter anderem polnische Lyrik ins Belarussische. Die von ihm gelegten Grundlagen wurden von anderen belarussischen Lyrikern wie Franzischak Bahuschewitsch weiterentwickelt. 

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    „Mährisches Reich“

    Mittelalterliches Fürstentum, das seinen Aufstieg im 8. Jahrhundert erlebte. Insbesondere der von Ludwig dem Deutschen eingesetzte Fürst Rastislaw sorgte für den Aufstieg zum Großreich. Er war es auch, der die beiden Gelehrten Kyrill und Method damit beauftragte, seinen Herrschaftsbereich zu christianisieren – wobei sich in Mähren am Ende die von Bayern ausgehende lateinische Liturgie durchsetzte. Zeitweise umfasste Mähren unter anderem die heutige Slowakei, Teile des heutigen Ungarns und Teile des heutigen Österreichs. 

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    poddershiwat woinu (Übersetzungsblurb)

    Im Original: poddershiwat woinu, wörtlich übersetzt „den Krieg unterstützen“. Gemeint ist keine konkrete, aktive Unterstützung des Militärs, sondern eine abstrakte, passive Haltung. Niemand aus der Meduza-Leserschaft schreibt: „Ich bin für den Krieg“, Kriegsgegner allerdings sagen wiederum klar: „Ich bin gegen den Krieg“. Wer das jedoch öffentlich tut, kann wegen „Diskreditierung der russischen Armee“ strafrechtlich verfolgt werden.

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