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    Erneuererkirche

    Die Erneuererkirche (Obnowlentscheskaja Zerkow) war eine staatlich unterstützte Reformbewegung innerhalb der Russisch-Orthodoxen Kirche, die eine Umgestaltung des kirchlichen Lebens nach revolutionären Prinzipien durchführen wollte. Sie forderte z. B. werktätige Bruderschaften, die das bisherige klösterliche Leben ersetzen sollten, oder die Anerkennung von Bischofsehen. Die Erneuererkirche existierte von 1922 bis in die 1940er Jahre, konnte sich aber bei den Gläubigen nicht durchsetzen. Bezugnehmend auf diese Bewegung bezeichnen die Widersacher Kotschetkows dessen Reformen als „Neo-Erneuerung“.

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    Eparchie

    Diözese der orthodoxen Kirchen, die als Verwaltungseinheit dem Bistum der lateinischen Kirche entspricht.

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    Heilige Rus

    Mit „Rus“ wurden im Mittelalter die Reiche der Slawen bezeichnet. Die bedeutendste war dabei die Kiewer Rus, die als Wiege der russischen Zivilisation angesehen wird. Im Ausdruck „Heilige Rus“ wird der Akzent auf den spezifisch russischen Glauben der orthodoxen Russen gelegt, der manchen noch heute als geistige Grundlage der russischen Staatlichkeit gilt. Aber nicht nur der „vaterländische Glaube“ wird mit dem Begriff geweiht, sondern auch die russische Erde und die russische Nationalgeschichte.

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    Bund der orthodoxen Bruderschaften

    Ein im Jahr 1990 vom sowjetischen Staat gegründeter, politisch-religiöser Zusammenschluss verschiedener orthodoxer Bruderschaften. Erklärte Ziele waren die Koordination der Aktivitäten der einzelnen Bruderschaften in den russischen Regionen, die geistige Bildung sowie die Arbeit in der Fürsorge. Im Jahr 2007 zerfiel der Verbund in zwei Flügel – einen fundamentalistischen, der in Opposition zum Moskauer Patriarchat steht, und einen dem Patriarchat loyal verbundenen.

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    Georgi Kotschetkow

    Georgi Kotschetkow, geboren 1950, ist ein orthodoxer Geistlicher, der seit Anfang der 2000er Jahre im Nowodewitschi-Kloster in Moskau lehrt und arbeitet. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in der Missionierung und geistlichen Ausbildung Gläubiger. Nach dem Zerfall der Sowjetunion ließ er die bereits in den 1960er Jahren gegründete Bruderschaft Preobrashenskoe sodrushestwo malych bratstw (dt. etwa Preobrashenker Gemeinschaft kleiner Bruderschaften) wieder aufleben, die sich vorwiegend der Wiederbelebung des kirchlichen Lebens widmet und ihre Aufgaben u. a. in der Rekrutierung junger Mönche und dem Religionsunterricht sieht.

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    Patriarch Tichon

    Tichon (1865–1925) war der erste Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) nach dem Untergang des Zarenreiches im Jahr 1917. Tichon kämpfte mit seinen Reformvorhaben nicht nur gegen innerkirchliche Widerstände, sondern nach der Oktoberrevolution auch gegen die bolschewistischen Machthaber. Im Jahr 1922 wurde er verhaftet, aller kirchlichen Ämter enthoben und später im Donskoi-Kloster interniert. Nach dem Ende der Sowjetunion wurde er 1991 von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.

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    Fernseher gegen Kühlschrank – Scherz

    Der Volksmund scherzt: Je weniger im Kühlschrank, desto mehr Propaganda im Fernsehen. Aber wenn der Kühlschrank zu lange leer bleibt, hat irgendwann selbst die Propaganda aus dem Fernsehen keine Chance mehr gegen ihn, so der Gedanke.

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    Brat-2

    Der Film Brat-2 (Alexej Balabanow, 2000) ist die Fortsetzung des populären Films Brat (dt. Der Bruder) von 1997. Die Handlung kreist um Bandenkriminalität und Selbstjustiz, dabei stammt die Schlüsselsentenz vom Protagonisten Danila Bagrow: „Amerikaner, sag mir, worin liegt die wahre Macht? Doch nicht etwa im Reichtum? Ich glaube, dass die Macht in der Wahrheit und Gerechtigkeit liegt: Wer Wahrheit und Gerechtigkeit besitzt, ist der Stärkere.“ In russischen Medien kursiert die Meinung, dass der Film und insbesondere dieser Aphorismus das Weltbild der heutigen politischen Elite stark geprägt hat.

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    Botkinski-Klinik

    Die auf Infektionskrankheiten spezialisierte Botkinski-Klinik liegt im Südosten des St.-Petersburger Stadtzentrums, unweit des Moskauer Bahnhofs. 1882 gegründet, ist sie eines der ältesten Krankenhäuser der Stadt. Es ist benannt nach Sergej Botkin, dem Leibarzt der Zaren Alexander II. und III., der in Russland viele medizinische Neuerungen einführte –  unter anderem die pathologische Anatomie.

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    Neformaly

    Der Begriff stammt aus den 1980er Jahren, als sich in der Sowjetunion subkulturelle Jugendbewegungen bildeten (etwa Punks und Hippies, aber auch z. B. Briefmarkensammler und viele andere). Sie wurden als „informelle Jugendgruppen“ bezeichnet, um sie von den „formellen“, staatlich geförderten Gruppen (wie dem Komsomol) abzugrenzen.

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