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    Smolny-Institut für höhere Töchter

    Auf Initiative des Bildungsreformers Iwan Bezkoj im Jahr 1764 von Katharina II. gegründet, war das Sankt Petersburger Smolny-Institut das erste Mädcheninternat Russlands. Töchter adliger Familien durchliefen dort ein zwölf-, später neunjähriges Bildungs- und Erziehungsprogramm. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bot es auch weiterführende Kurse für die Lehrerinnenausbildung an. Das Institut arbeitete durchgängig bis zum Jahr 1917, als es infolge der Revolution zunächst nach Nowotscherkassk umzog und im Jahr 1919 geschlossen wurde.

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    Apraxin Dwor

    Der „Apraxin Dwor“, verniedlichend auch „Apraschka“ genannt, ist einer der größten und ältesten Märkte im Zentrum St. Petersburgs. Ende des 18. Jhs. gegründet, ist der Apraschka heutzutage ein riesiges – ca. 14 ha großes – Gelände mit mehr als 50 Gebäuden. Während in den vorderen Reihen des Marktes eine Anzahl gewöhnlicher Läden zu finden ist, sind auf dem Hinterhof viele Händler tätig, die billige Waren von zweifelhafter Herkunft und fragwürdiger Qualität verkaufen.

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    Bomsh

    „Bomsh“ ist eine Abkürzung für die Wortfügung „ohne festen Wohnsitz“, die als eigenes Wort im Russischen mittlerweile zum allgemeinen Sprachgebrauch gehört. Juristisch gesehen geht es um Menschen, die über keine Meldeadresse verfügen und damit offiziell obdachlos sind. Im Vergleich zum Ausdruck „Besdomnyje“ (Obdachlose) weist aber das Wort Bomsh oft vielmehr auf eine Existenz am Rande der Gesellschaft und ein Herausfallen aus dem sozialen System hin.

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    Warte auf mich (TV-Sendung)

    Die Fernsehsendung läuft seit 1998 im Ersten Kanal. Ziel des Projektes ist es, durch öffentliche Aufmerksamkeit bei der Suche nach vermissten Personen zu helfen. Ähnliche Sendungen werden in mehreren post-sowjetischen Staaten sowie in Rumänien ausgestrahlt. Die Redaktionen sind untereinander vernetzt und arbeiten mit den jeweiligen staatlichen Behörden zusammen.

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    Banja (im Text von Tarnawskaja)

    Gemeint sind öffentliche Banjas. In Großstädten gibt es zahlreiche solcher Einrichtungen, die – ähnlich wie die deutschen öffentlichen Saunen – oft mehrere Stuben mit unterschiedlichen Temperaturen und Dampfstärken anbieten. In jeder Banja gibt es auch beheizte Waschräume.

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    Das Ende einer Utopie

    „Das Ende einer Utopie. Aufstieg und Zusammenbruch der Finanzpyramide“ ist ein Sachbuch des Journalisten Wladislaw Krejnin aus dem Jahr 2008. Es dokumentiert mehrere russische Beispiele sogenannter „Finanzpyramiden“. Solche betrügerischen Investitionsmodelle funktionieren nach dem Schneeballprinzip: Zusätzliches Kapital wird ausschließlich über neue, einzahlende Mitglieder generiert. Immer wieder verlieren tausende Teilnehmer ihre Einlagen, da nicht genügend neue Investoren geworben werden können. Im Russland der 1990er Jahre nahm diese Form des Betrugs für viele Menschen existenzgefährdende Ausmaße an.

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    Stechfliege

    Ein Roman der englischen Schriftstellerin Ethel Voynich, erschienen 1897. Die Handlung spielt um 1840 im österreichisch kontrollierten Teil Italiens und portraitiert die antireligiöse und nationalistische Untergrundbewegung „Junges Italien“. Der zunächst romantisch-naive englische Priesterschüler Arthur Burton entwickelt sich zum Sozialrevolutionär, der unter dem Pseudonym „Stechfliege“ satirische Traktate gegen die kirchlichen Autoritäten verfasst.

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    Notschleshka

    Die Organisation Notschleshka (dt. etwa „Nachtasyl“) wurde 1990 in Leningrad gegründet. Als damals aufgrund der Lebensmittelknappheit Rationskarten ausgegeben wurden, erwirkte die Organisation, dass auch Obdachlose damit versorgt wurden. Heute stellt sie Notunterkünfte bereit, teilt Essen und heiße Getränke aus, unterstützt Obdachlose in juristischen Fragen und bietet Hilfe bei Alkoholentzug und der Rückkehr ins normale Leben an. Sie finanziert sich hauptsächlich aus Spenden und zum Teil aus staatlichen Zuschüssen.

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    Seljodka pod schuboj

    Ein Salat, den man in Deutschland eher als geschichtete Vorspeise bezeichnen würde. Die wörtliche Übersetzung ist „Hering unterm Pelzmantel“: Heringsfilets werden in kleine Würfel geschnitten und als erste Schicht auf dem Boden der Schüssel verteilt. Fein geriebene Zwiebel darüber verteilen und mit Mayonnaise bedecken. Darüber grob geriebene Kartoffel, mit Mayonnaise bedecken, dann geriebene Möhre, mit Mayonnaise einreiben, dann geriebenes Ei, mit Mayonnaise bedecken, dann die letzte Schicht geriebene rote Bete, mit Mayonnaise bedecken. Dann ist wohl das geraspelte Gemüse der Pelz. Und die Mayonnaise der Mantel.

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    Salat Olivier

    Der Salat Olivier ist mit Seljodka pod Schuboj (dt. „Hering im Pelz“) einer der beiden Salate, ohne die ein russisches Fest kein Fest ist. Schinken oder Kochwurst, Kartoffel, Möhre, Cornichons und Apfel werden hierfür in kleine Würfel geschnitten, eine Zwiebel sehr fein zerkleinert und ein Ei sehr fein gehackt, Erbsen werden hinzugefügt. Sowie Mayonnaise, Salz und frisch gemahlener Pfeffer. Das ist ein Muss, ähnlich dem deutschen weihnachtlichen Kartoffelsalat. Allerdings hat diese Delikatesse, wie der Name vermuten lässt, einen vornehmen Vorgänger in der Kreation eines französischen Kochs im Moskau der 1860er Jahre: Mit dem Fleisch wilder Haselhühner, Kalbszunge, Kaviar und Flusskrebsen, aber vor allem mit einer berühmt gewordenen Sauce. Deren Rezept hat der Koch Monsieur Lucien Olivier leider mit ins Grab genommen, aber sie soll einer Mayonnaise ähnlich gewesen sein. So sind die Russen auch heute noch sehr darauf bedacht, die richtige Mayonnaise zu bekommen, am besten die sogenannte Provencale, die mehr Essig enthält und weißer ist als andere Sorten. Außerdem – und das unbedingt – müssen alle Zutaten wirklich fein zerkleinert sein. Andere Varianten gelten als bäuerisch. Zumeist solche Varianten findet man in anderen Ländern unter dem Namen Russischer Salat.

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