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    Vaterland ist in Gefahr

    „Das sozialistische Vaterland ist in Gefahr“ ist einer der bekanntesten Erlasse des Rats der Volkskommissare aus dem Jahr 1918. Die Verordnung erfolgte aufgrund erneuter deutscher Angriffe als Folge stagnierender Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk und forderte eine Verteidigung des Vaterlandes bis zum letzten Blutstropfen. Mit dem Befehl, feindliche Agenten, deutsche Spione und Konterrevolutionäre ohne Gerichtsverfahren an Ort und Stelle zu erschießen, legalisierte dieser Erlass standrechtliche Erschießungen und war damit der Beginn sowjetischen Terrors.

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    Mutter Heimat ruft

    „Mutter Heimat ruft” ist ein aus dem Zweiten Weltkrieg bekanntes Plakat von 1941, das sich auf die bereits in der Zarenzeit genutzte Allegorie des „Mütterchen Russland” bezieht und den kollektiven Geist der Nation und der russischen Kultur beschwört. In der sowjetischen Propaganda wurde „Mütterchen Russland” zu „Mutter Heimat” und das Plakat von Irakli Toidse eines der bekanntesten Bilder der sowjetischen Propaganda. Nach dem Krieg wurden zu Ehren der sowjetischen Soldaten der Mutter Heimat einige Denkmäler gesetzt. Das bekannteste steht seit 1959 in Wolgograd.

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    Viktor Sadownitschi

    Ist habilitierter Mathematiker und seit 1992 Rektor der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität. Außerdem ist er seit 1997 Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, deren Vizepräsident er von 2008–2013 war. Als Mitglied der Regierungspartei „Einiges Russland“ gilt er als Vertrauter Putins.

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    Weltkonzil des russischen Volkes

    Die Organisation wurde im Jahr 1993 unter der Federführung der Russisch-Orthodoxen Kirche ins Leben gerufen. An den jährlichen Versammlungen nehmen Vertreter aller in Russland anerkannter Religionsgemeinschaften teil, darüber hinaus Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sowie konservativer sozialer Gruppen. Das Konzil versteht sich als Forum für die Stärkung der geistig-moralischen Grundlagen der russischen Nation. 2006 verabschiedete das Konzil eine eigene, russische Erklärung der Menschenrechte, in der die Rechte des Individuums hinter Glaube und Vaterland zurückstehen. 

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    Sakrale Bedeutung der Krim

    In einer Rede im Dezember 2014 erklärte Putin, die Krim sei für Russland von „sakraler und zivilisatorischer” Bedeutung. Er verwies dabei auf die Taufe des Fürsten Wladimir im Jahr 988, die sich in der Stadt Chersones im Südwesten der Halbinsel (heute ein Teil Sewastopols) ereignet haben soll. Die darauf folgende Christianisierung habe die geistigen Grundlagen für die russische Nation und den russischen Staat gelegt.

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    Armutsgrenze (Stand: 2016)

    Laut russischer Statistikbehörde Rosstat lebten in Russland 2016 rund 19,8 Millionen Menschen mit einem monatlichen Einkommen unter 9776 RUB (etwa 130 EUR) und damit unter der staatlich definierten Armutsgrenze. Die Anzahl der Armen ist im Vergleich zu 2012 um etwa 3 Prozentpunkte auf rund 13,5 Prozent der Bevölkerung gestiegen. Die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge aber um einiges höher. Nach Definition der WHO, laut der Personen mit einem Einkommen unter 50 Prozent des Durchschnitts relativ als arm gelten, lebt in Russland sogar jeder Zweite in Armut.

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    Boris Beresowski

    Boris Beresowski (1946–2013) gelangte während der Privatisierungen der 1990er Jahre durch Verbindungen in die Politik zu enormem Reichtum. Er besaß mehrere Medien – darunter große Anteile am staatlichen Ersten Kanal – die er auch zur politischen Einflussnahme nutzte. Zunächst ein enger Vertrauter Jelzins und Unterstützer Putins, kritisierte er Putin ab dem Jahr 2000 für autoritäre Tendenzen. Er entging der eingeleiteten Strafverfolgung durch politisches Asyl in Großbritannien. Von dort aus kritisierte er weiter Wladimir Putin und sein Umfeld. 2013 wurde er erhängt in seinem Badezimmer gefunden. 

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    Marat Gelman

    Ein erfolgreicher russischer Galerist und Publizist (geb. 1960). In der moldawischen SSR geboren und zum Ingenieur ausgebildet, übersiedelte er infolge seiner ersten Ausstellung 1987 nach Moskau, wo er 1990 eine der ersten unabhängigen Galerien für zeitgenössische Kunst eröffnete. Diese entwickelte sich zum Zentrum der modernen Kunstszene Russlands. Gelman stand zwischen 2009 und 2013 auch dem neu gegründeten Museum für moderne Kunst in Perm vor.

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    Gaischnik

    Bezeichnung für einen Mitarbeiter der Verkehrspolizei, die GAI abgekürzt wird (Staatliche Automobilinspektion). Diese Abteilung des Innenministeriums wurde bereits 1936 für die Verkehrskontrolle eingerichtet. Die Behörde hat in der Bevölkerung keinen guten Ruf, auch wegen ihrer Korruptionsanfälligkeit.

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    „in dem Kragen Nase und Kinn versteckt“ – Zitat von Blok

    Ein Zitat aus dem revolutionären Poem „Zwölf“ von Alexander Blok, das im Januar 1918 entstand – nur wenige Monate nach der Oktoberrevolution.  In einem eisigen Schneesturm steckt ein „Bürger” (im Original abfällig Bourgois) Nase und Kinn in seinen Mantelkragen. Er verkörpert hier die gescheiterte alte Welt und ihre gesellschaftliche Ordnung vor der Oktoberrevolution.

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