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    Viktor Juschtschenko

    Viktor Juschtschenko (geb. 1954) war von 2005 bis 2010 Präsident der Ukraine. Sein Wahlkampf war davon überschattet, dass er wochenlang wegen einer Dioxin-Vergiftung aussetzen musste. Fünf Jahre später haben Forscher in einer Studie nachgewiesen, dass ein natürlicher Ursprung der Vergiftung als ausgeschlossen gilt. Vielfach wird Russland für den Giftanschlag verantwortlich gemacht. Juschtschenko trat gegen den von Moskau unterstützten Amtsinhaber Viktor Janukowytsch an und favorisierte klar eine Westorientierung der Ukraine. Der studierte Finanzökonom war zu Beginn der 1990er Jahre Staatsbank-Chef und führte mit einer Reform die heutige ukrainische Währung Hrywnja ein.

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    Referendum von 1995 (Belarus)

    Am 14. Mai 1995 fand in Belarus parallel zu den Parlamentswahlen ein Referendum statt, bei dem die wahlberechtigten Belarus über vier Fragen abstimmten. Letztlich entschied das Referendum, das Russische neben dem Belarussischen zur Staatssprache zu erheben, weiterhin wurde das 1991 eingeführte Wappen und die Nationalflagge durch neue Staatssymbole ersetzt, die sich an denen der Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik (BSSR) orientierten, und Alexander Lukaschenko erhielt den Auftrag, die wirtschaftliche Integration mit Russland voranzutreiben, sowie die Macht, das Parlament vorzeitig auflösen zu können. Das Referendum wurde von der Opposition scharf kritisiert. Es löste massive Proteste, vor allem in Minsk, aus.

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    Bassowischtscha

    Bassowischtscha war ein belarussisches Musikfestival, das von 1990 bis 2019 alljährlich in der Nähe der polnisch-belarussischen Grenze bei dem Ort Gródek stattfand. Das Festival entstand als Initiative der Belarussischen Studentenvereinigung in Polen (belaruss. Belaruskaje ab’jadnanne studentau), die Musik und Kultur in der Region der belarussischen Minderheit im Osten Polens fördern wollte. Teil des Festivals war auch ein Wettbewerb, bei dem die besten Nachwuchsmusiker und -bands ausgezeichnet wurden. Mit den zunehmenden Repressionen und Auftrittsverboten gegen belarussische Musiker und Bands ab 2004 entwickelte sich das Festival auch zum Pilgerort der alternativen Kulturszene von Belarus.

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    Michal Anempadystau

    Michal Anempadystau (russ. Michail Anempodistow, 1964–2018) war ein belarussischer Grafikdesigner, Poet, Publizist und Kunsthistoriker. Er studierte 1979–1983 an der Minsker Kunsthochschule. Ab 1987 trat er verstärkt als Plakatkünstler und Designer in Erscheinung. In den 1990er Jahren machte er sich als Texter für Rockbands und Musiker einen Namen. Zudem ist er der Autor des Musicals Narodny Albom (1997), einem der prägenden Musikprojekte der jüngeren belarussischen Musikgeschichte.

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    Poale Zion

    Poale Zion (dt. der Arbeiter Zions) war eine bedeutende zionistisch-sozialistische Bewegung, die in Europa, Palästina, in Nord- und Südamerika aktiv war. 1901 sprach sich der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund gegen den Zionismus aus, worauf sich vor allem zunächst in osteuropäischen Städten wie Minsk, Vilnius oder Odessa jüdische Arbeiter und Intellektuelle zu zionistischen Zirkeln zusammentaten. Es folgten Organisationen in Kanada, Großbritannien, Bulgarien, in den USA oder, erst später im Jahr 1918, in Deutschland. Der erste Weltkongress fand 1907 in Den Haag statt. Zur Spaltung von Poale Zion kam es 1920, als man sich in Bezug auf Aktivitäten in Palästina und in der Kommunistischen Internationale nicht einigen konnte. 

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    Karaganda

    Qaraghandy (russ. Karaganda) ist eine Stadt im östlichen Zentrum Kasachstans. Die Stadt entstand zur Zeit der Sowjetunion ab 1930 aufgrund der reichen Kohlevorkommen und der damit damals entstehenden Abbauindustrie. Zudem wurden in der weiträumigen Steppenlandschaft, die die Stadt umgibt, zahlreiche Lager für politische Gefangene und Kriminelle errichtet, die in den Kohlelagerstätten arbeiten mussten. Heute leben fast 600.000 Menschen in der Stadt. 

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    Pischtschalauski-Burg

    Die Pischtschalauski-Burg (belaruss. Pischtschalauski samak) ist eine Burganlage im Zentrum von Minsk, in der das zentrale Untersuchungsgefängnis Nr. 1 (SISO) der Republik Belarus untergebracht ist. Das Gebäude wurde 1825 als Auftragsarbeit des Adligen Rudolf Pischtschallo errichtet und von Beginn an als Haftanstalt genutzt. Zur Zeit des Großen Terrors unter Stalin wurden dort auch Inhaftierte durch den NKWD hingerichtet. Unter Alexander Lukaschenko werden dort immer wieder die wichtigsten politischen Gefangene inhaftiert. Im Volksmund wird das Gefängnis Wolodarka genannt, weil es an der Wolodarski-Straße liegt.

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    „Bewahrung des Volkes und Entwicklung des menschlichen Potenzials”

    „Bewahrung des Volkes und Entwicklung des menschlichen Potenzials” – so heißt ein Kapitel in der „Strategie der nationalen Sicherheit der Russländischen Föderation”, die von Putin im Juli 2021 per Ukas angenommen wurde. In diesem Dokument geht es unter anderem um die Staatspolitik, die ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum, Erhöhung der Lebensqualität und Lebenserwartung, Armutsbekämpfung etc. vorsehen. Der Ausdruck geht auf Alexander Solshenizyn zurück, der die „Bewahrung des Volkes” als „nationale Idee” und „höchste staatliche Aufgabe” bezeichnete.

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    Alexej Sharitsch

    Alexej Sharitsch (geb. 1976) ist seit 2017 ein Beamter der russischen Präsidialadministration. Zuerst leitete er das Departement der Informationspolitik, 2019 wurde er zum stellvertretenden Leiter der Direktion für gesellschaftliche Projekte, die sich mit der „staatlichen Politik im Bereich der patriotischen Erziehung“ beschäftigt. 

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    BEROC

    BEROC ist ein belarussischer Thinktank, der 2008 seine Arbeit aufnahm und heute in Belarus zu den führenden unabhängigen akademischen Forschungszentren im Bereich der Wirtschaftswissenschaften gehört. Es unternimmt Forschungen zu theoretischen und angewandten Fragen und organisiert Bildungsprogramme. 2020 hat das Team des BEROC wegen der Repressionen gegen die Zivilgesellschaft Belarus verlassen.

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