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    ukropy

    Der russische Ausdruck ukropy wird oft als Schmähformel für ukrainische Truppen verwendet. Ukrop heißt übersetzt Dill, neben der Petruschka (dt. Petersilie) eines der prägendsten Kräuter der russischen wie der ukrainischen Küche.

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    Kirchenslawisch

    Das Kirchenslawische ist die Sprache, die die orthodoxen „Slawenapostel“ Kyrill und Method im 9. Jahrhundert konzipierten, um zu Missionszwecken die Bibel und liturgische Texte aus dem Griechischen zu übersetzen. Bis heute spielt es in den slawisch-orthodoxen Kirchen eine große Rolle im Gottesdienst. Kyrill und Method orientierten sich an den Dialekten ihrer südslawischen Herkunftsregion und an den grammatischen Strukturen und der Lexik des Griechischen. Diese Kunstsprache war und ist weitaus näher an den slawischen „Alltagssprachen“ als z.B. das Lateinische am Deutschen. Inwieweit sie allerdings allgemein verständlich war, ist umstritten. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelte sich das Kirchenslawische weiter. Es entstanden „Dialekträume“. Jeder Kopist passte den Text – bewusst oder unbewusst – beim Abschreiben an die Sprache seiner Heimat an, indem er scheinbar Falsches korrigierte und/oder Flüchtigkeitsfehler hineinschrieb. 

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    Polozk

    Polozk (belarus. Polazk) ist die älteste Stadt auf dem Territorium der heutigen Republik  Belarus und liegt im Norden des Landes. Ihre Geschichte geht auf das 9. Jahrhundert zurück. Das Fürstentum Polozk im Mittelalter gilt als „Wiege belarussischer Staatlichkeit“ und als Musterbeispiel einer sich nach demokratischen Prinzipien selbst verwaltenden multiethnischen Stadt. Heute hat Polozk rund 80.000 Einwohner. 

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    Jahr des historischen Gedenkens

    Auch der Titel des Essays ist eine Anspielung auf den Präsidialerlass (ukas), den Alexander Lukaschenko zum Jahreswechsel 2021/22 verkündete und am 1. Januar 2022 unterschrieb. Damit wurde das Jahr 2022 zum „Jahr der historischen Erinnerung“ erklärt. Ziel des Jahres sei es, „eine objektive Haltung der Gesellschaft gegenüber der historischen Vergangenheit zu schaffen und die Einheit des belarussischen Volkes zu bewahren und zu stärken“. Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen und Forschungsprojekte im ganzen Land. Kritiker werfen Lukaschenko vor, mit dem Erlass Geschichte zu klittern und zu ideologisieren. 

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    Nacht der erschossenen Dichter

    Als die „Nacht der erschossenen Dichter“ (belarus. Notsch rasstraljanych paetau) wird in Belarus die Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 1937 bezeichnet. In dieser Nacht wurden im Zuge des „Großen Terrors“ unter Stalin 132 belarussische Dichter, Schriftsteller und Kulturschaffende durch den NKWD im Minsker Gefängnis „Amerikanka“ ermordet. Seit einigen Jahren begeht die belarussische Kulturszene die Nacht vom 29. auf den 30. Oktober mit einer inoffiziellen Gedenkveranstaltung, bei der Gedichte und Werke der Ermordeten vorgetragen werden.   

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    Nemiga

    Nemiga (belarus. Njamiha) ist ein Fluss in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Erwähnt wurde er erstmals im Jahr 1067, als sich an seinen Ufern eine bedeutende Schlacht zutrug, in der der Großfürst der Kiewer Rus die Truppen des Fürsten von Polozk besiegte. Die Nemiga wird infolge von stadtplanerischen Umbauarbeiten in den Jahren 1926 und 1955 durch unterirdische Rohre geleitet. 

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    Witold Aschurak

    Witold Aschurak (1970–2021) war ein belarussischer Polit- und Umweltaktivist, der in Haft verstarb. Im Zuge der Proteste vom Sommer 2020 war er am 19. September 2020 festgenommen worden. Am 18. Januar 2021 wurde er zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die belarussischen Behörden gaben „Herzstillstand“ als offizielle Todesursache an.

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    Gennadi Schutow

    Gennadi Schutow (belarus. Henads Schutau, geb. 1976 in Minsk) wurde am 11. August 2020 bei der Teilnahme an Protesten in der Stadt Brest von einem Polizisten durch einen Schuss schwer verletzt. Er verstarb am 13. August 2020 an den Folgen seiner Kopfverletzungen. Zum Tathergang gibt es unterschiedliche Versionen. Der Polizist gab an, von Schutow und dessen Freund mit einer Eisenstange angegriffen worden zu sein. Schutows Schwester berichtete, dass ihr Bruder sie an besagtem Abend angerufen und mitgeteilt habe, dass er auf dem Weg nach Hause sei. Danach habe sie zwei Tage lang sein Telefon nicht erreichen können. Am 25. Februar 2021 wurde Schutow von einem Brester Gericht posthum für schuldig befunden, Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet zu haben. Der Prozess und das Urteil wurden von Angehörigen und Menschenrechtsorganisationen vielfach kritisiert.

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    Musik auf Knochen

    Als „Schallplatten oder Musik auf Knochen” werden Schallplatten mit zensierter Musik genannt, die in improvisierten Underground-Tonstudios hergestellt wurden. Besonders gut eigneten sich Röntgenbilder. Bis Kassetten und Tonbandgeräte die „Schallplatten auf Knochen” ablösten, landeten auf dem Plattenteller sowjetischer Musikliebhaber daher häufig illegale Platten, etwa mit Rippenmotiv, auf dem das eine oder andere Lungenödem zu sehen war.

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