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    Andrej Kurkow

    Andrej Kurkow (geb. 1961) ist ein ukrainischer Schriftsteller, der auf Russisch schreibt. Sein 1997 erschienener Roman Piknik na ldu (Picknick auf dem Eis) hatte in der Ukraine eine Auflage von 250.000 Exemplaren: Damit ist Kurkow der erfolgreichste zeitgenössische Autor des Landes. Viele seiner Werke wurden auch in andere Sprachen übersetzt; auf Deutsch erschien zuletzt im Juli 2022 sein Roman Samson und Nadjeschda, aus dem Russischen von Johanna Marx und Sabine Grebing. 

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    Ende der ukrainischen Unabhängigkeit 1921

    Die Ukrainische Volksrepublik war der erste unabhängige ukrainische Nationalstaat. Sie wurde am 20. November 1917 ursprünglich als autonomer Staat innerhalb Sowjetrusslands gegründet. Am 22. Januar 1918 rief ihr politisches Entscheidungsorgan, die Zentralna Rada, jedoch ihre Unabhängigkeit aus. Von April bis Dezember 1918 wurde sie durch ein sogenanntes Hetmanat abgelöst, anschließend aber neu gegründet. 1920 kam die Ukrainische Volksrepublik mit der Besetzung der Ukraine durch die Rote Armee zu ihrem Ende. Ihre Truppen kontrollierten jedoch noch einige Gebiete, erst mit dem Friedensvertrag von Riga 1921 entzog die polnische Armee ukrainischen Einheiten ihre Unterstützung und besiegelte damit faktisch die vollständige Sowjetisierung der Ukraine. 

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    drei Unabhängigkeitstage der Ukraine

    Gemeint ist erstens die Unabhängigkeit der Ukrainischen Volksrepublik vom Russischen Kaiserreich, die am 20. November 1917 proklamiert wurde und bis zur sowjetischen Eroberung teilweise bis November 1920 Bestand hatte. Zweitens die Unabhängigkeit durch den Austritt aus der Sowjetunion, die formal am 24. August 1991 erklärt wurde. Und drittens wohl der Euromaidan zwischen November 2013 und Februar 2014, im Zuge dessen der prorussische Präsident  Viktor Janukowitsch aus der Ukraine flüchtete und abgesetzt wurde.

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    „Slawa Ukrajini!“

    „Slawa Ukrajini!“ und die Erwiderung „Herojam slawa!“ (dt. „Ruhm der Ukraine – Ruhm den Helden“) ist ein ukrainischer Slogan und Gruß. Der Ursprung ist nicht ganz klar, oft wird er im ukrainischen Unabhängigkeitskrieg 1917–1921 verortet. Seit dem Euromaidan (2013–2014) verbinden viele damit auch Hoffnung auf eine demokratische Zukunft des Landes. Heute ist die Formel eine Art Ausdruck des Widerstands gegen Russland und für die Beschwörung der eigenen Kraft und Unabhängigkeit.

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    Siwerskodonezk 

    Siwerskodonezk (bis 2024 Sjewjerodonezk) ist eine ukrainische Stadt, sie liegt im Osten des Landes. Vor dem russischen Überfall auf die Ukraine lebten hier rund 100.000 Menschen. Durch die Invasion wurden rund 90 Prozent aller Gebäude der Stadt zerstört beziehungsweise beschädigt. Seit dem 25. Juni 2022 ist Sjewjerodonezk von russischen Truppen okkupiert. Vorangegangen waren blutige Kämpfe, unter anderem um die Chemiefabrik Asot – größter Hersteller von Stickstoffdünger in der Ukraine. 

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    Genosse Major

    „Genosse Major“ ist eine in Russland gängige ironische Sammelbezeichnung von Mitarbeitern der Geheimdienste. Das Motiv war schon zu Zeiten der Sowjetunion ein popkultureller Code. So sang etwa Jegor Letow (1964–2008), der oft als „Patriarch“ des russischen Punk bezeichnet wird, über einen KGB-Major, der 1985 seinen Fall leitete und den oppositionellen Musiker schließlich in die Zwangspsychiatrie brachte: „Wir sind Eis unter Majors Füßen / Major wird ausrutschen und fallen“. Da auch Putin einst KGB-Major war, schwingt in dem Code heute nicht selten auch eine Referenz an den russischen Präsidenten mit.  

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    Andrej Loschak

    Andrej Loschak (geb. 1972) ist ein bekannter und mehrfach ausgezeichneter russischer Journalist und Dokumentarfilmer. Er moderierte eine Sendung auf dem Fernsehkanal NTW, von 2013 bis 2015 war Loschak beim unabhängigen Internet-Fernsehsender Doshd. 2015 war er einer der Gründer von Takie Dela (dt. So ist es) – eine unabhängige und unpolitische Onlinezeitschrift zu Sozialthemen, deren Redaktion Loschak bis 2016 geleitet hat. Im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine emigrierte er im März 2022 nach Georgien.

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    1939 – Parade vom 22. September

    Gemeint ist die Parade vom 22. September 1939, mit der die Aufteilung Ost- beziehungsweise Ostmitteleuropas zwischen Russland und Nazi-Deutschland auch in Brest-Litowsk besiegelt wurde. Basis war der Hitler-Stalin-Pakt von 1939, dessen geheimes Zusatzprotokoll vorsah, wie die Interessensphären gewaltsam abgesteckt werden sollten – beginnend mit der Teilung Polens. Die Parade von Brest-Litowsk, das seinerzeit zu Polen gehörte, diente der Übergabe der Stadt an die Sowjets, drei Wochen nach Beginn des Angriffs durch Nazi-Deutschland auf Polen.  

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    Oleg Gaidukewitsch

    Oleg Gaidukewitsch (geb. 1977 in Minsk, belarus. Aleh Haidukewitsch) ist seit 2019 Chef der nationalistischen Partei LDPB, die ursprünglich aus der (sowjetischen) nationalistischen LDPR hervorgegangen ist. Gaidukewitsch trat mit der Übernahme des Vorsitzes in die Fußstapfen seines Vaters, der der Partei seit 1995 viele Jahre vorgestanden hatte. Er ist Mitglied des Parlaments und ist Vize-Vorsitzender des Außenausschusses. Gaidukewitsch ist bekannt für markige Worte, gilt als Lukaschenko-nah und seine Partei dem System gegenüber als loyal. Im Jahr 2020 zog er sich von einer angekündigten Kandidatur zu den Präsidentschaftswahlen zurück.  

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    Trilaterale Kontaktgruppe

    In der Trilateralen Kontaktgruppe (TKG) kamen regelmäßig seit Juni 2014 Vertreter der Ukraine, Russlands sowie der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)  für Krisengespräche zum Krieg im Donbass zusammen. Anwesend waren auch Vertreter der russisch kontrollierten, selbsternannten Volksrepubliken DNR und LNR. Grundlage für die Arbeit in der Kontaktgruppe waren Vereinbarungen aus dem Normandie-Format (Deutschland, Frankreich, Ukraine und Russland). Die Arbeit in der Kontaktgruppe sollte den – mit der russischen Invasion vom Februar 2022 gescheiterten – Minsker Friedensprozess vorbereiten, begleiten und die in den Vereinbarungen aus Minsk I und Minsk II konkreten festgehaltenen Lösungen politisch aushandeln und umsetzen. 

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