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    Busly ljazjaz / Tschorny bussel (Störche Belarus)

    Gemeint ist die selbst erklärte Partisanengruppe Busly ljazjaz (dt. Störche fliegen) und mit ihr verbundene Aktivisten in Belarus – die sich in der Vergangenheit unter anderem zu verschiedenen Anschlägen auf Sicherheitsstrukturen bekannt haben, darunter auf Quartiere der Sonderpolizei OMON. Gemeinsam mit der anonymen Hackergruppe Cyberpartisanen ist Busly ljazjaz mit der losen Vereinigung oppositioneller Gruppen – Supraziu (dt. Widerstand) – verbunden. Alle wurden durch die Behörden in Belarus als „extremistisch“ eingestuft.   

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    Supraziu (Widerstand) Belarus

    Bei Supraziu (dt. Widerstand) handelt es sich um eine belarussische Gruppierung, in der zahlreiche andere oppositionelle Gruppen in Belarus miteinander verbunden sind. Vom Obersten Gericht wurde sie als „extremistisch“ eingestuft. Zu dem Zusammenschluss gehören unter anderem die anonyme Hacker-Gruppe Cyberpartisanen und die selbst erklärte Partisanengruppe Busly ljazjaz (dt. Störche fliegen). Über Telegram mobilisieren diese Gruppen auch für den Eintritt in ein Freiwilligen-Bataillon aus Belarussinnen und Belarussen, das im Krieg auf Seiten der Ukrainer kämpft.  

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    „Peramoha“-Plan

    Die exilierte belarussische Opposition, die sich rund um die frühere Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja gebildet hat, stellte Mitte 2021 den so genannten Peramoha-Plan vor (dt. Sieges-Plan). Dahinter verbirgt sich eine Road Map, mit der für den Widerstand gegen das Lukaschenko-Regime vom Ausland aus mobilisiert werden soll. Operativ handelt es sich um eine Art Untergrundbewegung, die von BYPOL (einer Vereinigung ehemaliger Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden) angeleitet wird. Erklärtes Ziel ist der „organisierte und friedliche Machtwechsel“.

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    Chat-Deanonymisierung (Belarus)

    Geheimdienstliche Methode, um festzustellen, mit welcher IP-Adresse jemand im Internet unterwegs ist. Das belarussische Ermittlungskomitee hat dafür eine eigene „Netzfalle“ entwickelt, über die Ermittler eine Art Phishing-Link getarnt als „normalen Content“ über Telegram verschicken können. Wer diese Links anklickt, gibt – meist, ohne es zu bemerken – seine IP-Adresse preis und damit seine Anonymität auf. Experten schätzen die Methode als sehr wirkungsvoll ein, da die Links täuschend echt wirken, weil sie zum Beispiel eine klassische Teaser-Vorschau von Online-Nachrichten erzeugen können. 

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    Sojusnaja reschimost 

    Gemeint ist das gemeinsame Militärmanöver mit Russland, Sojusnaja reschimost (dt. Vereinigte Entschlossenheit), das Anfang Februar 2022 auf belarussischem Territorium abgehalten wurde. Das Manöver war von russischer Seite mit dem gemeinsamen „Kampf gegen Terrorismus“ begründet worden, hatte im Westen aber Befürchtungen ausgelöst, dass eine Invasion der Ukraine bevorstehen könnte. Diese Ängste haben sich mit dem Einmarsch vom 24. Februar 2022 als berechtigt erwiesen. 

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    Masha Gessen

    Maria (Masha) Gessen (geb. 1967) ist eine US-amerikanisch-russische Journalistin und Schriftstellerin. 1981 emigrierte sie mit ihren Eltern aus Moskau in die USA, kam nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder zurück, verließ Russland wegen des Gesetzes gegen „homosexuelle Propaganda“ 2013 aber erneut. Gessen schreibt regelmäßig für The New Yorker und andere US-amerikanische wie russische Medien. Die meisten ihrer Bücher wurden auch in andere Sprachen übersetzt, zuletzt erschien auf Deutsch 2020 Autokratie überwinden, übersetzt aus dem Englischen von Henning Dedekind und Karlheinz Dürr.

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    Handelspartner Ukraine und Belarus (FAQ)

    Am meisten gehen Ölprodukte aus Belarus in die Ukraine (etwa Benzin und Bitumen). Auch sonst gab es stets regen Handel sowie wirtschaftliche Verflechtungen, darunter mit belarussischen Produktionsstandorten in der Ukraine. Der Warenumsatz für 2021 betrug laut belarussischem Wirtschaftsministerium rund sieben Milliarden US-Dollar, der größte Teil: Export. Premierminister Roman Golowtschenko kündigte im März 2022 an, man müsse sich künftig nun noch stärker an Russland und China orientieren.

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    Wardomazki-Erhebung 2017 zu Medienkonsum (FAQ)

    Im Jahr 2017 zeigten Daten der Belarussischen Analysewerkstatt Wardomazki, dass die Befragten den unabhängigen Medien erstmals mehr Vertrauen entgegenbrachten als den staatlichen belarussischen sowie russischen Medien. Allerdings war das Vertrauen in russische Staatsmedien damals noch recht groß (knapp 30 Prozent) und größer als in belarussische Staatsmedien (rund 15 Prozent). Das führte Wardomazki teils auch auf die bessere Qualität der (im Vergleich zu Belarus) großen Sender zurück.

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    Harte Strafen bei Protest (Belarus) (FAQ)

    Wer festgenommen wird, dem drohen sowohl Haft- als auch Geldstrafen. Gerichte verhängen häufig Ordnungshaft von zehn, fünfzehn bis hin zu 30 Tagen. In belarussischen Gefängnissen wird häufig Folter angewendet. Gegen eine Person kann es zu mehreren Gerichtsverfahren kommen. Mögliche soziale Folgen sind Jobverlust, entsprechend finanzieller Ruin und sozialer Abstieg.  

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