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  • Gnose

    Ängste vor Landnahme (FAQ)

    Bereits damals gab es in Russland Debatten über den Status der Krim und Stimmen, die laut über eine Landnahme nachdachten und die Grenzziehungen von 1991 infrage stellten. Im Jahr 2006, als die turnusmäßig geplante NATO-Übung „Sea Breece“ nahe der Krim für Wirbel und Protest in der Hafenstadt Feodossija sorgte, wurden solche Gedankenspiele auch offen bei einem Vorstoß im russischen Parlament diskutiert – ohne praktische Relevanz zu erlangen. Schon im Jahr 2005 hatte auch Putins Rede zur Lage der Nation bedrohlichen Eindruck hinterlassen, als dieser vom Zusammenbruch der Sowjetunion als „größte geopolitische Katastrophe“ des 20. Jahrhunderts sprach. 

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  • Gnose

    EU-Beistandspflichten (FAQ)

    Auch die Europäische Union hat in ihren Verträgen für den Fall eines bewaffneten Angriffs auf ein Mitgliedsland eine so genannte „Beistandsklausel“ (Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags), auch wenn dieser Beistand nicht explizit militärisch sein muss. 

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  • Gnose

    Ankündigung Referendum Ukraine (FAQ)

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky hat mehrfach angekündigt, einen möglichen Kompromiss mit Russland über ein Referendum zur Abstimmung zu stellen. Ein Referendum könnte also eine Legitimierung eines Verhandlungsergebnisses sein. Selensky sitzt an mehreren „Tischen“ gleichzeitig: erstens, dem Verhandlungstisch mit Russland, zweitens, mit der eigenen militärischen und politischen Elite in der Ukraine und drittens, mit der mobilisierten ukrainischen Bevölkerung. Ob ein solches Referendum durchführbar wäre und wie es sich auf den Handlungsspielraum der ukrainischen Seite auswirkt, ist derzeit noch offen.  

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  • Gnose

    Verhandlungsrunden (FAQ)

    Vier Tage nach Kriegsbeginn nahmen eine russische und eine ukrainische Delegation direkte Verhandlungen in Belarus auf – zunächst nahe der ukrainisch-belarussischen Grenze, dann in der Nähe der belarussisch-polnischen Grenze. Die Tatsache, dass russische Truppen in Belarus stationiert sind und von dort die Ukraine angreifen, macht Belarus zu einem schwierigen, mit Sicherheitsrisiken verbundenen Verhandlungsort für die ukrainische Delegation. Nach drei persönlichen Treffen zu Beginn wurden diese Verhandlungen per Videoschalte fortgeführt. Ein weiteres Treffen gab es am 29. März in Präsenz in Istanbul – ohne Durchbruch für ein Ende der Kampfhandlungen, aber mit neuen Details zu den Forderungen beider Seiten. 

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  • Gnose

    Budapester Memorandum (FAQ)

    In § 1 des Memorandums sicherten Russland, Großbritannien und die USA der Ukraine die Anerkennung ihrer Unabhängigkeit und Souveränität in ihren existierenden Grenzen gemäß der KSZE-Schlussakte von Helsinki zu. In § 2 sicherten alle genannten Staaten der Ukraine außerdem zu, die Drohung mit oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale und politische Integrität der Ukraine zu unterlassen, es sei denn zur Selbstverteidigung und oder im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen. In § 4 schließlich sicherten die Staaten der Ukraine im Falle einer nuklearen Bedrohung zu, sofort den UN-Sicherheitsrat einzuschalten, in dem alle drei Staaten ständige Mitglieder und Veto-Mächte sind.

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    Orks

    In der Ukraine werden russische Soldaten häufig Orks geschimpft. Diese Bezeichnung für unmenschliche Höllenwesen (womöglich vom lateinischen Orcus für Unterwelt) ist mit J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“ berühmt geworden, wo die monströsen Soldaten des bösen Widersachers Sauron Orks heißen.  

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    London will uns nicht

    Großbritannien hat in Reaktion auf den russischen Angriff gegen die Ukraine verschiedene Sanktionen auch gegen Belarus verhängt. Begründet wird dieser Schritt laut Medienberichten damit, dass Machthaber Alexander Lukaschenko den Einmarsch „von seinen Grenzen aus“ erleichtere. 

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    Prag macht dicht

    Der Autor meint die Aussetzung von Visavergaben an belarussische Bürger. Zu diesem Schritt hat sich die tschechische Regierung Anfang März 2022 in Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine entschlossen. Als Ausnahmen sollen humanitäre Gründe gelten.

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    Schauspielerinnen (Ukraine-Krieg)

    Bei der russischen Bombardierung der ukrainischen Stadt Mariupol geriet Anfang März 2022 eine Geburtsklinik unter Beschuss. Es gab nachweislich Tote. Bilder der zerstörten Klinik zeigten unter anderem eine verwundete Schwangere. Mitarbeiter des russischen Außenministeriums behaupteten daraufhin, dass die Szene gestellt war: Da die Frau eine Influencerin sei, hätten „faschistische“ Ukrainer sie zu diesem „Schauspiel“ beauftragt. Eigentlich sei die Klinik nicht in Betrieb und werde von „Ukrofaschisten“ genutzt.

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  • Gnose

    Sekundärsanktionen

    Sekundärsanktionen sind indirekte Strafmaßnahmen: Vergibt beispielsweise eine chinesische Bank einen Kredit an ein russisches Unternehmen, das unter primären US-Sanktionen steht, dann drohen der Bank (in ihrem US-Geschäft oder auch bei SWIFT) sekundäre Sanktionen.

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