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    Festival Mahutny Bosha

    Mahutny Bosha (belaruss. Mohutschi Boshe) bedeutet übersetzt Mächtiger Gott und ist der Name eines Festivals für geistliche Musik in der Großstadt Mogiljow (belaruss. Mahiljou). Seit dem Start 1993 fand es lange Zeit jährlich statt, seit 2011 alle zwei Jahre. 

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    Musikverlag Kowtschog

    Kowtschog ist ein 1991 in Belarus gegründeter Musikverlag, der vor allem in den 1990er Jahren eine bedeutende Rolle für die belarussische Musikszene spielte. Der Begriff Kowtschog bedeutet so viel wie „Arche”. Langjähriger Leiter war Wladimir Kusmin, der seinerzeit aus der Minsker Jazz-Szene stammte und den Verlag mitgegründet hatte. 

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    Treffen 2007 Präsidialverwaltung (Belarus)

    Im November 2007 fanden einige Treffen zwischen bekannten belarussischen Rock-Musikern, Journalisten und Kulturmanagern und dem Leiter der Ideologieabteilung in der Präsidialverwaltung, Oleg Proleskowski (belarussisch: Aleh Praljaskouski), statt. Grund dafür, dass die Kulturschaffenden den Kontakt zu den Machthabern gesucht hatten, waren die Auftrittsverbote, von denen Bands wie beispielsweise N.R.M. oder Neuro Djubel betroffen waren. Von Medien und Fans wurden die Teilnehmenden, die zu jener Zeit als Aushängeschilder des Musikprotests galten, in einer scharf geführten Debatte bezichtigt, sich „verkauft“ zu haben. Die Teilnehmer des Treffens hielten dagegen, dass es zu keinerlei Absprachen mit den Regierungsvertretern gekommen sei.

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    N.R.M.

    N.R.M. (Nesaleshnaja Respublika Mroja, dt. Die unabhängige Republik der Träume) sind eine bekannte belarussische Punkrock-Band. Ihre musikalischen Einflüsse speisen sich aus dem Grunge, Punk und aus dem Alternative- oder Indie-Rock. Das Quartett um Frontmann Lavon Volski ging aus der Hardrock-Formation Mroja hervor und wurde 1994 gegründet. N.R.M. entwickelten sich spätestens mit dem Album Try tscharapachi aus dem Jahr 2000 zu einer der prägendsten und kulturell einflussreichsten Bands aus Belarus und zur führenden Band im Kulturwiderstand gegen Machthaber Alexander Lukaschenko. In ihren poetischen und ironischen belarussischsprachigen Texten, die vor allem aus Volskis Feder stammen, geht es um das Selbstverständnis der belarussischen Jugend, um die schwierige Position der belarussischen Kultur und um gesellschaftspolitische Missstände. Seit 2010 tritt die Band ohne Volski auf.

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    Jugendradiosender 101,2 in Belarus

    Radio 101,2 war ein belarussisches Radioprogramm, das auf der UKW-Frequenz 101,2 aus Minsk sendete. Es existierte in den Jahren 1995 und 1996 und wurde schließlich von den Machthabern geschlossen. Die offizielle Erklärung war, dass die Frequenz angeblich die der Minsker Polizei störe. Inoffiziell wurden eher die große Popularität des Senders bei der belarussischen Jugend und der freche, kreative und kritische Ton der Berichterstattung als Gründe für die Schließung gehandelt. Viele Redakteure wie beispielsweise Lavon Volski, Aljaxandr Pamidorau oder Kassja Kamozkaja entwickelten sich nach der Schließung des Senders zu einflussreichen Persönlichkeiten in der belarussischen Kulturlandschaft.

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    Ulis (Krama, Mjaszowy Tschas)

    Mit der Perestroika gründeten sich in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre Rockbands in Belarus, die landesweit bekannt wurden, darunter auch Ulis, Mjaszowy Tschas und Krama: Ulis, 1988 gegründet, feierte bis zur Trennung der Ursprungsbesetzung Mitte der 1990er Jahre große Erfolge. Einige der Songtexte schrieb Lavon Volski (selbst Gründer der als legendär geltenden Bandprojekte Mroja, N.R.M. und Krambambulya). Mjaszowy Tschas fand sich 1987 zusammen, sang zu Beginn russischsprachig, dann nur noch auf Belarussisch. Produziert wurden vier Alben, drei bis zur Trennung 1992, ein weiteres nach kurzer Reunion 1997. Musik und Stil waren von Led Zeppelin, AC/DC und Blues beeinflusst. Krama formierte sich 1991, hatte später mit Auftrittsverboten zu kämpfen und gilt heutzutage nach 30 Jahren Bandgeschichte als Urgestein des belarussischen Rocks.

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    500 für alle

    Der Ausspruch „500 für alle“ gilt in Belarus als Chiffre eines Wohlstandsversprechens von Machthaber Alexander Lukaschenko. Seit den frühen 2000er Jahren stellte er wiederholt ein monatliches Durchschnittseinkommen von (umgerechnet) 500 US-Dollar in Aussicht. Bis zum Jahr 2010 erreichte das Durchschnittseinkommen den Wert von rund 400 US-Dollar. Es folgte ein Jahrzehnt mit Inflation, Rezession und Stagnation. Im Durchschnitt verdiente ein Arbeiter laut offiziellen Zahlen der Nationalen Statistikbehörde zu Beginn der 2020er Jahre rund 1480 BY-Rubel monatlich, was rund 585 Dollar entspricht. Regional und sektoral schwanken die Löhne, liegen etwa im IT-Bereich höher, im sozialen Bereich darunter. Der staatlich vorgeschriebene Mindestlohn liegt seit 2021 bei rund 400 Rubel (158 US-Dollar). 

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    Igor Sergejenko

    Igor Sergejenko (geb. 1963, belaruss. Ihar Serheenka) ist ein bedeutender belarussischer Staatsbeamter im System von Alexander Lukaschenko. Seit Dezember 2019 leitet er die Präsidialadministration, die als zentrales Lenk- und Kontrollorgan der Machtvertikalen in Belarus gilt. Ausgebildet wurde er unter anderen an den Bildungseinrichtungen des KGB, dessen Zentrale in der Oblast Mogiljow er zwischen 2010 und 2013 leitete. Von 2013 bis 2019 bekleidete er das Amt des ersten Stellvertreters des KGB-Direktors.

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    Machtapparat (Belarus)

    Zum Machtapparat, der in Belarus die politische Kontrolle sichert, gehören folgende Institutionen und Strukturen: das Innenministerium, dem die Miliz, die Truppen des Inneren, der OMON oder andere polizeiliche Spezialkräfte unterstehen; der KGB; das Komitee für Strafverfolgung; der Sicherheitsdienst des Präsidenten; der Staatliche Kontrollausschuss; das operativ-analytische Zentrum (Kontrolle des Internets); verschiedene Strukturen des Verteidigungsministeriums, der Grenztruppen und des Komitees für Zollangelegenheiten. Für die Durchsetzung der Repressionen spielt auch die Generalstaatsanwaltschaft eine bedeutende Rolle. Laut verschiedenen Schätzungen sind rund 120.000 Menschen in diesen Strukturen tätig. Die Arbeit dieser Silowiki-Strukturen wird vom Rat für Nationale Sicherheit koordiniert.  

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