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    Helsinki Komitee in Belarus

    Im Jahr 1995 gegründet, war das belarussische Helsinki-Komitee (BHK) die älteste Menschenrechtsorganisation in Belarus. Im September 2021 wurde sie durch einen Beschluss des Obersten Gerichtshofs aufgelöst. Zuvor hatte das Justizministerium Klage wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten eingereicht. Das Vorgehen gilt als politisch motiviert und löste international Kritik aus, darunter vom Europarat und den Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch sowie Amnesty International.

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    Rabotschy ruch

    Bei Rabotschy ruch handelt es sich um eine Arbeiterinitiative, die im Zuge der Massenproteste im Sommer 2020 in Belarus gegründet wurde. Arbeiter verschiedener belarussischer Staatsbetriebe unterstützten auf diesem Wege die Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja und schlossen sich im Herbst ihren vom Exil aus initiierten Streiks an. In den für Belarus bedeutenden Staatsunternehmen strebt die Initiative seither neue Arbeitsniederlegungen an. Im September 2021 gab es wegen angeblicher, von ausländischen Geheimdiensten gesteuerter Industriespionage und Sabotage eine Verhaftungswelle unter den Initiatoren der Bewegung. Bereits zuvor gab es Prozesse gegen oppositionelle Gewerkschafter; einige sind inhaftiert, andere flohen ins Exil.

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    Paragraph 361

    Der Paragraph 361 im belarussischen Strafgesetzbuch behandelt die Gefährdung nationaler Sicherheit, darunter wegen Anstiftung zur Gefährdung sowie durch Bildung einer extremistischen Vereinigung. Er ist einer von mehreren Paragraphen, mit denen Regierungsgegner und Kritiker des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko seit den Protesten im Jahr 2020 verfolgt werden. Gegen Maria Kolesnikowa, Oppositionspolitikerin und eine Symbolfigur der belarussischen Massenproteste, wurde im September 2021 unter anderem auf dieser Basis eine elfjährige Haftstrafe verhängt. Einer ihrer Mitstreiter, der bekannte Anwalt Maxim Snak, wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.

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    Agrogorodok

    Agrogorodok bezeichnet einen Siedlungstyp im ländlichen Raum von Belarus, der im Jahr 2007 gesetzlich festgeschrieben wurde und auf ein Regierungsprogramm zur „Wiederbelebung” der Dörfer zurückgeht. Inzwischen gibt es in Belarus viele Hundert Ortschaften mit diesem Status. Das Ziel: die ausgewählten Orte in Zeiten massiver Landflucht zu entwickeln, aufzuwerten und den traditionellen Agrarsektor in und um die Siedlungen herum zu stärken. Um kostengünstig zu bauen, ist Wohnraum für diese Siedlungen genormt worden. Experten sehen die Abwanderung nicht gestoppt, weil moderne Infrastruktur weiterhin fehlt, ebenso Arbeitsplätze. Nach Zahlen der Weltbank lebt knapp 80 Prozent der Bevölkerung von Belarus in Städten.

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    Shaludok

    Shaludok ist eine Ortschaft im Westen von Belarus, gegründet in früher Neuzeit auf dem Gebiet des Großfürstentums Litauen (ab 1569 Unionsstaat mit Königreich Polen). Sie geriet im Zuge späterer Teilungen der polnisch-litauischen Adelsrepublik ins Einflussgebiet des Zarenreiches, war ab 1939 Teil der Sozialistischen Sowjetrepublik Belarus. Heutzutage ist sie vor allem für ein neobarockes Schloss bekannt, das dort 1908 für die frühere Fürstenfamilie Czetwertynski erbaut wurde.

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    Shamyslaul

    Shamyslaul ist eine Ortschaft im Nordwesten von Belarus, kurz vor der litauischen Grenze. Dort befindet sich ein bekanntes Schloss, das 1877 vollendet wurde. Die Ustiamowski-Familie ließ es als kleine Nachahmung des Warschauer „Palais auf dem Wasser” von August II. errichten. Eine Restauration steht aus.

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    IX Fortas

    Das Neunte Fort ist eine ehemalige Befestigungsanlage und heutige Gedenkstätte in der litauischen Stadt Kaunas. In dem ab 1902 errichteten Fort inhaftierte die sowjetische Geheimpolizei NKWD zwischen 1940 und 1941 politische Gefangene. Unter deutscher Besatzung wurde es zum Schauplatz von Massenmorden. Allein am 29. Oktober 1941 wurden hier über 9000 Jüdinnen und Juden aus Kaunas von deutschen Truppen und ihren litauischen Hilfskräften ermordet.

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    Primo Levi

    Primo Levi (1919–1987) war ein italienischer Chemiker und Schriftsteller. Er kämpfte in Norditalien als Partisane, geriet in Gefangenschaft und wurde im Februar 1944 aufgrund seiner jüdischen Herkunft nach Auschwitz deportiert. Er überlebte das Lager und veröffentlichte 1947 den autobiographischen Roman Ist das ein Mensch?, dessen Zweitausgabe 1958 zu einem Welterfolg wurde.

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    Massaker von Drobizki Jar

    Drobizki Jar ist eine Schlucht am Rande der ukrainischen Stadt Charkiw. Während des Zweiten Weltkrieges nahmen deutsche Einheiten hier eine Serie von Massenerschießungen vor. Dabei wurden im Dezember 1941 bis zu 15.000 Jüdinnen und Juden aus dem provisorischen Ghetto von Charkiw erschossen, im folgenden Frühjahr vor allem psychisch kranke Menschen und sowjetische Kriegsgefangene. 2002 wurde eine Erinnerungslandschaft eingeweiht, die explizit an die jüdische Identität der meisten Opfer erinnert.

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    Historikerstreit

    Der sogenannte Historikerstreit von 1986/87 war eine öffentliche Debatte um die Frage, welche Rolle der Holocaust im bundesdeutschen Geschichtsbild spielen sollte und in welchem Verhältnis er zu sowjetischen Verbrechen stand. Als Hauptprotagonisten werden häufig Ernst Nolte und Jürgen Habermas genannt, jedoch waren zahlreiche Historiker, Publizisten und auch Leserbriefschreiber an der Debatte beteiligt.

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