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    Sergej Dawidis

    Sergej Dawidis (geb. 1969) ist ein russischer Soziologe, Jurist und Menschenrechtler. Er gehört zu den Leitern der 2008 ins Leben gerufenen Oppositionsplattform Solidarität und ist Vorstandsmitglied bei der Menschenrechtsorganisation Memorial, wo er für Programme zur Unterstützung politischer Gefangener verantwortlich ist. Dawidis leistet nicht selten juristischen Beistand für politische Aktivisten und organisiert Protestveranstaltungen. Wegen angeblicher Organisation einer nicht genehmigten Protestveranstaltung wurde er 2021 zu zehn Tagen Haft verurteilt.

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    Allgemeiner Jüdischer Arbeiterbund

    Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund, kurz Bund, war eine 1897 aus illegalen Streikkassen entstandene marxistische, jüdische Arbeiterpartei, die in Polen, Litauen und Russland aktiv war. Da Parteien im Russischen Reich bis 1905 verboten waren, wirkte der Bund zunächst im Untergrund. Er kämpfte für den Sozialismus, Minderheitenrechte der jüdischen Arbeiterklasse in der Diaspora und trat für die Jiddische Sprache ein. Im Arbeitskampf kooperierten die Bundisten mit polnischen und russischen Arbeitern. Die Zionisten galten ihnen dagegen häufig als Bürgerliche und damit als Klassenfeinde, dennoch kam es im Sinne der Pogromabwehr zu partiellen Bündnissen mit ihnen.

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    Erez Israel

    Der hebräische, aus der Bibel stammende Begriff Erez Israel bedeutet Land Israel und steht für den Staat der Juden bzw. Hebräer. Mit der gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden jüdischen Nationalbewegung (Zionismus) wurde der Begriff vermehrt aufgegriffen und zur Bezeichnung des künftigen jüdischen Staates herangezogen.

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    Jeschiwa

    Eine Jeschiwa (Plural: Jeschiwot) ist eine jüdische Hochschule, die von der jüdischen Gemeinde getragen wurde, und in der die Schüler unter Anleitung eines gelehrten Rabbiners vor allem den Talmud studieren und analysieren – sich also mit der Auslegung der Gesetze der Tora beschäftigen. In Osteuropa etablierten sie sich ab dem 16. Jahrhundert, als in Brest-Litowsk die Jeschiwa von Shelomoh Luria gegründet wurde. Vor allem der Ruhm der gelehrten Rabbiner konstituierte den Ruf, den die berühmtesten Jeschiwot in der jüdischen Welt genossen. 

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    Cheder (hebr. für Zimmer)

    Als Cheder (hebräisch: Zimmer) wurden die traditionellen, religiös geprägten jüdischen Schulen bezeichnet. Sie waren in Westeuropa bis zum 18. Jahrhundert, in Osteuropa jedoch bis zum Holocaust üblich. Im Cheder lernten jüdische Jungen die hebräische Sprache sowie Tora und Talmud. Mit Erlangung der religiösen Mündigkeit (Bar Mitzwa) mit 13 oder 14 Jahren endete der Besuch des Cheder.

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    Schtetl

    Schtetl ist die jiddische Bezeichnung für eine Stadt bzw. eine Kleinstadt mit hohem jüdischen Bevölkerungsanteil. Solche Siedlungen ließen sich bis zum Zweiten Weltkrieg in praktisch allen osteuropäischen Ländern finden. In den Schtetln lebte die jüdische Bevölkerung nach ihrem Glauben und ihren Traditionen. Dennoch waren die Schtetl keine isolierte jüdische Welt, denn häufig gab es einen ebenso großen christlichen Bevölkerungsanteil, eine Kirche und Orte, an denen Juden und Nicht-Juden sich gegenseitig begegneten.

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    Misnagdim

    Misnagdim (hebräisch: Gegner, Widerständler) war eine Bezeichnung der chassidischen Juden für die Anhänger anderer orthodoxer Strömungen des Judentums. Die Misnagdim waren ihrerseits streng religiös, beriefen sich aber auf die talmudischen Schriften und lehnten den als „Aberglauben“ denunzierten Mystizismus und den Kult um einzelne religiöse Oberhäupter ab. Sie konzentrierten sich im 19. Jahrhundert insbesondere in Litauen und den nördlichen Gebieten des heutigen Belarus und sahen sich auch selbst als Gegenpol zum Chassidismus und als Hüter des ‚wahren‘ orthodoxen Judentums. 

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    Chassidismus

    Der Chassidismus ist ein mystischer Volksglaube, der vor allem unter streng religiösen osteuropäischen Juden verbreitet war. Er entstand Mitte des 18. Jahrhunderts in Podolien und Wolhynien (auf den Gebieten der heutigen Ukraine und von Belarus). Chassidim sind in Dynastien organisiert, deren Oberhäupter Rebbe genannt werden. Durch den Holocaust wurde der Chassidismus in Osteuropa nahezu vollständig vernichtet. Heute lebt ein Großteil der chassidischen Juden in den USA und in Israel.

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    Chmelnizki-Aufstand

    Der von 1648 bis 1657 andauernde Kosakenaufstand unter Führung des Hetmans Bogdan Chmelnizki (ukr. Bohdan Chmelnyzkyj) führte zur Abspaltung ukrainischer Gebiete, einschließlich Kiews, von Polen-Litauen und zur Eingliederung dieser ins Russische Zarenreich. Die Kämpfe wurden von massiven antijüdischen Pogromen begleitet, mehrere Zehntausend Juden verloren ihr Leben. Der Aufstand nimmt einen bedeutenden Stellenwert in der osteuropäischen Geschichte ein und wird heute sowohl in der Ukraine als auch in Russland politisch instrumentalisiert.

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    Rat der vier Länder

    Der „Rat der vier Länder” (hebräisch: Wa’ad Arba’ Arazot) war die höchste Institution der jüdischen Selbstverwaltung in Polen-Litauen zwischen 1581 und 1764. 70 Vertreter der „vier Länder” (Großpolen, Kleinpolen, Ruthenien, Wolhynien) trafen zweimal jährlich zusammen, um über interne jüdische Angelegenheiten, darunter auch die Aufteilung der Steuerlasten aller jüdischen Gemeinden im polnisch-litauischen Staat, zu beraten.

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