Quelle

Gorky

Gorky

Das Internetportal Gorky ist ein gemeinnütziges Projekt, das im September 2016 gegründet wurde. Die Stelle der ehemaligen Chefredakteurin Nina Nasarowa, die heute beim russischen BBC arbeitet, übernahm im April 2017 der 37-jährige Literaturkritiker Konstantin Miltschin. Miltschin ist studierter Philologe und ausgewiesener Literaturexperte. Ehe er zu Gorky stieß, war er bei verschiedenen Radiosendern (zum Beispiel bei Majak) für die Rubrik „Literatur“ zuständig sowie Kurator für das Irkutsker Internationale Bücherfestival. 
Gründer von Gorky ist Boris Kuprijanow, Inhaber des bekannten Moskauer Buchladens Falanster.1 

Gorky finanziert sich über Spenden, unter anderem von der Zimin Foundation, der Stiftung Michail Prochorows und Angstrem.2

Formate

Das Medium präsentiert Literatur in den verschiedensten Formaten, darunter zum Beispiel Rezensionen (die die Leser auch selbst hochladen können), Interviews, Reportagen und Textfragmente.3 Ziel der Redakteure ist es einen ganz eigenen Stil zu schaffen: „Wir wollen über gängige und irgendwie ermüdende Formate hinausgehen, wie zum Beispiel das althergebrachte Format der Rezension mit nur 1500 bis 2000 Zeichen, in der der erste Absatz immer das Werk nacherzählt und dann eine Idee entwickelt wird.“4 Im Gegensatz zu größeren Herausgebern, bei denen Buchvorstellungen nur eine kleine Rubrik unter vielen sei, habe insbesondere eine kleine Redaktion, die sich ausschließlich mit Büchern befasst, die Möglichkeit, Spielereien auszuprobieren.5 

Ziele

Das Besondere an Gorky ist die explizite Hinwendung zum russischen Publikum. Die Redaktion schenkt einerseits russischen Veröffentlichungen besonderes Augenmerk, andererseits wählt sie gezielt internationale Bücher aus, die für das russische Publikum interessant sein könnten. Außerdem bespricht Gorky auch Werke, die in den vergangenen 200 bis 300 Jahren erschienen sind. Für den Leser, so die Redaktion, sei das Erscheinungsdatum schließlich egal, solange er das Buch nicht gelesen habe.6 Damit wendet sich Gorky an ein intellektuelles Publikum, das sich über Neuerscheinungen hinaus für Literatur interessiert.7 

Auch den Leseprozess an sich rücken die Autoren von Gorky in den Mittelpunkt. Was passiert beim Lesen im Kopf? Wie lesen Menschen eigentlich? Um diese Fragen zu beantworten, werden die Lesegewohnheiten von Menschen aus verschiedenen Berufssparten und mit unterschiedlichen politischen Einstellungen näher beleuchtet.8

Die Redakteure selbst ordnen Gorky keiner politischer Richtung zu, Herausgeber Boris Kuprijanow erklärt: „Wir sind kein politisches Sprachrohr. Wir wollen nicht irgendwelche ideologischen Dinge vorstellen. Wir wollen über Bücher sprechen. Sollen doch die Menschen die Bücher lesen und damit eventuell selbst politische Ansichten entwickeln.“9 Gorky versteht sich vielmehr als eine neutrale Plattform, die Literatur-Interessierte vereint.

 

Eckdaten

Gegründet: 2016
Herausgeber: Boris Kuprijanow
Chefredakteur: Konstantin Miltschin
URL: https://gorky.media/


1. gorky.ru: Redakzija
2. gorky.ru: Redakzija
3. newtonew.com: Internet-proekt «Gor'kij»: Čtenie - ėto zlobodnevno
4. daily.afisha.ru: «Gor'kij - ėto tože mem»: pro čto budet pisat' novyj sajt o literature «Gor'kij»
5. daily.afisha.ru: «Gor'kij - ėto tože mem»: pro čto budet pisat' novyj sajt o literature «Gor'kij»
6. daily.afisha.ru: «Gor'kij - ėto tože mem»: pro čto budet pisat' novyj sajt o literature «Gor'kij»
7. newtonew.com: Internet-proekt «Gor'kij»: Čtenie - ėto zlobodnevno
8. newtonew.com: Internet-proekt «Gor'kij»: Čtenie - ėto zlobodnevno
9. daily.afisha.ru: «Gor'kij - ėto tože mem»: pro čto budet pisat' novyj sajt o literature «Gor'kij»
Gnosen

im Gnosmos

als Text

im Gnosmos

als Text

Neueste Gnosen

Kurilenkonflikt

„Wir müssen den Zweiten Weltkrieg beenden“, sagt Dimitri Peskow. Damit meint der Kreml-Sprecher einen Friedensvertrag, der zwischen Russland und Japan seit 1956 geplant ist und den es immer noch nicht gibt. Sören Urbansky über die Kurilen – eine Inselkette, die zum ständigen Zankapfel bei Friedensbemühungen wurde.

Sowjetnostalgie und Stalinkult

Sowjetnostalgie auf Zehnjahreshoch: Die Zahl der Russen, die den Verlust der Sowjetunion bedauern, liegt derzeit bei 66 Prozent. Das zeigen aktuelle Umfragen des Lewada-Zentrums. Monica Rüthers über die Sehnsucht nach Heldentaten in Schnee und Eis, Gagarin, Ballett, Kameradschaft, und, mitunter, auch nach Stalin.

Butowski Poligon

Der Butowski Poligon gilt für die Kirche als das russische Golgatha: еin Ort, an dem Stalin hunderte Geistliche erschießen ließ. Margarete Zimmermann über den Erinnerungsort, der wie kaum ein anderer für Widersprüche einer antistalinistischen Erinnerungspolitik steht.

Blokadniki

Während der Belagerung Leningrads vom 8. September 1941 bis 27. Januar 1944 durch die deutsche Wehrmacht kamen über eine Million Menschen ums Leben. Die meisten verhungerten oder erfroren, viele starben im Bomben- und Artilleriebeschuss. Nina Weller über das Schicksal der Blokadniki.

Nord Stream 2

In der EU wächst der Widerstand gegen die Gaspipeline Nord Stream 2. Gleichzeitig befürwortet der überwiegende Großteil der Deutschen den Bau der Ostseepipeline. Ist „Gas eine Ware“ oder ist „Gas ein Politikum“? Julia Kusznir über die scheinbare Gegensätzlichkeit dieser Argumente. 

Moskauer Staatliche Lomonossow-Universität

Am 25. Januar 1755 wurde sie auf Initiative des Universalgelehrten Michail Lomonossow gegründet: Die Staatliche Universität Moskau ist nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste und renommierteste Hochschule Russlands. Das Gründungsdatum am Tatjanin Den (dt. Tatjana-Tag) wird bis heute in Russland als Feiertag der Studierenden begangen.

Entstalinisierung unter Chruschtschow

Als Nikita Chruschtschow seine Rede beendet hatte, soll tosender Applaus aufgebrandet sein. So vermerkt es das Stenogramm des XX. Parteitags der KPdSU. Zeitgenossen hingegen berichteten von einer tödlichen Stille, die geherrscht haben soll. Jochen Krüger über Chruschtschows Geheimrede, die die Entstalinisierung einleiten sollte.

Juri Dud

Er gilt weder als Intellektueller noch als Oppositioneller. Vielmehr ist er ein Hipster mit perfekt gestyltem Haar, lässig gekleidet, das iPhone stets griffbereit. Mit seinen Interviews erreicht er ein Millionenpublikum. Eva Binder über Juri Dud, den neuen Medienstar im russischen Internet.

Alphabetisierungskurs für Frauen, Kabul, 11.05.1983 , Foto © Wladimir Rodionow/Sputnik (All rights reserved)