Quelle

Meduza

Meduza

Meduza ist ein Internetportal mit Hauptsitz in Riga (Lettland). Das Medium wurde im Oktober 2014 von Galina Timtschenko gegründet, die zuvor langjährige Chefredakteurin von Lenta.ru war (2004-2014).

Lenta.ru galt als äußerst zuverlässige Nachrichtenquelle und war eine der meistzitierten journalistischen Ressourcen im russischen Internet. Timtschenko wurde im März 2014 entlassen. Zuvor hatte die Medienaufsichtsbehörde Lenta.ru wegen der „Verbreitung extremistischen Materials“ verwarnt. Hintergund war ein Interview mit einem der Führer des ukrainischen Rechten Sektors. Mit Timtschenko verließ das ganze Team geschlossen das alte Projekt, und konstituierte sich neu in Riga als Meduza.

Meduza war zünachst vor allem ein Medien-Aggregator, der die wichtigsten Meldungen und Reportagen von anderen russischsprachigen Ressourcen sammelte. Inzwischen werden aber mehr und mehr eigene Artikel veröffentlicht. Außerdem bietet das Portal in Form von „info-Kärtchen“ zunehmend auch allgemeine, nützliche Auskünfte zu aktuellen und teils auch kuriosen Fragen („Wieviel verbotene europäische Lebensmittel darf man als privater Reisender nach Russland einführen?“ „Kann eine Ente ertrinken?“). Meduza erschließt sich so vor allem ein junges, internet-affines Publikum. Ausgewählte Artikel werden seit Januar 2015 auch ins Englische übersetzt.

 

Eckdaten

Gegründet: 2014
Chefredakteur: Iwan Kolpakow
Herausgeberin: Galina Timtschenko
URL: www.meduza.io

Gnosen
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Wassili Aksjonow

Wassili Aksjonows (1932–2009) literarische Karriere begann Ende der 1950er Jahre in Leningrad. Er erlebte in der Metropole ein Klima intellektueller Liberalisierung, das nach Stalins Tod für ein gutes Jahrzehnt als Zeit des sowjetischen Tauwetters in die Geschichtsbücher eingehen sollte. Aksjonow orientierte sich hier an westlichen Lebensentwürfen: Jazz, Pop, die legendäre Stiljagi-Kultur, Weiterlesen

Neueste Gnosen

Sanktionen

Als Reaktion auf die Annnexion der Krim und Russlands militärisches Eingreifen in der Ostukraine beschlossen sowohl die USA als auch die EU im Jahr 2014 wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Diese umfassen zunächst nur Einreiseverbote für unmittelbar in den Konflikt involvierte russische Politiker und Wirtschaftsführer sowie das Einfrieren von Vermögenswerten. Wegen russischer Unterstützung für die in der Ostukraine kämpfenden Milizen erließ die EU Ende Juli und im September 2014 ein separates Sanktionenpaket. Es besteht aus dem Finanzierungsstopp russischer Staatsbanken, Öl- und Rüstungskonzerne, sowie aus verschiedenen Handelsbeschränkungen. Im Juli 2017 beschlossen die USA zudem, Russland für die Angliederung der Krim, die mutmaßliche Einmischung in den US- Präsidentschaftswahlkampf und für die Unterstützung Baschar al-Assads im syrischen Bürgerkrieg zu bestrafen. Die neuen beziehungsweise modifizierten Sanktionen können bei voller Umsetzung nachhaltig Russlands Rohstoffgeschäft schädigen  (das einen großen Teil des Staatshaushalts ausmacht).

Russland und der ESC

Die Ereignisse rund um den ESC 2017 in Kiew lassen die Frage wieder aufkommen: Wie politisch ist der ESC? Yvonne Pörzgen über die Geschichte des Wettbewerbs in Russland, postsowjetisches Nation Branding und das angespannte Verhältnis Russlands zur Ukraine, das sich auch auf den ESC auswirkt.

Frauen im Großen Vaterländischen Krieg

Emanzipationsbegehren, Heldentum und die Lust, mit den Männern gleichzuziehen, standen am Anfang. Übrig blieben unendliche Müdigkeit und vielleicht noch Erleichterung darüber, wenigstens am Leben geblieben zu sein. Beate Fieseler über Frauen im Großen Vaterländischen Krieg.

Marx und Russland

„Die Lehre von Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist“, schrieb Lenin 1913. Dem ewig unvollendeten und suchenden Marx wäre das mit Sicherheit ein Gräuel gewesen. Aber wer fragt schon Gipsbüsten nach ihrer Meinung? Gerd Koenen über einen der einflussreichsten deutschen Philosophen und seine Beziehung zu Russland.

Ilya Varlamov

Ausgestattet mit einer Kamera wandert Ilya Varlamov durch Städte und kommentiert das Gesehene. Magdalena Kaltseis über einen russischen Urbanblogger mit Millionenpublikum.

Alla Pugatschowa

„Wer war Breshnew? Ein unwichtiger Politiker der Epoche von Alla Pugatschowa.“ So lautet ein immer noch in Russland kursierender Witz. Ingo Grabowsky über „the goddess of Russian pop“, die mit ABBA und Udo Lindenberg gesungen hat und an diesem Wochenende Geburtstag feiert.

Maxim Gorki

Maxim Gorkis Paradox bestand darin, dass er seine moralische Autorität in den Dienst des Stalinismus stellte. Ulrich Schmid über den meistgedruckten sowjetischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Krim

Es war kein Zufall, dass die russische Präsidentschaftswahl 2018 am 18. März stattfand. Die Wahlbeteiligung und die rund 90-prozentige Zustimmung für Putin auf der Krim stellt der Kreml als eine Art zweites Referendum über die Zugehörigkeit der Halbinsel zu Russland dar. Gwendolyn Sasse über die mythenumwobene Region, das Narrativ der „russischen Krim“ und die Selbstwahrnehmung der Krimbewohner nach der Angliederung an Russland. 

 

Comics in Russland

Comics als tödliche Gefahr für die geistige und physische Gesundheit der russischen Nation? Sandra Frimmel über die Geschichte des russischen Comics und den Kampf der Künstler um Anerkennung.

Stalins Tod

Der Tod Stalins löste im ganzen Land Bestürzung aus, selbst Opfer seiner Repressionen trauerten um den Führer der Werktätigen. Niemand wusste, was der Tod des Diktators für die Hinterbliebenen bedeuten würde. Fabian Thunemann zeichnet die Ereignisse vom März 1953 nach.

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