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    Elitenrotation (Belarus)

    In Belarus lässt Präsident Alexander Lukaschenko (belaruss. Aljaksandr Lukaschenka) leitende Angestellte und lokale Gouverneure häufig auf ihren Posten rotieren, damit sie keine persönliche Macht aufbauen können. Diese Elitenrotation findet sowohl auf zentraler wie auf regionaler Ebene statt. Besonders in Wahlkampfzeiten gehört sie zu den wichtigsten Maßnahmen, um den Machtanspruch des Präsidenten zu demonstrieren.

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    Russisch-belarussischer Energiestreit (2007)

    Im Jahr 2007 eskalierte ein Konflikt zwischen Russland und Belarus um Gas- und Ölpreise sowie um den Transit russischen Öls. Russland hatte den Gaspreis erhöht und Zölle auf den Export von Öl nach Belarus erlassen, die die exportierenden russischen Firmen auf den Gesamtpreis umlegten. Daraufhin erhob Belarus eine Transitgebühr auf russisches Öl, das mit der Pipeline Drushba (dt. Freundschaft) durch Belarus nach Westeuropa geleitet wurde. Nachdem ein Kompromiss geschlossen worden war, brach der Konflikt 2010 erneut aus.

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    Wjatschaslau Kebitsch

    Wjatschaslau Kebitsch (russ. Wjatscheslaw Kebitsch; 1936–2020) war ein belarussischer Politiker. Er war von 1991 bis 1994 der erste Ministerpräsident der unabhängigen Republik Belarus und damit formell Staatsoberhaupt, da bis 1994 kein Präsidentenamt vorgesehen war. Zuvor hatte er als leitender Ingenieur gearbeitet und als Mitglied der Kommunistischen Partei von Belarus (KPB) ab 1980 verschiedene politische Ämter bekleidet. Von 1996 bis 2004 war er Abgeordneter im Repräsentantenhaus der Nationalversammlung der Republik Belarus. Im November 2020 starb Kebitsch nach einer Infektion mit dem Corona-Virus.

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    Wirtschaftssanktionen (Belarus)

    Infolge der Repressionen gegen die demokratische Protestbewegung in Belarus hat die EU in drei Runden seit Oktober 2020 Wirtschaftssanktionen beschlossen. 55 Personen wurden mit Einreiseverboten für die EU belegt, und das Einfrieren von Vermögenswerten wurde ermöglicht. Zudem wird eine Liste mit belarussischen Unternehmen erarbeitet, deren Guthaben auf EU-Banken eingefroren und mit denen eine Kooperation künftig untersagt wird.

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    Woshd

    Im Original: woshd (dt. Führer). Der Autor benutzt den Begriff offenbar polemisch zur Zuspitzung. Als woshdism wird im Russischen oft eine absolute und personalisierte Herrschaftsform bezeichnet. Die sowjetische Propaganda der 1920er bis 1940er Jahre nannte Stalin nicht selten woshd.

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    Übersterblichkeit in Russland 2020 (Rakscha)

    Laut Schätzung des russischen Demografen Alexej Rakscha (geb. 1978) betrug die  gesamte Übersterblichkeit in Russland im Jahr 2020 rund 300.000 Fälle. Davon seien laut Rakscha etwa 250.000 Sterbefälle auf Covid-19 zurückzuführen. Auch einige andere Schätzungen gehen von ähnlich hohen Opferzahlen aus.

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    Alexej Rakscha

    Alexej Rakscha (geb. 1978) ist ein russischer Demograf. Bekannt geworden ist er im Frühling 2020 als Mitarbeiter der Statistikbehörde Rosstat, der in einigen unabhängigen Medien die offiziellen Corona-Zahlen anzweifelte. Im Juli 2020 schrieb Rakscha auf seinem Facebook-Account, dass er nicht mehr bei Rosstat arbeite: Die Entscheidung dazu sei weder von Rosstat noch von ihm selbst getroffen worden. 

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    Taras Schewtschenko

    Taras Schewtschenko (1814–1861) war ein ukrainischer Maler und Lyriker. Er gilt als Nationaldichter der Ukraine. Schewtschenko wurde als Leibeigener geboren, konnte sich jedoch 1838 dank der Unterstützung wohlhabender Gönner freikaufen und ein Studium an der Petersburger Akademie der Künste aufnehmen. Große Bekanntheit erlangte er als Dichter. Seine meist auf Ukrainisch verfassten Werke beschäftigten sich mit dem Schicksal des einfachen Volkes und trugen wesentlich zur Etablierung des Ukrainischen als moderne Literatursprache bei. 

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    Polnisch-Litauische Adelsrepublik

    Die Polnisch-Litauische Adelsrepublik (auch Rzeczpospolita oder Erste Polnische Republik) war ein bis 1795 in Mittel- und Osteuropa bestehender Staat. Die Republik bestand als Personalunion des Königreich Polens und des Großfürstentum Litauens bereits seit 1385, als Realunion seit 1569. Der Name Adelsrepublik leitet sich davon ab, dass der König vom Adel gewählt wurde. Die Adelsrepublik umfasste neben Polen und Litauen auch große Teile der heutigen Ukraine sowie die gesamten Gebiete des heutigen Belarus und des heutigen Lettlands. Mit den Teilungen 1772, 1793 und 1795 fielen die Gebiete der Adelsrepublik an Österreich-Ungarn, Preußen und das Russische Zarenreich. 

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    Belarussisazyja

    Als Belarussifizierung (belaruss. Belarussisazyja) wird die Politik der Einwurzelung (russ. Кorenisazija) auf dem Gebiet der Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik bezeichnet. Die Кorenisazija verfolgte das Ziel, nationale Minderheiten nach dem Russischen Bürgerkrieg (1918–1922) in die Sowjetunion zu integrieren. Die Belarussifizierung begann 1924 und umfasste vor allem sprach- und bildungspolitische Maßnahmen. Sie endete Anfang der 1930er Jahre. Dem Großen Terror 1937/38 fielen auch zehntausende belarussische Intellektuelle und Künstler zum Opfer. 

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