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    Igor Marsaljuk

    Igor Marsaljuk (geb. 1968, belarussisch: Іhar Marsaljuk) ist ein belarussischer Archäologe und Historiker. Aktuell ist er Vorsitzender der Ständigen Kommission für Bildung, Kultur und Wissenschaft der Repräsentantenkammer im belarussischen Parlament, dem Obersten Sowjet.

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    Erster Allbelarussischer Kongress

    Das Ende des Zarenreiches und die Oktoberrevolution hatten auch bei Aktivisten der belarussischen Nationalbewegung Hoffnungen auf nationale Souveränität geweckt. Im Dezember 1917 versammelten sich in Minsk 1872 Delegierte zum Ersten Allbelarussischen Kongress. Bevor der Kongress von den Bolschewiki mit Gewalt aufgelöst wurde, erklärte er in seiner finalen Resolution Belarus zu einer demokratischen Republik. Diese Resolution spielte für die Gründung der kurzlebigen Belarussischen Volksrepublik, die am 25. März 1918 unter deutscher Besatzung entstand, eine wichtige Rolle.

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    kriwitschisch

    Das Adjektiv bezieht sich auf den ostslawischen Stamm der Kriwitschen, der im Westen des heutigen Russlands und um die Stadt Polazk im heutigen Belarus am Oberlauf der Düna siedelte. In der Wissenschaft ist es umstritten, welche Rolle die Kriwitschen für die Ethnogenese der Belarussen spielten. Im 19. Jahrhundert bezeichneten Forscher die belarussische Sprache noch vereinzelt als „kriwitschisch“. In der Mythologie der Belarussen haben die Kriwitschen ihren festen Platz.

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    Kastus Kalinouski (Januaraufstand 1863/64)

    Der sogenannte Januaraufstand 1863/64 in den Gebieten Kongresspolens und in den belarussisch-litauischen Gouvernements richtete sich gegen das Russische Zarenreich, das diese Gebiete seit den Teilungen der polnisch-litauischen Adelsrepublik unter seiner Kontrolle hatte. In Vilnius schlossen sich auch belarussische Nationalisten dem Aufstand an. Unter ihnen war Kastus Kalinouski (1838–1864), ein Adeliger, Dichter und politischer Publizist, der sich gegen die Leibeigenschaft der Bauern engagierte und die nationale Befreiungsbewegung auf dem Territorium des einstigen Großfürstentums Litauen anführte. Er wurde nach dem Aufstand hingerichtet. Bis heute wird er von belarussischen Nationalisten als Held gefeiert.

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    Einschränkung der Versammlungsfreiheit/Gesetz über Massenveranstaltungen (Belarus)

    Alexander Lukaschenko hat 2011 im Zuge damaliger Proteste eine Ergänzung zum Gesetz über Massenveranstaltungen erlassen, wonach politische und soziale Proteste (auch Flashmobs) nur mit entsprechender behördlicher Genehmigung stattfinden dürfen. Medien und Menschenrechtsorganisationen sehen darin de facto ein Verbot von Versammlungen von mehr als drei Personen im öffentlichen Raum und damit eine Einschränkung der von der Verfassung garantierten Versammlungsfreiheit.

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    Natalja Eismont

    Natalja Eismont (geb. 1984, belarussisch: Natallja Eismant) fungiert seit 2014 als Pressesprecherin Alexander Lukaschenkos. Die EU hat sie am 6. November 2020 auf die Liste der einflussreichen Personen aus dem Machtapparat Lukaschenkos gesetzt, die mit einem Einreiseverbot belegt wurden.

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    Partisan (mythologische Figur/Belarus)

    Der Partisan ist eine historisch-mythologische Figur, die in Belarus eine vielschichtige Bedeutung hat. Vor allem geht sie zurück auf das sowjetische Narrativ von den belarussischen Partisanen, die sich der Nazi-Okkupation im heroischen Kampf widersetzt haben. Zudem verbirgt sich hinter dem Begriff ein kulturelles Guerilla-Konzept, das von den Machern der Kunstzeitschrift pARTisan entwickelt wurde. 

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    Nowaja Borowaja

    Nowaja Borowaja ist ein relativ neuer Wohnkomplex am nordöstlichen Rand der belarussischen Hauptstadt Minsk. Der Bezirk, in dem viele Menschen aus der IT-Industrie leben, geriet Mitte November 2020 in die Schlagzeilen, als er mehrere Tage ohne fließendes Wasser und Heizung auskommen musste. Die Bewohner von Nowaja Borowaja gelten bei den Protesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko als besonders aktiv. So wurde von Medien und Aktivisten vermutet, dass die Behörden dem Bezirk Heizung und Wasser als Repressionsmaßnahme abgestellt hatten.

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    falsche Dollarnoten bei Protesten in Belarus 2020

    Dies bezieht sich auf eine Aktion während der Straßenproteste, als falsche Dollarnoten verteilt wurden, auf denen Swetlana Tichanowskaja abgebildet war, dazu OMON-Leute oder eben Kartoffeln, die als belarussisches Lebensmittel schlechthin gelten. Die Urheber der Aktion wollten damit wohl die Aussage Lukaschenkos ironisieren, mit der er im August 2020 behauptet hatte, dass die Proteste von außen angestachelt werden und „gekauft“ seien.

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    Maria Kolesnikowa

    Maria Kolesnikowa (geb. 1982, blr. Maryja Kalesnіkawa) ist eine belarussische parteilose Oppositionspolitikerin. Bei der Präsidentschaftswahl 2020 leitete sie das Wahlkampfteam des Kandidaten Viktor Babariko, der im Vorfeld der Wahlen festgenommen wurde. Kolesnikowa wurde am 7. September 2020 von unbekannten Männern in Minsk verschleppt. Offenbar sollte sie gezwungen werden, das Land in Richtung Ukraine zu verlassen. Allerdings verhinderte sie ihre Ausreise, indem sie ihren Pass zerriss. Seitdem befindet sie sich in Untersuchungshaft. Am 16. September 2020 wurde gegen die studierte Flötistin Anklage wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ erhoben; am 4. September 2021 wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt und am 13. Dezember 2025 im Zuge von Verhandlungen zwischen den USA und dem Lukaschenko-Regime freigelassen.

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