Autor:in

dekoder-Team


  • Gnose

    Einführung der Reisefreiheit in der Sowjetunion

    In den 1960er bis 1980er Jahren wurde der Wunsch, aus der Sowjetunion zu emigrieren, offiziell nicht mehr wie zuvor als Verbrechen betrachtet, sondern als Verrat an Mitbürgern. Der bürokratische Prozess der Einreichung und Prüfung von Auswanderungsanträgen machte eine Ausreise nahezu unmöglich: 1984 zum Beispiel konnten lediglich 896 Menschen legal das Land verlassen. Diese Ausreisehürden wurden mit einem neuen Gesetz vom Mai 1991 beseitigt.

    Von

  • Gnose

    Jackson-Vanik-Handelsgesetz

    Das Jackson-Vanik-Handelsgesetz ist eine 1974 beschlossene Novelle des US-amerikanischen Handelsgesetzes. Mit der Gesetzesnovelle kann der Handel mit Ländern eingeschränkt werden, die die Auswanderung ihrer Bürger behindern und andere Menschenrechte verletzen. Benannt ist die Gesetzesänderung nach den Kongressabgeordneten Henry Jackson und Charles Vanick. Die Sowjetunion beziehungsweise Russland fielen bis November 2012 insgesamt 38 Jahre unter diese Regelung. Im Dezember 2012 erließen die USA den Magnitsky Act, womit sie eine Reihe von russischen Beamten sanktionierten, die für den Tod des russischen Anwalts Sergej Magnitski (1972–2009) verantwortlich sein sollen. 2016 trat schließlich der Global Magnitsky Act in Kraft, mit dem unter anderem allen Menschenrechtsverletzern die Einreise in die USA verweigert werden kann.

    Von

  • Gnose

    Andrej Kosyrew

    Andrej Kosyrew (geb. 1951) war zwischen 1990 und 1996 der erste Außenminister der Russischen Föderation. Sein dezidiert pro-westlicher Kurs wurde ihm schon zu Zeiten seiner Amtszeit zur Last gelegt: Kosyrew soll unter anderem der NATO-Osterweiterung zugestimmt und damit die nationalen Interessen Russlands verkauft haben, so die Kritik. Michail Gorbatschow war der Meinung, dass das russische Außenministerium unter Kosyrew eine Filiale des US-amerikanischen gewesen sei.

    Von

  • Gnose

    Juri Lotman

    Juri Lotman (1922–1993) war ein sowjetischer Literaturwissenschaftler. Bekanntheit und akademischen Einfluss erlangte er als Mitbegründer der Tartu-Moskauer Schule der Semiotik und als Vordenker der semiotischen Kulturtheorie. Vor dem 2. Weltkrieg studierte er an der Philologischen Fakultät der Leningrader Universität. Seine akademische Karriere setzte er nach dem Krieg jedoch in der estnischen Stadt Tartu fort, da es ihm aufgrund seiner jüdischen Herkunft nicht möglich war, in Leningrad eine Universitätsstelle zu bekommen. Während des Krieges befehligte er eine Artillerieeinheit und wurde mehrfach ausgezeichnet.

    Von

  • Gnose

    Viktoria Shurawljowa

    Viktoria Shurawljowa ist eine russische Historikerin und Amerikanistin. Sie ist Professorin für Regionalstudien und Außenpolitik an der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität (RGGU) in Moskau.

    Von

  • Gnose

    Otkryty Gorod

    Das Projekt Otkryty Gorod (dt. Offene Stadt) ist eine 2014 in Westsibirien entstandene Internetplattform. Das Ziel des Portals ist die effektive Artikulation von Bürgerbegehren, die eine bessere Lebensqualität in der Region anstreben. 

    Von

  • Gnose

    Kisseljowsk

    Kisseljowsk ist eine Stadt mit rund 90.000 Einwohnern im Süden von Westsibirien. Sie gehört zu den rund 400 russischen Monostädten: Arbeitersiedlungen, die in der Sowjetunion um einen einzigen Betrieb oder ein Kombinat errichtet wurden. Die meisten Menschen in Kisseljowsk sind in der Kohleförderung beschäftigt. Der Steinkohlebergbau hat in der Region enorme Auswirkungen auf die Umwelt. In der offiziellen Unterteilung von Monostädten in sozioökonomische Kategorien wird Kisseljowsk zu den rund 93 Monostädten Russlands gezählt, die in einer kritischen Verfassung sind.

    Von

  • Gnose

    Open Society Foundation

    Im November 2015 hat die russische Justiz zwei NGOs des US-Milliardärs George Soros für „unerwünscht“ erklärt: die Open Society Foundation und die Open Society Institute Assistance Foundation. Die Organisationen würden die verfassungsmäßige Ordnung Russlands gefährden, so die Begründung. Seit dem Beginn ihrer Tätigkeit in Russland im Jahr 1995 haben die Stiftungen unterschiedliche zivilgesellschaftliche Projekte mit über einer Milliarde US-Dollar gefördert.

    Von

  • Gnose

    Anatoli Kasprshak

    Anatoli Kasprаshak (geb. 1953) ist ein russischer Bildungswissenschaftler, Professor an der Higher School of Economics in Moskau und seit Februar 2020 Rektor der Moscow School of Social and Economic Sciences (russ. Moskowskaja wysschaja schkola sozialnych i ekonomitscheskich nauk, kurz MWSchSEN, nach ihrem Gründer Teodor Schanin „Schaninka“ genannt).

    Von

  • Gnose

    Teodor Shanin

    Teodor Shanin (1930–2020) war ein britischer Soziologe und Mitbegründer der Moscow School of Social and Economic Sciences (russ. Moskowskaja wysschaja schkola sozialnych i ekonomitscheskich nauk, kurz MWSchSEN, nach ihrem Gründer „Schaninka“ genannt). 1995 gegründet, hat die Hochschule fünf Fakultäten, an denen rund 300 Studenten eingeschrieben sind. Zu Schanins Forschungsschwerpunkten gehörten Ansätze aus historischer Soziologie, Wissenssoziologie und Marxismus. 

    Von