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    Brief von Dadin

    Ildar Dadin (geb. 1982) ist ein Bürgerrechtsaktivist. Im Dezember 2015 wurde er nach Artikel 212.1 – wegen nicht genehmigten öffentlichen Protests – zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Im November 2016 schrieb er in einem Brief an seine Frau über massive Folterungen im Straflager, in dem er einsaß. Der Brief gelangte an die Öffentlichkeit, eine Untersuchungskommission konnte keine Verstöße gegen Gefangenenrechte feststellen. Dadin wurde zunächst in ein anderes Straflager verlegt und Ende Februar 2017 überraschend entlassen.

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    Brief von Tolokonnikowa

    Nadeshda Tolokonnikowa (geb. 1989) ist das bekannteste Gesicht der kremlritischen Punk-Band Pussy Riot. Sie wurde 2012 wegen des Punk-Gebets in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Haft verurteilt. Im September 2013 verfasste sie im Straflager einen Brief, den einige russische Medien veröffentlichten. Darin beklagte sie massive Verstöße gegen Gefangenenrechte und Morddrohungen seitens des stellvertretenden Lager-Direktors. Tolokonnikowa wurde zunächst in ein anderes Straflager verlegt, später kam sie wegen der Folgen ihres Hungerstreiks ins Krankenhaus. Im Dezember 2013 wurde sie vorzeitig entlassen. 

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    Jewgeni Makarow

    Jewgeni Makarow (geb. 1993) wurde 2011 wegen mehrfacher schwerer Körperverletzung und Diebstahls zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Im Juni 2017 wurde er in der Haftkolonie IK-1 in Jaroslawl von mehreren Mitarbeitern des Justizvollzugs gefoltert. Im Juli 2018 veröffentlichte die unabhängige Novaya Gazeta ein Video, auf dem die Folterungen festgehalten wurden. Makarows Haft endet offiziell im Oktober 2018.

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    Wadim Wolkow

    Wadim Wolkow (geb. 1965) ist russischer Soziologe und Leiter des Instituts für Rechtssoziologie an der Europäischen Universität St. Petersburg.

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    Professija – Reporter

    Professija – Reporter (kurz Profrep, dt. „Beruf – Reporter“) war eine Fernsehsendung von NTW. NTW ist einer der quotenstärksten TV-Kanäle Russlands, er strahlte die Sendung Profrep von 1998 bis 2015 aus. Das Konzept sah vor, in jeder Sendung einen Journalisten vorzustellen, der eine eigene Geschichte präsentierte. Die Qualität galt als schwankend: Viele der Beiträge waren investigativ, einige wurden dagegen als sensationslüstern oder skandalwitternd wahrgenommen.  

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    Namedni

    Namedni war von 1993 bis 2004 eine Fernsehsendung des Journalisten und Moderatoren Leonid Parfjonow (geb. 1960). Die NTW-Sendung positionierte sich als ein Format für nicht politische Nachrichten. Unter Fernsehkritikern galt Namedni als eine der besten Sendungen des russischen Fernsehens. Sie wurde mehrmals mit dem TEFI ausgezeichnet – dem bedeutendsten Fernsehpreis Russlands. 2004 wurde Parfjonow gekündigt, Hintergrund war laut Beobachtern Druck seitens des Kreml wegen Parfjonows kritischer Berichterstattung über Tschetschenien. Nach der Kündigung baute Parfjonow Namedni zu einer erfolgreichen Buchreihe aus. 

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    Wladimir Bukowski

    Wladimir Bukowski (1942–2019) ist einer der Begründer der sowjetischen Dissidentenbewegung. Er verbrachte insgesamt zwölf Jahre in Gefängnissen, 1976 wurde er gegen einen inhaftierten chilenischen Kommunisten ausgetauscht und verließ die Sowjetunion. In den späten 2000er Jahren engagierte sich Bukowski bei der Vereinigten demokratischen Bewegung Solidarnost – einem Zusammenschluss verschiedener demokratischer Kräfte. Bukowski stellte einen Antrag auf die russische Staatsbürgerschaft, 2014 erteilte ihm das russische Außenministerium eine Absage. 

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    Anatoli Martschenko

    Anatoli Martschenko (1938–1986) war ein bekannter sowjetischer Dissident, Autor und Menschenrechtler. Für seine autobiographischen Berichte über die Zustände in sowjetischen Arbeitslagern und Gefängnissen wurde er wiederholt inhaftiert. Insgesamt verbrachte er 19 Jahre in sowjetischen Gefängnissen.

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    Semja (Jelzin)

    Als Semja (dt. „Familie“) wurde der inoffizielle Zirkel von Vertrauten und Angehörigen des ehemaligen Präsidenten Boris Jelzin bezeichnet. Kritikern zufolge erinnerte dieses „Küchenkabinett“ an den Hof eines Monarchen. Die Angehörigen dieser Gruppe sollen oft wichtige politische Entscheidungen getroffen haben. Laut Beobachtern ernannten und entließen sie faktisch Premiers und Minister und berieten über Privatisierungen und wirtschaftspolitische Entscheidungen. Zur Semja sollen Persönlichkeiten gehört haben wie etwa der inzwischen im Exil verstorbene Oligarch Boris Beresowski und Jelzins Tochter Tatjana Jumaschewa.

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