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    Yves Rocher

    Der französische Kosmetikkonzern Yves Rocher betreibt über seine Tochterfirma Yves Rocher Vostok in Russland einen Versandhandel und eine Filialkette mit rund 370 Geschäften. Die umsatzmäßigen Marktanteile sind nicht ermittelbar, bei der Anzahl der Verkaufsorte ist Yves Rocher die Nummer drei im russischen Parfümerie- und Kosmetik-Markt. 

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    Juri Dmitrijew

    Juri Dmitrijew (geb. 1956) ist ein russischer Publizist, Heimatkundler und Leiter von Memorial in Karelien – einer Menschenrechtsorganisation, die das Justizministerium im Oktober 2016 auf die Liste der sogenannten ausländischen Agenten setzte. Bekannt geworden ist Dmitrijew vor allem wegen zweier Expeditionen, bei denen sein Team große Massengräber von Opfern stalinistischer Verbrechen entdeckte und dokumentierte. Im Dezember 2016 wurde Dmitrijew wegen mutmaßlicher Herstellung von kinderpornographischem Material verhaftet. Viele Beobachter stuften den im Juni 2017 eröffneten Gerichtsprozess gegen Dmitrijew als politisch-motiviert ein. Nachdem Dmitrijew im April 2018 freigesprochen wurde, eröffnete die Staatsanwaltschaft ein neues Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs seiner Pflegetochter. Im Juli 2020 wurde Dmitrijew zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

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    Irina Prochorowa

    Irina Prochorowa (geb. 1956) ist eine russische Literaturwissenschaftlerin, Gründerin und Chefredakteurin von Nowoje literaturnoje Obosrenije (dt. „Neue Literaturrundschau“) – ein Verlag und eine unabhängige philologische Zeitschrift. Prochorowa gilt als eine der bedeutendsten Intellektuellen des Landes. Stärkeren politischen Einfluss gewann sie, als sie 2014 kurzzeitig die Leitung der Partei ihres Bruders übernahm – der Milliardär Michail Prochorow hatte mit der liberalen Bürgerplattform eine Zeit lang politische Ambitionen signalisiert. Nachdem ein großer Teil der Bürgerplattform im Zuge der Angliederung der Krim auf den außenpolitischen Kurs des Kreml umschwenkte, verließ Prochorowa die Partei. 

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    Nikolaj Dessjatnitschenko

    Bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag am 19. November 2017 sprach der russische Schüler Nikolaj Dessjatnitschenko vor dem deutschen Bundestag. Unter anderem sagte er, dass nicht alle deutschen Wehrmachtssoldaten im Krieg kämpfen wollten. Viele russische Politiker und staatsnahe Medien warfen dem Schüler daraufhin Rehabilitierung des Nazismus vor – ein Straftatbestand, der in Russland mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann. Dem Schuldirektor sowie zwei Lehrern aus Dessjatnitschenkos Schule wurden Abmahnungen ausgesprochen.

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    Lewy Front

    Lewy Front (dt. „Linke Front“) ist eine linksradikale Organisation mit Hauptsitz in Moskau. Das Ziel der 2008 gegründeten NGO besteht im Aufbau des Sozialismus in Russland. Einige Vertreter der Front beteiligten sich aktiv an den Bolotnaja-Protesten gegen Wahlfälschungen in den Jahren 2011 bis 2013. Der Koordinator der NGO, Sergej Udalzow (geb. 1977), wurde 2013 wegen seiner Beteiligung und der Organisation von Massenunruhen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung im August 2017 schlug die Lewy Front einen großteils versöhnlichen Kurs gegenüber dem Kreml ein. 

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    durch Geldleistungen ersetzte Vergünstigungen (lgoty)

    2005 versuchte die russische Regierung, die zahlreichen Vergünstigungen für Kriegsveteranen, Menschen mit Behinderung und andere Personengruppen durch Geldleistungen zu ersetzen. Die Reform ist jedoch wegen starker landesweiter Proteste weitgehend gescheitert. Es war die erste größere Welle von Sozialprotesten unter Putin, seine Umfragewerte sackten erstmals seit seinem Amtsantritt deutlich ab.

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    „sie sind da nicht“

    Trotz zahlreicher Indizien dafür, dass offizielle russische Einheiten 2014 die ukrainische Halbinsel Krim besetzten, stritt der Kreml zunächst jede Beteiligung ab und sprach davon, dass es sich um lokale Selbstverteidigungsmilizen handelte. Auch die Frage nach der Beteiligung russischer Streitkräfte am Krieg im Osten der Ukraine wird von offizieller russischer Seite oft mit „sie sind da nicht“ beantwortet. Eine ähnliche Antwort erfolgt oft standardmäßig auf die Frage, ob russische Söldnertruppen am Syrien-Krieg teilnehmen. 

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    betrogene Kapitalanleger

    Viele Neubauprojekte werden in Russland mittels privaten Beteiligungskapitals realisiert. Da solche Beteiligungen rechtlich weitgehend ungesichert sind, kommt es dabei oft zu Kapitalanlagebetrug. Laut offiziellen Zahlen gibt es in Russland derzeit rund 46.000 solcher Fälle. Die Dunkelziffer wird weitaus höher geschätzt. Seit 2017 ist diese Praxis gesetzlich verboten. Da diese Regulierung allerdings Schlupflöcher offen lässt, kommt es immer noch zu vereinzelten Betrugsfällen.

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    DOSAAF

    Die Abkürzung DOSAAF steht für Dobrowolnoje Obschtschestwo Sodeistwija Armii, Awiazii i Flotu (dt. „Freiwillige Gesellschaft zur Unterstützung der Armee, der Luftstreitkräfte und der Flotte“). Es ist eine gesellschaftlich-staatliche Vereinigung zur Förderung der Verteidigungsfähigkeit und der nationalen Sicherheit Russlands. Der Vorläufer von DOSAAF besteht seit 1927, nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde die Organisation neu begründet. Eines der Gründungsmitglieder ist die Kinder- und Jugend-Militär-Erziehungsorganisation Junarmija. Der Zweck von DOSAAF besteht vor allem in militärisch-patriotischer Erziehung russischer Bürger. 

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