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    Todesstrafe

    Brutale und öffentliche Hinrichtungen waren im Russischen Reich Realität. Nach der Oktoberrevolution erreichten die Hinrichtungen politisch inhaftierter Gefangener unter Stalin ihren zahlenmäßigen Höhepunkt. Auch nach dessen Tod wurde die Todesstrafe in der Sowjetunion weiterhin praktiziert. Erst 1996 wurde sie im Zuge von Russlands Eintritt in den Europarat durch ein von Boris Jelzin ausgesprochenes Todesstrafen-Moratorium ausgesetzt und 1999 durch das Verfassungsgericht offiziell verboten. Laut einer aktuellen Meinungsumfrage des Lewada-Zentrums befürworten 49 Prozent der Russen nach wie vor die Todesstrafe, 40 Prozent der Befragten sprachen sich gegen sie aus.  

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    Kirill Rogow

    Kirill Rogow (geb. 1966) ist ein russischer Politologe, Philologe und Journalist. Von 1998 bis 2002 war Rogow Chefredakteur des von ihm mitbegründeten Nachrichten- und Wissenschaftsportals Polit.ru. Von 2005 bis 2007 arbeitete er als stellvertretender Chefredakteur der Zeitung Kommersant und bis 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gaidar Institut der ökonomischen Politik sowie als Kolumnist für Vedomosti und Novaya Gazeta.

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    Dobeszarja

    Die russische Oktoberrevolution 1917 galt selbst bei denjenigen, die ihr ablehnend gegenüberstanden, stets als historisches Ereignis ersten Ranges und als Zäsur in der Menschheitsgeschichte. „Vor der Revolution“ und „nach der Revolution“ waren demnach zwei grundverschiedene Wirklichkeiten. Während nach 1917 das „normale“ Leben begann, galt alles davor als eine ferne, sagenumwobene Zeit, die mit dem geflügelten Wort Dobeszarja (dt. wortwörtlich „Bis-ohne-Zar“) umschrieben werden kann. 

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    Choroschewo

    Choroschewo ist ein am Ufer der Wolga gelegenes Dorf in Zentralrussland (Oblast Twer). Zur Zeit des Großen Vaterländischen Krieges war das Dorf Schauplatz erbitterter Kämpfe um die rund 200 Kilometer westlich von Moskau gelegene Stadt Rschew. Im August 1943 besuchte Josef Stalin das Dorf, um sich vor Ort über den Frontverlauf zu informieren. In dem Haus, in dem Stalin damals unterkam, befindet sich heute ein Museum, das dem Frontbesuch Stalins und dem Sieg über Deutschland gewidmet ist.

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    Festival Wremena i Epochi

    Das Festival Wremena i Epochi (dt. „Zeit und Epoche“), das vom 1. bis 12. Juli 2017 an verschiedenen Orten Moskaus stattfand, stellte für die Zuschauer verschiedenste Epochen der russischen Geschichte nach. So waren auch einzelne Waggons einer Moskauer Metro-Linie thematisch gestaltet und jeweils unterschiedlichen historischen Epochen gewidmet. Stalin-Porträts in einem der Waggons sorgten im Nachhinein für kontroverse Diskussionen über den Unterschied zwischen geschichtlicher Aufarbeitung und Propaganda. 

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    Prospekt Stalina

    War es in den Städten der ehemaligen UdSSR noch üblich, Städte und Straßen nach Stalin zu benennen, so wurden diese seit den 1960er Jahren nach und nach umbenannt. Jedoch ermittelte die russische Suchmaschine Yandex auch im heutigen Russland über 20 nach Stalin benannte Straßen. So auch in der südrussischen Stadt Dagestanskije Ogni, die 2002 eine ihrer zentralen Straße nach ihm benannte.

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    Schmalspureisenbahn

    Als Schmalspureisenbahnen gelten jene Schienenfahrzeuge, deren Schienenbreite zwischen 600 und 1200 Millimetern liegt. Verglichen mit herkömmlichen Eisenbahnen sind Schmalspureisenbahnen deutlich leichtere und kleinere Gefährte, die sich besonders gut zum Einsatz auf weichem Wald- oder Sumpfboden eignen. Gerade kleinere Holzfällersiedlungen wurden oft per Schmalspurbahn mit den sich im Umkreis befindenden Ortschaften verbunden. 

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    Lipakowo

    Lipakowo ist eine Ortschaft der Oblast Archangelsk im Nordwesten Russlands. Die 1947 als Teil der lokalen Forstwirtschaft gegründete Gemeinde befindet sich am Ufer des Flusses Onegi. Da es keine Brücke gibt, die Lipakowo mit der anderen Seite des Flusses verbindet, ist das Dorf im Sommer von dort nur mit der Fähre und im Winter lediglich über den gefrorenen Fluss zu erreichen. Mit dem Produktionsrückgang des regionalen Forstbetriebes in den 1990er Jahren ging auch die Einwohnerzahl Lipakowos zurück. Heute zählt es noch rund 400 Einwohner.

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    maskierte Feinde

    Der maskierte Feind ist ein Begriff aus der Sowjetpropaganda, der sich gegen versteckte Dissidenten und politische Gegner innerhalb der Kommunistischen Partei richtete. Ziel des mutmaßlichen maskierten Feindes ist es der Propaganda zufolge, durch doppelzüngiges und intrigantes Verhalten das gegenseitige Misstrauen der Parteigenossen zu schüren, um so von den eigentlichen Feinden des Vaterlandes abzulenken.

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    Tatjana Lokschina

    Tatjana Lokschina (geb. 1973) ist Programmdirektorin von Human Rights Watch in Moskau, dessen Mitglied sie seit 2008 ist. Sie verfasste verschiedene Berichte über Menschenrechtsverstöße in der Nordkaukasus-Region während des Kaukasuskriegs 2008. Weitere Publikationen Lokschinas beschäftigen sich mit dem zunehmend scharfen Vorgehen gegen Regime-Kritiker in Russland sowie mit Menschenrechtsverstößen in der Ostukraine. Die Trägerin des Sacharow Preises für Journalismus und Autorin zweier Bücher wird auch international vielfach publiziert und rezipiert.  

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