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    Jegor Swiridow

    Jegor Swiridow (1982–2010) war ein Moskauer Fan der Fußballmannschaft Spartak. Im Dezember 2010 wurde er bei einer Schlägerei mit kaukasischstämmigen jungen Männern getötet. Nationalisten vermuteten, dass das Verbrechen von der Polizei verheimlicht worden sei. Aus Protest marschierten am 11. Dezember einige tausend Menschen auf dem Manegenplatz auf. Es kam zu massiven Ausschreitungen; Maneshka, eigentlich eine Abkürzung für den Manegenplatz, wird seitdem auch als Gattungsname für nationalistische Ausschreitungen verwendet.

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    ROSTA-Fenster

    ROSTA-Fenster war eine Serie von zumeist satirischen Propaganda-Plakaten, die in den Jahren 1919–1921 von Künstlern der sowjetischen Nachrichtenagentur ROSTA herausgebracht wurde. Die lakonischen Plakate thematisierten vor allem aktuelle Ereignisse und dienten der Volksaufklärung. Sie waren oft im Stil der russischen Avantgarde gestaltet und wandten sich an ein Publikum, das zumeist nicht lesen konnte.  

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    Krochino

    Gemeint ist die wohltätige Stiftung Zentrum für Wiedergeburt des Kulturerbes Krochino. Mitarbeiter der seit 2010 bestehenden Organisation kritisierten auf Facebook Tkachenkos Fotoserie mit dem Argument, dass sich seine Aktion gegen die Gesetze zum Privateigentum und Kulturerbe Russlands richte.

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    Kultura Odin, Kultura Dwa

    Der russische Kulturwissenschaftler und Architekturhistoriker Vladimir Paperny (geb. 1944) unterscheidet zwischen zwei kulturellen Phänomenen im Russland des 20. Jahrhunderts. Die Kultura Odin (dt. Kultur Eins) ist die Kultur der Revolution, des Zerstörens und Zerfließens von Grenzen. Die Kultura Dwa (dt. Kultur Zwei) ist eine Kultur des Erstarrens, in der alte Grenzen neu gezogen werden. Auch wenn Paperny diese zwei Kulturtypen bestimmten Epochen zuordnet (Revolutionszeit und Stalinzeit), glaubt er, dass diese sich gegenseitig abwechseln und auch in späteren Zeiten vertreten sind.

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    Kitesh

    Der Ort Kitesh geht auf alte russische Mythen zurück. Ähnlich wie Atlantis oder Shangri-La wird Kitesh darin häufig als Sehnsuchtsort dargestellt. Der Sage nach befand sich Kitesh in der heutigen Oblast Nishni Nowgorod und ist im Swetlojar-See versunken.

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    Rodismus

    Der Rodismus bezeichnet eine zeitgenössische religiöse Strömung, die sich auf die historischen Glaubenssysteme und Mythen der Slawen beruft. Die Rodisten sehen sich in der Tradition der vorchristlichen und pantheistischen slawischen Religionen, die sie erhalten und fortführen wollen. Dabei beziehen sie sich auf historisch und archäologisch überlieferte Artefakte und Rituale.

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    ewige Klage der Jaroslawna

    Jefrosinja Jaroslawna (zweite Hälfte des 12. Jhs.) war die Ehefrau des Fürsten Igor Swjatoslawitsch und ist Protagonistin des Igorlieds – ein mittelalterliches Epos der Rus. In der sehr reichen Rezeptionsgeschichte des Epos wird Jaroslawna als Inbegriff der treuen Ehefrau dargestellt. In der Sequenz Klage der Jaroslawna bewahrt ihre Liebe den Ehemann auf dem Schlachtfeld vor dem Tod.  

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    Nikolai Polisski

    Nikolai Polisski (geb. 1957) ist ein zeitgenössischer russischer Maler, Bildhauer und der berühmteste Vertreter der russischen Land Art. Die meisten seiner Land Art-Projekte befinden sich im Nikola Lenivets Art Park, dem größten Kunstpark Europas. Im Februar 2017 verbrannte Polisski dort öffentlichkeitswirksam eine kunstvolle Masleniza-Figur (russ. Tschutschelo). Masleniza ist ein Fest mit heidnischen Wurzeln. Zu den wichtigsten Traditionen gehören die Verbrennung von Tschutschelo, Schlittenfahrten, Gesänge, Vergnügungen und das Verzehren von Bliny – eine osteuropäische Variante der Eier- bzw. Pfannkuchen.

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    Chowanschtschina

    Als Chowanschtschina wird der Moskauer Aufstand 1682 bezeichnet, der vom hohen Militär und Gouverneur Iwan Chowanski (Anf. 17. Jh.–1682) angeführt wurde. Chowanski, der zunächst Partei für die Regentin Sofia ergriff, wandte sich im Verlauf des Aufstands von ihr ab und soll eine Verschwörung gegen die Zarenfamilie geplant haben. Im September 1682 wurde Chowanski verhaftet und hingerichtet. Dank der gleichnamigen Oper von Mussorgski gehört diese Episode der russischen Geschichte zum Allgemeinwissen.

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    Pugatschowschtschina

    Als Pugatschowschtschina wird der Aufstand bezeichnet, der sich in den Jahren 1773–1775 rund um den Ural-Fluss ereignete und von Jemeljan Pugatschow angeführt wurde. Die Geschichte des Aufstandes, der auch als Russischer Bauernkrieg bekannt ist, wurde von Alexander Puschkin in der Erzählung Kapitanskaja dotschka (dt. Die Hauptmannstochter) und im Buch Geschichte des Pugatschow’schen Aufruhrs beschrieben. Die Pugatschowschtschina wird oft als Inbegriff des russischen Aufruhrs verstanden, der laut Puschkin „sinn- und schonungslos“ sei.

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