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  • Gnose

    Stjob

    Stjob ist Verspottung (des Gesprächspartners) mittels Ironie oder Sarkasmus. Der Begriff fand in den 1970er bis 1980er Jahren Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch – laut manchen Kulturwissenschaftlern als Teil einer Art Soziolekts, der sich als Gegenentwurf zur offiziellen Sprache des sowjetischen Parteiapparats verstand.

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    Alexej German

    Alexej German (1938–2013) war ein sowjetischer und russischer Regisseur und Drehbuchautor. Erste Bekanntheit erlangte er 1971 durch den Film Prowerka na Dorogach (dt. Kontrolle auf den Straßen), der sich philosophisch mit dem sowjetischen Heldenbegriff im Großen Vaterländischen Krieg auseinandersetzt. Aufgrund der ambivalenten Darstellung sowjetischer Soldaten durfte der Film 15 Jahre lang nicht gezeigt werden. Germans letzter Film, Trudno byt bogom (dt. Es ist schwer, ein Gott zu sein), ist eine Adaption des gleichnamigen Science-Fiction Romans der Strugatzki-Brüder. Er kam 2013 in die Kinos.

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    Alexander Sokurow

    Alexander Sokurow (geb. 1951) ist ein sowjetischer und russischer Regisseur und Drehbuchautor. Wurde Sokurow nach Ende der Sowjetunion vielfach international prämiert, so waren seine Spiel- und Dokumentarfilme während der Sowjetzeit häufig von Zensur betroffen. Sein bekanntestes Werk ist der Film Russian Ark (russ. Russki Kowtscheg) aus dem Jahr 2002 – ein Streifzug durch den Petersburger Winterpalast und die russische Geschichte. Der 90-minütige Film ist in nur einer einzigen Einstellung gedreht.

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    Lenin und das Kino

    Lenin schrieb mehrmals, dass der Film zur wichtigsten Kunstform der Sowjetunion werden müsse. Film sei eingängig und könne deshalb Arbeiter und Bauern am einfachsten zu neuen Menschen formen. In diesem Zusammenhang sagte er einst, dass das Kino für Dorfbewohner wichtiger sei als für Städter. Vermutlich vor diesem Hintergrund hat sich Lenins Aussage später zu einem Falschzitat verstetigt, das auch heute noch im Umlauf ist und anders als das Original auf einen vermeintlichen Bildungsstand verweist: „Solange das Volk ungebildet ist, sind Kino und Zirkus für uns die wichtigsten Kunstformen.“

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    Kira Muratowa

    Kira Muratowa (1934–2018) war eine ukrainische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Sie studierte in den 1950er Jahren an dem Gerassimow-Institut für Kinematographie und an der Staatlichen Universität Moskau (MGU), die auch heute noch als wichtigste Ausbildungsstätte Russlands gilt. Muratowa drehte im ukrainischen Odessa und in Leningrad insgesamt rund 20 Filme und bekam einige internationale Filmpreise. Für den Film Das asthenische Syndrom erhielt Muratowa 1990 auf der Berlinale den Silbernen Bären.

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    Autoritarismus

    Autoritarismus ist eine Herrschaftsform, die sich durch eine stark zentralisierte Kontrolle und eingeschränkten Pluralismus kennzeichnet. Sie unterscheidet sich von Demokratie auf der einen und dem Totalitarismus auf der anderen Seite. In Bezug auf Russland kam es 2016 zu einem Streit zwischen Politologen: Während Ekaterina Schulmann Russland als ein hybrides Regime einstufte, in dem autokratische und demokratische Elemente vorkommen, definierte Grigori Golossow Russland als ein klassisches autoritäres Regime.

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    Jelzinsche Wirtschaftspolitik

    Kurze Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verabschiedete der erste Präsident der Russischen Föderation Boris Jelzin (1931–2007) Wirtschaftsreformen, die einen radikalen wirtschaftlichen Umbruch bedeuteten. Die größte Planwirtschaft der Welt wurde 1992 quasi über Nacht zur freien Marktwirtschaft nach westlichem Vorbild. Außenhandel, Preise und die Währung waren nicht länger reguliert, staatliche Ausgaben wurden gekürzt und Betriebe privatisiert. Die unmittelbare Folge dieser Reformen war eine Wirtschaftskrise. Die mit ihr einhergehende Hyperinflation vernichtete die Vermögen von Millionen Bürgern.

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  • Gnose

    beide Stühle (Gorbatschow als Präsident und Generalsekretär)

    Kurz vor Ende der Sowjetunion führte Michail Gorbatschow (geb. 1931) 1990 das Amt des Staatspräsidenten ein. Somit war er gleichzeitig sowjetischer Staatspräsident und Generalsekretär der KPdSU. Die Schaffung eines präsidialen Systems sollte den Einfluss der KPdSU auf den sowjetischen Regierungsapparat eindämmen. Die Entmachtung der Partei führte jedoch zur Erosion des politischen Fundaments Gorbatschows, der 1991 als Präsident zurücktrat.

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  • Gnose

    Wodka (Medvedev)

    Die in Russland sehr populäre Spirituose wurde laut historischen Quellen zum ersten Mal 1405 im Königreich Polen gebrannt. 

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  • Gnose

    Ein Held unserer Zeit

    Der russische Schriftsteller Michail Lermontow (1814–1841) entstammte einem schottischen Adelsgeschlecht. Wie auch Alexander Puschkin in seinem Versroman Jewgeni Onegin, schaffte Lermontow in seinem Roman Ein Held unserer Zeit die Figur des überflüssigen Menschen – einen aufgeklärten Intellektuellen, der tatenlos die als ungerecht empfundene Welt um sich beobachtet. Mit dieser Figur werden gegenwärtig in Russland oft solche Menschen verglichen, die zwar kritisch über die politische Ordnung denken, sich aber mit Galgenhumor, Pessimismus und Hilflosigkeit in der inneren Migration verkriechen und nichts gegen diese Ordnung unternehmen.

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