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    vertilgte Dompfaffen

    Vertilgte Dompfaffen ist ein russisches Propaganda-Motiv, das auf Wladimir Rogow zurückgeht – ein pro-russischer Aktivist und ehemaliger Leiter der sogenannten Slawischen Garde, die im Krieg im Osten der Ukraine für die Separatisten einsteht. In einer Fernsehshow auf dem Kanal Rossija-1 behauptete Rogow 2014, dass an einer ukrainischen Schule der Region Saporishshja Kindern beigebracht werde, Kohlmeisen zu füttern und Dompfaffen zu jagen. Hintergrund sei die Farbe des Gefieders, so Rogow: Kohlmeisen hätten die Farben der ukrainischen Flagge, Dompfaffen würden die russische Trikolore repräsentieren.

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    Wetscherni Urgant

    Wetscherni Urgant (dt. Abendlicher Urgant) war eine der quotenstärksten Late-Night-Shows Russlands. Sie wurde seit 2012 im Ersten Kanal ausgestrahlt, der aufgrund seiner hohen Reichweite als das wichtigste Massenmedium des Landes gilt. Der Titel der Show bezieht sich auf den Talkmaster Iwan Urgant (geb. 1978) – ein Fernsehmoderator, der Anfang der 2000er Jahre vor allem mit seiner Castingshow Narodni Artist (dt. Volkskünstler) bekannt wurde. Am 24. Februar 2022 hat Urgant die russische Invasion in der Ukraine öffentlich verurteilt, seine Sendung wird seitdem nicht mehr ausgestrahlt.

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    Juri Bykow

    Juri Bykow (geb. 1981) ist ein bekannter russischer Regisseur, Schauspieler und Szenarist. Er begann seine Karriere nach einem Schauspielstudium zum Ende der 2000er Jahre und wurde sogleich auf dem wichtigsten Festival des Landes, dem Kinotawr, für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. In seinen Filmen geht Bykow oft hart ins Gericht mit den politischen und sozialen Strukturen Russlands. Eine prominetnte Ausnahme bildete seine Fernsehserie Spjaschtschije (dt. Die Schläfer) – eine von vielen Kritikern als propagandistisch eingestufte Produktion. Mitte Oktober 2017 distanzierte sich Bykow öffentlich von diesem Werk. Er entschuldigte sich bei den Zuschauern und gab an, sich aus dem Filmgeschäft zurückziehen zu wollen.

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    Alexander Herzen

    Alexander Herzen (1812–1870) war ein russischer Schriftsteller und Philosoph. Er galt im 19. Jahrhundert als einer der lautstärksten Befürworter von Demokratie und gehörte zu den größten Kritikern des Russischen Kaiserreichs.

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    Café Jean-Jacques

    Das Moskauer Café Jean-Jacques am Nikitski Boulevard wird von der russischen Propaganda oft als ein zentraler Treffpunkt der Opposition dargestellt und diffamiert. Nach den Bolotnaja-Protesten 2011/2012 trafen sich hier in der Tat unabhängige Journalisten und Politiker wie beispielsweise Boris Nemzow. Am 7. Mai 2012, als Putin zum dritten Mal als Präsident vereidigt wurde, stürmten Spezialkräfte das Cafe und verhafteten mehrere Gäste. Nach Angaben der Betreiber stiegen die Gästezahlen daraufhin um 15 bis 20 Prozent. 

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    Pipeline mit Entchen (Anspielung auf den Film Dimon von Nawalny)

    Anspielung auf das Enthüllungsvideo Nennen sie ihn nicht Dimon, das der Oppositionspolitiker Nawalny im September 2016 veröffentlichte. Darin lieferte er zahlreiche Hinweise auf ein mutmaßliches Ferienanwesen des Ministerpräsidenten Medwedew. Mittels einer Drohne wurde dabei auch ein Privatteich gefilmt, auf dem sich ein Entenhäuschen befindet. Im Runet gab es daraufhin eine rege humoristische Diskussion über das Luxus-Häuschen der Ente. Die bei jüngsten Protestveranstaltungen häufig benutzten Badeentchen waren eine Anspielung darauf. Als Symbole des Protests kamen Badeenten zuvor auch bei Demonstrationen in Hongkong und Brasilien zum Einsatz, allerdings mit anderen Bedeutungsinhalten.  

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    Michael McFaul

    Michael McFaul (geb. 1963) ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Professor für Politikwissenschaft an der Stanford University. 2012 bis 2014 war er US-Botschafter in Russland. Vermutlich wegen seiner häufigen Russland-kritischen Äußerungen wurde er zu einer beliebten Zielscheibe der russischen Propaganda. 

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    Glawset

    Glawset ist eine Nachrichtenagentur, die 2015 aus der Agentstwo Internet-Issledowanii  (dt. Agentur für Internet-Recherchen) hervorgegangen sein soll und angeblich zur Medienholding von Jewgeni Prigoshin gehört – ein russischer Unternehmer, der auch als „Chefkoch der russischen Regierung“ bekannt ist. Mit mutmaßlich mehreren hundert Mitarbeitern soll auch die größte Trollfabrik Russlands Teil von Glawset sein, mit Sitz in der Uliza Sawuschkina in St. Petersburg. Beobachter vermuten, dass die Trollfabrik hinter den russischen Hackerangriffen im französischen Wahlkampf steckte oder auch hinter der auffallenden Menge russlandfreundlicher Social-Media Kommentare zu Themen wie dem Krieg im Osten der Ukraine.

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    Facebook-User vs. Vkontakte-User

    Gemeint ist eine oft anzutreffende Annahme, dass die Mitglieder der liberal-demokratischen Opposition Russlands sich vor allem auf dem US-amerikanischen Portal Facebook austauschen. Demgegenüber würden sie andere Soziale Medien, wie beispielsweise das russische Pendant VKontakte, weitgehend meiden. 

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    Prochorows Wahlkampagne 2012

    Der russische Oligarch Michail Prochorow (geb. 1965) hat bei der Präsidentschaftswahl 2012 kandidiert, wurde von vielen Beobachtern allerdings nur als ein regierungsnaher Scheinkandidat wahrgenommen. Nach seiner Wahlniederlage, bei der er insgesamt rund 8 Prozent der Stimmen bekam und in Moskau sogar auf dem zweiten Platz landete, gründete er 2012 die liberale Partei Bürgerplattform. Diese trägt seit der Angliederung der Krim jedoch weitgehend den Kurs der russischen Regierung mit. Prochorow zog sich daraufhin von seinem Parteiamt zurück. 2016 gab seine Holding ONEXIM bekannt, dass sie sich aus dem Russland-Geschäft komplett zurückziehen wolle. 

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